Krippenzauber im Sternendorf Bindersbach
50 Jahre einem weihnachtlichen Brauch treu geblieben

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Vor genau 50 Jahren hat Gérard Salmon das Dörfchen Bindersbach zu seiner neuen Heimat erkoren. Einem weihnachtlichen Brauch aus seiner Kindheit in Nord-Frankreich ist er aber bis heute treu geblieben. Bei ihm Zuhause wurde nämlich kein Weihnachtsbaum aufgestellt, sondern eine Krippe aufgebaut. So stand auch in der Bindersbacher Wohnung viele Jahre lang neben dem Christbaum ein kleiner Stall mit Maria, Josef und dem Jesuskind. Mit der Zeit jedoch wurde die anfänglich recht spartanische Szene mehr und mehr vergrößert, bis der Raum schließlich zu klein wurde.

Die Krippe zog um auf die Terrasse; aber die Kinder fanden, dass sie viel zu schön war um so versteckt zu stehen. Was 2011 dann schließlich als kleiner Schauplatz im Vorgarten begann, hat sich heute zu einer Steingarten füllenden Landschaft gemausert. Vieles wurde von Gérard selbst gebastelt: Brücken, Bänke, Brunnen und windschiefe Holzhäuschen. Der Stall beispielsweise wurde mithilfe einer skurrilen Baumwurzel gebaut; die Silhouette von Bethlehem auf ein Holzbrett gezeichnet und ausgesägt; eine Mulde in einem Sandstein dient als Weiher. Feiner Sand zeigt die Wegeführung an und die von der Kälte erstarrte sommerliche Bepflanzung rundet das Bild ab.

Jedes Jahr kommen neue Krippenfiguren hinzu: Hirten am flackernden Lagerfeuer mit großen Schafherden, Soldaten, die vor der Stadt Wache halten, ein betagtes Paar, das sich auf einer Bank ausruht, Wasserträger, arbeitende Leute oder Musikanten. Tiere, wie Hunde, Federvieh oder Bienen, ergänzen das geschäftige, alltägliche Geschehen. Josef und seine schwangere Maria sind mit dem Esel auf den Wegen unterwegs. Am Heiligen Abend im Stall angekommen wird die Marienfigur ausgetauscht und das Jesuskind in die Krippe gelegt.

Das Wetter spielt für die Naturkrippe selbstverständlich eine entscheidende Rolle. Es kann vorkommen, dass eine weißen Schneedecke die gesamte Landschaft verschwinden lässt. Ein lustiger Anblick, wenn nur noch der Kopf eines Schafes oder eines Kameltreibers aus der weißen Pracht heraus ragt.

Die reizvolle Krippenlandschaft in der Rehbergstraße 32, die – abends beleuchtet - noch stimmungsvoller wirkt, wird jedes Jahr aufs Neue mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

In Bindersbach gibt es im Dezember aber noch viel mehr zu sehen. So wird der Besucher bereits am Ortseingang von einem großen Weihnachtsmann willkommen geheißen und der Blondelbrunnen wurde vom Brauchtumverein festlich geschmückt. Außerdem trägt das Dorf in dieser Zeit nun bereits zum 7. Male den Beinamen „Sternendorf“. Festliche Tagsterne und leuchtende Nachtsterne, liebevoll selbst gebastelte oder in Szene gesetzte, gekaufte Sterne schmücken die Häuser. Diese „Sterne suchen und sehen“ wird zu einem Erlebnis für jedes Kind und für alle, die im Herzen Kind geblieben sind.

Autor:

Brigitte Salmon aus Annweiler

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