50 Jahre Theaterkreis Bobenheim-Roxheim
Der Traum geht weiter
- Magische Tücke: Oberon (Daniel Fuchs) träufelt Titania (Mirka Besch) einen Zaubertrank in die Augen
- Foto: H. Feise (2025)
- hochgeladen von Hermann J. Feise
Es ist Halbzeit beim „Sommernachtstraum in der Pfalz“ des Theaterkreis Bobenheim-Roxheim von 1975 eV. Seit dem 22. August 2025 bis zum 13. September 2025 läuft die Jubiläumsaufführung des Theaterkreises mit einer Adaption des „Midsommernachtstraums“ von William Shakespeare, den Andrea Kühn ins Hochdeutsche (meistens) übertragen hat. Mystisch, magisch und mit Feuerwerk hat Andrea Kühn, die nicht nur das Drehbuch beigesteuert hat, sondern auch Regie führt, die Komödie aus England in die Pfalz transferiert.
Mehr als zweihundertfünfzig Zuschauer sorgten bei der Premiere für ein nahezu ausverkauftes Theater, welches eine rasante Komödie um Titania (Mirka Besch), Oberon (Daniel Fuchs), Puck (Thorben Frey) und Heiner Zettel (Gerwin Schmitt) gesehen hat. Drei weitere Aufführungen mit jeweils ca. 150 Besuchern, lassen Thomas Andres, 1. Vorsitzender des Theaterkreises, zufrieden von einer bisher erfolgreichen Saison und insbesondere dem Online-Vorverkauf sprechen.
Brilliant spielt Gerwin Schmitt den Heiner Zettel, dessen Selbstzentriertheit keine Grenzen kennt, ob er dem Spielleiter erklärt, wie der Löwe brüllt, oder dem Fürstenpaar, wie man das Stück zu verstehen hat. Ja selbst leibhaftige Elfen oder die Verwandlung in einen Esel können seinem Selbstbewusstsein keinen Schaden zufügen. Am Ende hat er Dubbegläser entdeckt und Schurli ge-/erfunden und von all dem Schabernack, den Puck und Oberon mit ihm treiben, nichts begriffen. Das Publikum lohnt ihm immer wieder mit Szenenapplaus.
Großartig Mirka Besch als mächtige und doch ausgetrickste Titania und Thorben Frey als Puck, dem die Rolle des übermütigen, spielerischen Unruhestifters förmlich auf den Leib geschrieben scheint. Wert hinzuschauen auch die vielen anderen Rollen, z.B. Manuela Benz als englisch radebrechende Haushofmeisterin Hanna Meinhard und als Dubby, rechte Hand der Elfenkönigin oder der Zickenkrieg von Martha Ellenbach (Tanja Frey) und ihrer Tochter Hermine (Zoe Strenge), der in einem Ringkampf um den gemeinsamen Angebeteten Franz Roos (Klaus Beckerle) endet. Von vielen Zuschauern unbemerkt beginnt das Stück mit einer Verwandlung. Hans-Jürgen Stiner zieht als alternder Puck den Zuschauern auf magische Weise wortwörtlich das Geld aus der Nase, nur um sich gleich beim ersten Gang auf die Bühne in einer Nebelwolke in den jugendlichen Unruhestifter zu verwandeln.
Magisch die Atmosphäre aus Licht, Musik und Feuerwerk vom Technikteam des Theaterkreises. Die Lichttechnik von Johannes Feise macht insbesondere die Magie der Elfenkönigin und des zauberhaften Pfälzer Waldes erlebbar. Und ohne die Feuer- und Nebeleffekte wäre Puck nur halb so liebenswert, dessen Schabernack mit den probenden Handwerkern zum Höhepunkt der vielen Höhepunkte des Theaterabends wird.
So intensiv, so vielseitig und so kurzweilig wie beim „Sommernachtstraum in der Pfalz“ wird nicht oft Theater gespielt. Gut das die Saison noch nicht vorbei ist und man diesen Traum noch sehen kann oder sogar ein zweites Mal hingehen, um die vielen kleinen Anspielungen und Ereignisse auf Bühne und Tribüne zu genießen. Ausnahmsweise sind dieses Mal die besten Plätze im Theater nämlich nicht umbedingt in der ersten Reihe. Karten für die Vorstellungen auf der Freilichtbühne im Busch am 05/06.09.2025 und 12/13.09.2025 können erworben werden bei Elektrotechnik Feer, im Online-Kartenverkauf oder an der Abendkasse, weitergehende Informationen unter www.theaterkreis1975.de . Alle Vorstellungen beginnen um 20:00, die letzte Aufführung am 13.09.2025 beginnt jedoch bereits um 17:00.
Autor:Hermann J. Feise aus Lambsheim-Heßheim |
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