Trifels-Gymnasium: Region macht Druck vor Synodenentscheidung
- Das Evangelische Trifels-Gymnasium in Annweiler steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Landkreis, Kommunen und Kirchenbezirk werben für den Erhalt der kirchlichen Trägerschaft.
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Die Zukunft des Evangelischen Trifels-Gymnasiums in Annweiler wird in dieser Woche entschieden. Kurz vor der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz werben Landkreis, Kommunen und Kirchenbezirk gemeinsam für den Erhalt der kirchlichen Trägerschaft.
Von Erik Stegner
Annweiler am Trifels. Kurz vor der Entscheidung über die Zukunft des Evangelischen Trifels-Gymnasiums (ETGA) in Annweiler wächst der Druck auf die Evangelische Kirche der Pfalz. Landkreis Südliche Weinstraße, Verbandsgemeinde Annweiler, die Städte Annweiler und Landau sowie der Protestantische Kirchenbezirk Landau sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme für den Erhalt der kirchlichen Trägerschaft aus. Die Zukunft der Schule ist in dieser Woche eines der zentralen Themen der Landessynode, die vom heutigen Mittwoch, 10. Juni, bis Samstag, 13. Juni, in Speyer tagt. „Die kirchliche Trägerschaft ist sinnvoll, möglich und bezahlbar“, heißt es in dem Appell an die Synodalen.
Die Kirche prüft seit längerem einen Rückzug als Schulträger, um Kosten zu sparen. Hintergrund sind unter anderem sinkende Mitgliederzahlen und die angespannte finanzielle Lage der Landeskirche.
Klare Botschaft an die Synodalen
Unterzeichnet wurde die Erklärung von Landrat Dietmar Seefeldt, Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler, Bürgermeister Christian Burkhart, Annweilers Stadtbürgermeisterin Carmen Winter sowie Dekan Volker Janke. Die Unterzeichner sehen das Trifels-Gymnasium als eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum der Pfälzerwald-Region. Die Schule präge junge Menschen weit über Annweiler hinaus und stehe zugleich für Wertevermittlung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und kirchliches Engagement. „Bekennen Sie sich zu Ihrer Verantwortung für die Schule“, fordern die Verantwortlichen die Synodalen auf.
- Über die Zukunft des Evangelischen Trifels-Gymnasiums in Annweiler berät in dieser Woche die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz.
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Streit um die tatsächlichen Kosten
Im Mittelpunkt der Diskussion steht seit Monaten die Finanzierung des Gymnasiums. Während in einer Vorlage der Landeskirche von einem jährlichen Zuschussbedarf zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro die Rede ist, kommen eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe und die Schulleitung zu deutlich niedrigeren Zahlen. Nach den Berechnungen der Schulleitung soll der Zuschussbedarf von rund 438.000 Euro im Jahr 2026 bis 2029 auf knapp 315.000 Euro sinken. Vor diesem Hintergrund erscheine ein dauerhafter Weiterbetrieb mit einem kirchlichen Zuschuss von maximal 500.000 Euro realistisch. Ein entsprechender Antrag mehrerer Synodaler sieht vor, den Zuschuss der Landeskirche künftig auf diesen Betrag zu begrenzen und die Schule zunächst weitere zehn Jahre fortzuführen.
Landkreis erhöht Unterstützung
Landrat Dietmar Seefeldt verweist darauf, dass der Landkreis seine finanzielle Unterstützung bereits deutlich ausgeweitet habe. Der Zuschuss zum schulbetriebsbedingten Sachkostendefizit sei freiwillig von bisher 300 Euro auf bis zu 1000 Euro pro Schüler und Jahr erhöht worden. „Zuschusstechnisch sind wir seitens des Landkreises bis an die Grenzen des Machbaren gegangen“, betont Seefeldt. Aus Sicht der Unterzeichner wäre ein Rückzug der Kirche gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Spannungen ein falsches Signal.
Modell für die Zukunft
Der von der Arbeitsgruppe vorgeschlagene Lösungsweg sieht vor, die Schule zunächst weiter in kirchlicher Verantwortung zu betreiben und parallel einen Übergang in eine andere kirchliche Trägerschaft vorzubereiten. Als mögliche Modelle werden eine Stiftung oder eine gemeinnützige Gesellschaft genannt. Zudem soll auf dem weitläufigen Schulgelände ein sozialdiakonischer Bildungscampus entstehen. Vorgesehen sind unter anderem weitere soziale und pädagogische Angebote. Zusätzliche Einnahmen könnten durch Fundraising und freiwillige Elternbeiträge erzielt werden. Gleichzeitig enthält das Konzept eine Absicherung für die Kirche: Sollte der Zuschussbedarf fünf Jahre in Folge über 500.000 Euro liegen, wäre ein Ausstieg aus der Trägerschaft möglich.
Entscheidung in Speyer
Die Landessynode wird sich in den kommenden Tagen mit der Zukunft des einzigen evangelischen Gymnasiums der Pfalz befassen. Das 1958 gegründete Trifels-Gymnasium wird derzeit von rund 700 Schülern besucht. Mit ihrer gemeinsamen Stellungnahme wollen Landkreis, Kommunen und Kirchenbezirk die Synodalen davon überzeugen, die Schule auch künftig in kirchlicher Trägerschaft zu belassen.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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