50 Jahre Theaterkreis Bobenheim-Roxheim
Ein Traum von Sommernacht
- Titanias Lager, v.l. Bohnenblüte (Noah Fischer), Titania (Mirka Besch), Dubby (Manuela Benz), Fussel (Ruslana Amelyanchik)
- Foto: I. Feise (2025)
- hochgeladen von Hermann J. Feise
Der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim 1975 eV feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen mit „Ein Sommernachtstraum“ William Shakespeare, transferiert in die Pfalz und neu übertragen ins Deutsche und Pfälzische. Geschaffen wurde „Ein Sommernachtstraum in der Pfalz“ von Andrea Kühn, die Adaption auf die Pfalz, Übertragung ins Deutsche, szenische Umsetzung und Produktion auf sich vereinte. An diesem Wochenende startete die Saison auf der Freilichtbühne im Busch mit einer fulminanten Premiere vor (designiertem) Landrat, Bürgermeister, Beigeordneten und vielen Unterstützern aus befreundeten Theatervereinen.
William Shakespeare gilt als der größte englische Dichter, gerühmt für „Romeo und Julia“ oder „Hamlet“. Tatsächlich war er, ähnlich wie später Richard Wagner in Bayreuth, ein fleißiger Stückeschreiber und ein genialer Theatermacher. Die meisten Zuschauer haben seit jeher seine Komödien gehabt, deren derben Witz die deutschen Übersetzungen oft nicht kennen. Andrea Kühn hat William Shakespeares bekannteste Kommödie „Ein Sommernachtstraum“ nicht nur in die Pfalz geholt, etwa mit Anspielungen auf Neustadt oder die Heidenlöcher, sondern auch durch ein wunderbares Gemisch aus Pfälzisch, Hochdeutsch, Englisch und was immer Puck, der Unruhestifter, noch so aufgeschnappt hatte, dem Stück richtig Pep gegeben. Ganz nebenbei klärt sie auch noch die Herkunft von „Schorle“ und „Elwedritsche“, zweier wichtiger Pfälzer Besonderheiten, auf.
Mit 246 Zuschauern war die Premiere bei besten Theaterwetter schon vor Beginn ein riesiger Erfolg. Die ersten Zuschauer trafen schon 90 Minuten vor dem Beginn der Aufführung ein und konnten so ausgiebig den Premierensekt genießen, den der Theaterkreis zur Feier des Jubiläums allen seinen Besuchern zukommen ließ. Wie zu allen Erwachsenen-Stücken der letzten Jahre gibt es auch zum Jubiläumsstück extra geschaffene Cocktails.
Der Aufwand, den Andrea Kühn und die Freiwilligen auf und hinter der Bühne für das Jubiläumsstück getrieben haben, sucht seinesgleichen. So wurde extra für die magischen Momente mit Hans-Jürgen Stinner ein echter Magier eingebunden. Für die Ringkämpfe auf der Bühne übernahm Thorsten Libowsky vom VfK07 Schifferstadt das Kampftraining und Matthias Fittkau von stagecombat.de die Choreographie. Musikalisch unterstützen Carolina Jauch (Gesang) und Thomas Jauch (Jagdhorn) die Schaupieler auf der Bühne. Magische Momente mit Licht und Feuerwerk schaffen Johannes und Martin Feise auf dem Bühnenbild gebaut von Hermann Feise, Klaus Beckerle und Zoe Strenge, gemalt von Ilka und Elisabeth Feise und mitgeschaffen seit April von vielen Mitgliedern und Unterstützern des Theaterkreises.
Passend zu diesem großartigen Umfeld kamen die Schauspieler mit viel Spielfreude auf die Bühne Herausragend Gerwin Schmitt als Heiner Zettel, der besserwisserische Handwerker und Möchtegern Theaterkönner, der nicht nur von Puck (rasend gespielt von Thorben Frey) zum Esel gemacht wird, sondern auch sich selbst zur größten Freude den Publikums zum Affen macht. Großartig die Titania von Mirka Besch, die die ganze Spannweite der Rolle von betrogener Ehefrau über liebestolle Berauschte zu mächtiger Königin in jedem Sinne des Wortes zum Leuchten brachte. Ihr gegenüber stand ein ebenbürdiger Oberon von Daniel Fuchs. Überhaupt waren die Elfen etwas Besonderes. Dunkel und mit Zauberkräften ausgestattet, waren die Elfen Shakespeares keineswegs die netten kleinen Feen á la Tinker Bell, sondern bedrohliche Gestalten von denen die Menschen sich fernhielten. Die Gothic-Kostüme der Elfen, von Elisabeth Feise mit Spezialeffekten ausgestattet, transportierten das bestens. Um sie herum spielten Handwerker Theater und bereiteten Kaufleute und Hofstaat am Ende nicht eine, sondern drei Hochzeiten vor. Toll gespielt vom ganzen Ensemble, konnten vor allem Manuela Benzs Englisch-radebrechende Hofdame Hanna Meinhard und Zoe Strenges Hermine Ellenbach, deren Zorn sicher keiner der Zuschauer auf sich ziehen möchte, das Publikum in ihren Bann ziehen.
Es war ein großartiger, gelungener Premierenabend für „Ein Sommernachtstraum in der Pfalz“ zum 50-jährigen Bestehen des Theaterkreises. Folgerichtig gab es am Premierenabend häufigen und verdienten Szenenapplaus und am Ende Standing Ovations. Es ist dem Theaterkreis, seinen Schauspielern, Bühnentechnikern und Helfern zu wünschen, dass Wetter und Zuschauerzuspruch an den kommenden drei Wochenenden nahtlos an die Premiere anschließen.
Karten für die Vorstellungen auf der Freilichtbühne im Busch am 28/29.08.2025, 05/06.09.2025 und 12/13.09.2025 können erworben werden bei FREER ELETRONIK, ONLINE oder an der Abendkasse, weitergehende Informationen unter www.theaterkreis1975.de. Alle Vorstellungen beginnen um 20:00, lediglich am 13.09.2025 beginnt sie bereits um 17:00.
Autor:Hermann J. Feise aus Lambsheim-Heßheim |
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