Musik fühlen statt hören
Frankenthaler Schülerinnen gewinnen Sonderpreis

Carla Blume, Caroline Sommerfeld und Olivia Stachow (v.l.) sind die Gewinnerinnen des CBM-Sonderpreises „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ in der Kategorie „Schüler experimentieren“.
  • Carla Blume, Caroline Sommerfeld und Olivia Stachow (v.l.) sind die Gewinnerinnen des CBM-Sonderpreises „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ in der Kategorie „Schüler experimentieren“.
  • Foto: Susanne Weißmann
  • hochgeladen von Sibylle Schwertner

Frankenthal/Bensheim. Musik ist aus unserem Leben kaum wegzudenken – schon gar nicht für Kinder und Jugendliche. Doch wie nehmen eigentlich Menschen mit Hörbehinderungen Musik wahr? Mit dieser Frage beschäftigten sich Carla Blume (14), Caroline Sommerfeld (14) und Olivia Stachow (14) aus Frankenthal. Sie haben Musik spürbar gemacht. Dafür erhalten die Schülerinnen des Karolinen-Gymnasiums den Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission (CBM) „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“. Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Rheinland-Pfalz der Stiftung „Jugend forscht“ in der Kategorie „Schüler experimentieren“ vergeben.
Die drei Schülerinnen bereiteten verschiedene Experimente vor, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie Musik von gehörlosen Menschen erlebt werden kann. Zum einen wandelten sie Töne in optische Erlebnisse um, zum anderen beschäftigten sie sich mit dem Tastsinn. Diese Experimente haben sie gleichaltrigen Jugendlichen mit Hörbehinderung gezeigt. Das beste Ergebnis erzielte eindeutig ein Basslautsprecher, der mit einem Stuhl kombiniert war. Auf dem Stuhl sitzend konnten die gehörlosen Schüler die Musik als Vibrationen spüren. Deshalb bastelten die 14-Jährigen an dieser Idee weiter. Sie sägten und bearbeiteten Palletten und bauten einen Basslautsprecher ein. Gepolstert ist daraus ein Sofa entstanden, auf dem man sich zurücklehnen kann und die Musik fühlt. Auch eine tragbare Lösung haben die Drei noch entwickelt, bei der die Musik über die Handflächen zu spüren ist.
„Menschen mit Hörbehinderung werden ganz oft ausgegrenzt. Carla, Caroline und Olivia haben gezeigt, dass Musik auch hier verbinden kann“, erklärt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Es ist toll, wie sie sich durch ihr Interesse und ihre Neugier für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen eingesetzt haben. Das ist für die CBM ein wichtiges Anliegen bei ihrer Projektarbeit in Entwicklungsländern.“
Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 530 Projekte in 54 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de. ps

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