Akkordeon-Ensemble der Kreismusikschule SÜW
Ein Abend der musikalischen Superlative
- Akkordeon-Ensembles der Kreismusikschule Südliche Weinstraße
- Foto: Thomas Eschbacher
- hochgeladen von Heinz Lambert
Jubiläumskonzert des Akkordeon-Ensembles der Kreismusikschule SÜW
Mit einem Konzert der musikalischen Superlative feierte das Akkordeonensemble der Kreismusikschule Südliche Weinstraße im proppenvollen Kurpfalzsaal in Edenkoben sein 40-jähriges Jubiläum mit einem Konzert der musikalischen Superlative. Ein wahrhaftiger Klanggenuss.
Doch es hab auch einen Wermutstropfen, kündigte Christiane Eschbacher, Leiterin des Ensembles, nach 40 Jahren an der Spitze des Orchesters an, dass dies ihr letztes Konzert gewesen sei, welches sie hauptverantwortlich organisiert habe. Dem Ensemble bleibt sie erfreulicherweise aber weiterhin erhalten.
Schon der Beginn des Konzerts riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Mit weltbekannten Hits ging es „Back tot he Sixties“, also in die 1960er Jahre. Wer kennt nicht die Ohrwürmer „Venus“ von Shocking blue, „Na Na Na Na, Hey Hey Kiss Him Goodbye“ von Steam oder „Proud Mary“ von Creedance Clearwater Revival?
Gleich hier wurde klar welch große Bandbreite an musikalischen Klängen das Akkordeon bietet. „Das Akkordeon kann eben mehr als Seemannslieder und Volksmusik, es ist ein tolles Instrument“, sagte Christiane Eschbacher und traf damit den Nagel auf den Kopf. Im Lauf der vergangenen Jahre hat es sich immer mehr zu einem musikalisch vielfältigen Instrument entwickelt, mit dem Folklore, Unterhaltungs- und Tanzmusik, aber auch anspruchsvolle Konzertmusik gespielt werden.
Thomas Weiland, stellvertretender Leiter der Kreismusikschule begrüßte die Zuhörer und erzählte von seiner ersten Begegnung mit Christiane Eschbacher, damals in der Realschule Edenkoben. „Ich fühlte mich gleich gut aufgehoben.“ Dann stellte er fest, dass man mit einem einzigen Akkordeon einen Saal zum Kochen bringen kann. Klar dass dann zwölf dieser Instrumente den leckeren musikalischen Inhalt des Saal-Fasses überkochen ließen.
Landrat Dietmar Seefeldt, der sich schon im Vorfeld des Konzertes als Fan des Akkordeons geoutet hatte, stellte fest: „Das schönste Geschenk, welches man einem Musiker machen kann, ist es, wenn man zu seinem Konzert erscheint.“
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Edenkoben, Daniel Salm, sprach von großem Respekt, den er vor der jahrelangen Arbeit und Kunst des Ensembles habe, nicht zuletzt vor der anfänglichen Aufbauarbeit.
Dann ging die Muppet Show an den Start. „Jetzt tanzen alle Puppen macht auf der Bühne, macht Musik bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht.“ Ja, da kam Kurpfalzsaal ob der Begeisterung schon ins Wanken. Die Welthits der schwedischen Supergruppe ABBA aus den 1970ern wie „Money, Money, Money“, „Fernando“, „Mama Mia“, „S.O.S.“ oder „Thank you for the Musik“ hatte jeder im Saal im Ohr und hätte am liebsten dazu seinen gesanglichen Beitrag geliefert.
Unter dem Label „Frankieboy forever“ gab es ein klangliches Wiederhören mit Frank Sinatra und seinen Evergreens wie „Something stupid“, „Strangers in the Night“, „New York, New York“ und natürlich „My Way“.
Vom Schlagzeugensemble der Kreismusikschule unter Leitung von Mischa Becker, das bereits schon zuvor die Akkordeonspieler unterstützt hatte, gabs dann mal so richtig was auf die Ohren. Der „Bongo Song“ riss das Publikum fast schon von den Sitzen. Dann griff Thomas Weiland zur Posaune und intonierte gemeinsam mit den Schlagzeugern „Dance Monkey“, den tanzenden Affen von Toni Watson.
Schon zur Pause stellte Yildiz Härtel aus Edesheim fest: „Ich bin begeistert. Es ist unglaublich, welche Talente sich da auf der Bühne präsentieren, sowohl die Akteure des Akkordeon- als auch die des Schlagzeugensembles.
Die Schlagzeuger offerierten dann „Spain“, eine Komposition des amerikanischen Jazzpianisten Chick Corea. Beim nachfolgenden „Take on me“ von a-ha ging der Xylophon-Sound voll ins Ohr.
Dann ließ auch das Akkordeon-Ensemble mit „Dance Monkey“ die Affen tanzen. Herrlich das Medley mit Melodien aus Mary Poppins, dem US-amerikanischen Musical-Fantasyfilm. Man hatte es geradezu auf der Zunge das „Chim Chim Cher-ee“ oder das „Supercalifragilisticexpialigetisch“.
Sollte ein Regisseur auf die Idee kommen eine weiteren Film der Erfolgsreihe „Pirates oft he Caribbean – Fluch der Karibik“ mit Stars wie Johnny Depp, Orlando Bloom und Keira Knightley zu drehen, sollte er sich zwecks eines neuen Soundtracks an das Akkordeonensemble wenden. Herrlich wie dieses die zum Teil düstere Handlung der Reihe musikalisch herüber brachte.
Anschließend landete man mit der britischen Pop-/Rockband Supertramp zum Frühstück in den USA, nämlich mit „Breakfast in America“. Auch der „Logical Song“, „Dreamer“ und „It´s raining again“ wurden von den Akkordeonakteuren glänzend intoniert. So honorierte das Publikum die wunderbaren Darbietungen mit lang anhaltendem Beifall und „Standing ovations“ und natürlich der Forderung nach einer Zugabe.
Ehe diese gegeben wurde bedankte sich Ensemble-Mitglied Irene Ellmann mit einem sehr persönlichen und herzlichen Gedicht bei Christiane Eschbacher. Auch für deren Mann Thomas fand sie lobende Worte, habe er doch das Ensemble stets bei Proben und Aufführungen begleitet. „Das hätte ich mir nie vorgestellt, dass ich mal so lange ein Orchester leiten würde. Es war immer ein sehr großer organisatorischer Aufwand meinerseits nötig, um solche Konzerte wie das heutige auf die Beine zu stellen, deshalb war dieses auch das Letzte dass ich hautverantwortlich organisierte“, erklärte Christiane Eschbacher.
Die Zugabe warte dann mit einem modernen Song auf. „Viva la vida“ von Coldplay fand aber bei allen Altersklassen große Resonanz. Passend zum Motto des Abends „Memories“ spielte das Ensemble dann zum Abschluss den gleichnamigen Welthit aus dem Musical Cats. Da hätte Angelika Milster, die wohl bekannteste Interpretin dieses Liedes, sicher gerne selbst noch einmal zu den Akkordeonklängen gesungen.
Markus Schmitt war mit seinen beiden Töchtern extra aus Heidelberg angereist. Er ist Gründungsmitglied des Ensembles, in dem er zehn Jahre lang spielte. „Der Kontakt ist nie abgerissen und es war schön wieder einmal persönlich bei einem Konzert des Ensembles mit dabei gewesen zu sein. Ich finde es wird immer noch besser.“ Seine Kinder fanden besonders „Dance Monkey“ und „Viva la vida“ echt cool.
Das Damentrio aus Edesheim Ursula Schweisgut, Petra Geiger und deren Mutter Ilse waren hin und weg. „So etwas Schönes haben wir noch nie gehört. Es war wunderbar! Drei Frauen stellten im persönlichen Gespräch mit Christiane Eschbacer abschließend fest: „Das war sensationell und ist nicht mehr zu toppen!“
Text: Heinz Lambert, Burrweiler
Foto: Thomas Eschbacher
Autor:Heinz Lambert aus Albersweiler |
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