Kahlforsterhof soll wieder aufblühen
Größte Crowdfunding-Aktion für die Landwirtschaft noch bis 7.12.2020

Kahlforsterhof/Obermoschel . Der Kahlforsterhof, politisch zu Obermoschel gehörend, und auf der Anhöhe zwischen Sitters, Unkenbach und Obermoschel gelegen, hat schon oft Geschichte geschrieben: 15o7 als Schäfereihof "Kaltenforst by Moscheln" ewähnt, wurde er damals dem Meisenheimer Amtmann Bernhard von Flersheim verschrieben. Dann erwarb ihn die Stadt 1560 selbst und das dazugehörige Gelände wurde parzelliert, um es an die Bürgerschaft zu verteilen. Dann wurde der Hof gegen den Willen der Bürger wieder verkauft und die dazugehörigen Flächen wurden veräußert, um Kriegsschulden zu bezahlen 1766 übernahmen dann Philipp und Angnes Staeb aus Niedermoschel den Hof. 1791 scheint der Hof wieder leer zu stehen.Nachdem zwei "Ausländer" aus der Gegend um Worms 1791 dann Eigentümer wurden, folgte Conrad Glößner, der bis 1843 die Bewirtschaftung übernahm. Danach folgte Jakob Neubrech und sein Sohn Wilhelm Neubrech, die zeitweise den Hof zu einem Muster- und Vorzeigebetrieb modern entwickelten. Im Eigentum der Familie blieb der Hof bis 1994, der aber jahrzehnte nicht mehr bewohnt war. Heinrich Schrohe erwarb dann den Kahlforst, es folgte 1999 Karl-Friedrich Gläaser aus Obermoschel,  später dann der Vorderpfälzer Unternehmer Michael König, der in nunmehr in eine gemeinnützige Stiftung "Zukunftsland" einbringt.

Tatort-Filmkulisse 2019
2o19 machte der Kahlforst erneut Schlagzeilen: Ein Teil der Dreharbeiten zu dem Tatort-Jubiläumskrimi mit Darstellerin Ulrike Folkerts/Lena Odenthal und Ben Becker in den Hauptrollen wurde auf und um das Gelände des Kahlforstes gedreht.

Wieder richtig Leben ab 2020
Und nun ist wieder ist nach langer Ruhe wieder "richtig Leben" in den Kahlforsterhof eingezogen und 15 junge Menschen sowie Michael König gründeten im Sommer die Gemeinschaft "Hof Lebensberg" und wollen mit neuen Visionen und einem aktiven regenerativen Betrieb der Landwirtschaft einen aktiven Beitrag zum Klima-, Arten- und zum Umweltschutz leisten Die Lebensmitttel, die so produziert werden sollen zugleich zum einen klimapositiv und zudem wirklich nahrhaft sein. Mit diesem Praxisbetrieb will die Gemeinschaft um König aufzeigen, dass eine klimapositive Landwirtschaft möglich ist und davon gelebt werden kann. Schnell wurde jedoch von der Gruppe auch festgestellt, dass es in Deutschland an Wissen und Praxisbeispielen für den Betrieb einer wirklich regenerativen Landwirtschaft weit und breit mangelt. Durch die weltweit industriell tätig Landwirtschaft würden jährlich mehr als 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Boden vernichtet, zudem seien in den letzten 3o Jahren etwa 70 Prozent aller Insekten in Deutschland verschwunden und der Klimawandel schreite mit allen Folgen weiter voran.

Kraft gemeinsamer Visionen
Und mit der Kraft dieser "gemeinsamen Visionen", wie es Michael König beschreibt, soll dieses Defizit mit dem Modell- und Praxisbetrieb "Hof Lebensberg" auf dem Kahlforsterhof geändert werden. Auf 100 Hektar Acker- und Weideflächen rund um den Kahlforsterhof und in der Nordpfalz soll in den kommenden Jahren ein florierendes und produktives landwirtschaftliches Ökosystem mit vielen tausenden Bäumen und Sträuchern geschaffen werden. Zudem soll ein Seminarbetrieb entstehen, um das Wissen dieser Anbaumethoden mit interessierten Landwirten zu teilen.

Wissenschaftliche Begleitung

Dieses Projekt, so König, soll von Anfang an wissenschaftlich begleitet werden, um die Auswirkungen dieser Art regenerativer Landwirtschaft auf die Böden, auf die Artenvielfalt, auf das Mikroklima und den Ertrag weiter zu erforschen. Dazu soll der Hof selbst sowie die dazugehörigen Flächen, die sich derzeit noch im Eigentum von König befinden, ab Ende dieses Jahres in die gemeinnützige Stiftung "Zukunftsland" einfließen. Damit soll sichergestellt werden, dass diese verfogte Vision auch langfristig gesichert und alle Unternehmungen des Hofes selbst einen gemeinnützigen Zweck verfolgen.


Bereits durchgeführt Hoffest am 17. Oktober 2020

Der Betrieb selbst hat sich auch schon einmal vorgestellt: Am Samstag, 17. Oktober wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger der unmittelbaren Nachbargemeinden über die neue Hofgemeinschaft bei einem "Hoffest" informiert und konnten sich über die Projektideen informieren. Auf Grund der Corona-Pandemie konnte diese Veranstaltung nur im "kleinen Rahmen" stattfinden. Rund 2oo Personen interessierten sich für die neuen Nachbarn und ihre Ideen. Die bislang verwaiste Hofstelle wurde teilweise baulich schon wieder auf "Vordermann" gebracht. Es gibt einen Gemeinschaftsraum, eine Werkstatt, zudem wurden die sanitären Anlagen im Haus erneuert, weitere Baumaßnahmen sind im Gange und folgen noch.

Verschiedene Betriebszweige geplant

Geplant ist es in der Landwirtschaft, verschiedene Betriebszweige aufzubauen: Ackerbau, Gemüsebau, Tierhaltung wie auch eine Gärtnerei/Baumschule. Schlagworte wie die regenerative Agroforstwirtschaft, die holistische Wiedetierhaltung oder das Keyline-Wassermanagment fließen hierbei ein. Grundsätzlich haben diese verschiedenen Methoden ein Ziel: Den Aufbau der Bodenge- sundheit, eine hohe Wasserspeicherkapazität und die Förderung der Artenvielfalt. Letztendllich sollen hier Umweltschutz, Wasserschutz- sowie Klimaschutz bei der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte mit einfließen.

Gemeinschaftsprojekt

Von Anfang an war klar, dass dies alles in einer Gemeinschaft erledigt wird. Die Personen wohnen teilweise auf dem Kahlforsterhof selbst und in einigen Nachbargemeinden, so etwa derzeit noch in Schiersfeld. In Sitters hat Michael König das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen Steller erworben und baut es derzeit auch zeitgemäß um, wobei auch Altes erhalten bleibt. Altes und Neues sollen so miteinander gut verbunden werden. Genauso ist dies in dem Betrieb auf dem Kahl-
forsterhof vorgesehen, um damit den Betrieb zu neuer Blüte zu bringen, was festes Ziel ist. Weil diese Pläne schon ein "Lebenswerk" sind, sei auch der Name "Hof Lebensberg" entstanden, da der Kahlforst ja auf einem Bergrücken liege.

Größte Crowdfunding-Aktion für landwirtschaftliche Zwecke in Deutschland im Gange"Gemeinsam Zukunft pflanzen"
Zunächst steht jetzt aber richtig Arbeit an: Die Hofgemeinschaft will unterstützt mit einem Crowdfunding 30.000 Bäumer und Sträucher auf einer Fläche von rund elf Hektar direkt neben dem Hof und dem sogenannten "Kitzenwald " anpflanzen. Die Kampangne dazu hat am 7. November begonnen und läuft hinsichtlich der Spendenaktion über 4 Wochen. Unterschiedliche Möglichkeiten gibt es hier, das Projekt zu unterstützen und sich finanziell daran zu beteiligen. Ob ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, wie etwa auch Schulen oder Kindergärten sich an der Aktion beteiligen können, ist auf Grund der Corona-Situation noch ungewiss.
Gehölze und Humusbildung wichtig
Gehölze spielen -auch und gerade auf dem Acker- nach Angaben der Hofgemeinschaft eine wesentliche Rolle, so die Hofgemeinschaft. Sie sorgen für eine tiefe Durchwurzelung und Lockerung der Böden, Humusaufbau und Lebensraum. Gleichzeitig lieferten die essbaren Gehölze wertvolle Nahrungsmittel. Diesen Winter soll ein erstes, mehrlagiges und diverses Agrofrostsystem mit Nüssen, z.B. Walnüssen, Haselnüssen, Esskastanien, Herznüssen sowie Pekannüssen entstehen. Um die Pflanzug zu finanzieren, beginnt auf der Plattform Startnextdie Crowdfundingkampagne "Gemeinsam Zukunft Pflanzen".
Weitere Infos, Bilder und ein Video über das geplante Projekt, über das die Rheinpfalz künftig regelmäßig berichten wird, ist unter dem Link
www.startnext.com/gemeinsam-zukunft-pflanzen zu finden. Die neu Hofgemeinschafft bietet die Bevölkerung, die Aktion finanziell zu unterstützen.

Autor:

Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel

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