Weitere „Amulette“ für historische Häuser in Durlach
Geschichte sichtbar machen

Geschichte wird sichtbar im Durlacher Alltag. Amulett/Schild-Übergabe (v.l.): Wolfgang Schön, Initiatorin Gerda Schneider und Künstlerin Karin Münch | Foto: Knopf
  • Geschichte wird sichtbar im Durlacher Alltag. Amulett/Schild-Übergabe (v.l.): Wolfgang Schön, Initiatorin Gerda Schneider und Künstlerin Karin Münch
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Durlach. Die Schilder-Aktion in der Durlacher Altstadt geht weiter. Ins Leben gerufen hat sie die Galeristin Gerda Schneider. Bereits 2015 erhielten Eigentümer historischer Häuser „Amulette“, welche an der Fassade angebracht wurden – darauf gibt’s wichtige Daten und Infos zum jeweiligen Haus.
Bei der Premiere erhielten elf Häuser das Signet in den badischen Farben (das „Wochenblatt“ berichtete). Bei der jüngsten Aktion waren es 13 weitere: „Mit dieser Aktion möchten wir Historie sichtbar machen“, so Initiatorin Gerda Schneider. Die Idee kam nach einem Nachtwächterrundgang. Ein Mädchen hätte beim Gang durch die Gassen einen flehenden Ruf aus den geschichtsträchtigen Häusern gehört: „Wir freuen uns, dass ihr mit Ehrfurcht und Freude uns betrachtet. So gebt uns einen Namen, Schild oder Amulett. Es
ist für die, welche nach euch kommen, ein Geschenk zu wissen, wer in diesem Haus wohnte“, zitierte Schneider die märchenhaft klingende Geschichte.
Zu den Häusern, die ein Amulett erhielten, zählt jenes von Sibylle Janka, Besitzerin des Ärztehauses in der Pfinztalstraße 32. So erfährt man auf dem Schild unter anderem, dass hier ab 1694 die „Hofapotheke“ residierte. Im 19. Jahrhundert wurde sie in „Löwen-Apotheke“ umbenannt und zählt zu den ältesten Apotheken Deutschlands. „Das Haus ist zentral am Schlossplatz gelegen und hat eine bewegte Geschichte. Es ist fast so etwas wie ein Wahrzeichen Durlachs“, erläutert Janka.
Weitere Häuser, beispielsweise in der Jäger-, Bienleintor-, Zunft- oder Seboldstraße, erhielten ebenfalls ein solches Schild. Malerin und Bildhauerin Karin Münch bekam ein „Amulett“ für das Haus am Zwinger 1 – erbaut 1735: Das frühere Pfarrhaus sah auch schon die Stadtschreiberei, eine Schuhwerkstatt oder mittlerweile eine Malwerkstatt in seinen Mauern. voko

Infos: Die Recherchen übernahm Historiker Peter Güß, die Initiative unterstützt auch Günther Malisius vom „Freundeskreis Pfinzgaumuseum - Historischer Verein Durlach“, www.historischer-verein-durlach.de

Autor:

Jo Wagner

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