Junge Mittelalterforschung
Die Pest im 14. Jhdt. in Süddeutschland
- Die Beerdigung der Opfer der Pest in Tournai. Detail einer Miniatur aus den Chroniken von Gilles Li Muisis (1272–1352), Abt des Klosters Tournai, um 1350.
- Foto: gemeinfrei
- hochgeladen von Archiv der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels
Am Mittwoch, 23. September 2026 findet um 18.30 Uhr im Ratssaal der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels, Meßplatz 1, 76855 Annweiler am Trifels (in Bahnhofsnähe) der nächste Vortrag der Reihe „Junge Mittelalterforschung“ des Archivs der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels statt.
Die spätmittelalterlichen Pestwellen zogen seit Mitte des 14. Jahrhunderts quer durch Europa und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Während für Italien, England, Frankreich und einzelne deutsche Regionen umfangreiche Untersuchungen zur Pest im späten Mittelalter vorliegen, gab es für den südwestdeutschen Raum kurioserweise bis vor kurzem nichts Entsprechendes. Erst 2025 wurde die lange klaffende Lücke mit einer Studie des Historikers Gerhard Fritz geschlossen. Diese zeigt nicht nur die Ausbreitungswege und den Umfang der Pest im 14. Jahrhundert, sondern erklärt auch, dass die Pest keineswegs aus dem Nichts kam. Vorausgegangen war eine jahrzehntelange schwere Klimakrise, wodurch die Grundlagen der damaligen Welt zutiefst erschüttert worden waren und die schon allein Hunger und Elend über die Menschen gebracht hatte. Hinzu kamen endlose Kriege, welche die sowieso schon Geschundenen weiter quälten. Und dann kam noch die Pest, der die damalige Medizin völlig hilflos gegenüberstand. Die Überlebenden waren nicht mehr dieselben wie zuvor. Die Mentalität der Menschen änderte sich und damit auch die Frömmigkeitsformen. All die Entwicklungen und seine für Südwestdeutschland erhobenen Befunde stellt Prof. Dr. Gerhard Fritz (Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd) in seinem Vortrag „Pest, Krieg, Klima, Wirtschaft – die Krise des 14. Jahrhunderts“ vor.
Die im Verbund mit dem Deutschen Historischen Institut Paris, dem Kunsthistorischen Museum Wien, dem Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde der Universität Heidelberg, dem Institut für Personengeschichte in Bensheim, der Bezirksgruppe Landau des Historischen Vereins der Pfalz, der VHS Annweiler und dem Verein Trifelsfreunde e.V. als Kooperationspartnern veranstaltete Reihe ist ein Forum zur Präsentation aktueller archäologischer, historischer und restauratorisch-konservatorischer Forschungen bzw. Forschungsergebnisse. Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.
Autor:Archiv der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels aus Annweiler |
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