Hörzelle in Queichhambach wird zur Bücherbox
Aktualisiertes Design

Initiator Helmut Seebach mit Ortsvorsteherin Alexandra Schnetzer.
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  • Initiator Helmut Seebach mit Ortsvorsteherin Alexandra Schnetzer.
  • Foto: B. Bender
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Queichhambach. Seit 2007 wurden mehrere tausend Bücher an Mann und Frau und Kind gebracht. Kostenfrei und nachhaltig. Die Rede ist vom öffentlichen Bücherschrank.
Ein umgebauter Elektroverteilerkasten wurde mit Motiven von Büchern und Buchrücken aus Acrylfarbe von Beverly Seebach bemalt und sieht optisch wie ein richtiger Bücherschrank aus.
Die Telefonzelle, von der Telekom in längeren Verhandlungen geschenkt und frei Haus geliefert, wurde als „Hörzelle“ bekannt. Die Erstbemalung erfolgte durch den Künstler Klingbeil aus Annweiler.
Nachdem die Farbe allmählich abblätterte, wurde nicht nur über einen neuen Anstrich, sondern auch über ein geeignetes Motiv und einen Neustart für die Hörzelle nachgedacht.
Diese wurde nun zur Bücherbox umbenannt und umfunktioniert. Gestaltet und bemalt wurde sie von Beverly Seebach mit einer „Leseratte“ und einem „Bücherwurm“. Die Idee dahinter: kindgerechte Figuren sollen auch Kinder und Jugendliche ansprechen und zum Lesen verführen.
„Bereits tausenden von Büchern, die weggeworfen worden wären, wurde seit Einrichtung des Bücherschrankes ein neues Leben geben,“ freut sich der Initiator Helmut Seebach.
Mit der neuen Bücherbox besteht die Möglichkeit, noch mehr „Lesefutter“ zu tauschen.
Der Bestand ändert sich von Tag zu Tag, quasi stündlich, weil durch den regen Gebrauch ein gewisser Umlauf vorhanden ist und der Buchfreund immer wieder etwas Neues zu entdecken hat. Das liegt sicherlich auch an den einmaligen „Ausleihregeln“. Die bestehen schlichtweg darin, dass der Leser nicht nur Bücher entleihen, sondern auch tauschen und neue Bücher einstellen kann. Das ganze ohne Gebühr, ohne Leihfristen und ohne Öffnungszeiten.
Jederzeit stöbern zu können oder ausgelesene Bücher wieder zur Verfügung stellen zu können, anstatt sie wegzuwerfen, das begeistert auch eine Leserin, die während des Pressegespräches auf ihrer „Durchreise“ in Richtung Annweiler, einen kurzen Stopp macht beim Bücherschrank und der neuen Bücherbox. Sie berichtet, dass sie sogar quasi während des Kofferpackens für den Urlaub, kurzerhand noch nach Queichhambach gefahren ist, um sich mit neuer Lektüre einzudecken.
Das ganze Projekt war und ist auch ein soziales Experiment. Bedauerlicherweise wurde die Bücherbox gelegentlich als Müllentsorgungsstelle missbraucht. Sehr zum Bedauern von Nutzerinnen und Nutzern, wie auch von Helmut Seebach und von Ortsvorsteherin Alexandra Schnetzer. Auch die Bitte in einem Gemeindebrief, die Bücherbox nicht als Abfalleimer zu nutzen, änderte die Situation nur wenig.
So wurde der Gemeindearbeiter Mario Bignotti im Mai 2020 zum „Herr der Bücher“ erklärt. Er wurde von Alexandra Schnetzer offiziell eingesetzt, um in regelmäßigen Abständen das Müllaufkommen in der Bücherbox zu kontrollieren und gegebenenfalls zu entsorgen. An dieser Stelle bedankt sich die Ortsvorsteherin bei Mario Bignotti für diesen zusätzlichen Aufwand und die zuverlässige Arbeit. Diese Kontrolle scheint von Erfolg gekrönt zu sein, denn das Müllaufkommen hat sich bedeutend reduziert.
Der öffentliche Bücherschrank war 2007 der Trendsetter in der Pfalz, inzwischen wird die Idee der von zahlreichen Gemeinden praktiziert. Von Beginn an wurde der Bücherschrank für Bookcrossing und auch Geocaching benutzt.
Die Sitzgelegenheit neben der Bücherbox wurde seinerzeit vom Forstamt gesponsert und die Firma Span-Service aus Gräfenhausen spendierte aktuell die Holzspäne für den Bodenbelag. beb

Initiator Helmut Seebach mit Ortsvorsteherin Alexandra Schnetzer.
Ortsvorsteherin Alexandra Schnetzer (rechts) mit einer fleißigen Nutzerin der Bücherbox.
Autor:

Britta Bender aus Annweiler

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