Torwart-Debatte um Hoffenheims Baumann: Neuer-Comeback offen
- Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt die Richtung vor - auch beim Kader. (Archivbild)
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Sinsheim. Für Hoffenheims Torwart Oliver Baumann könnte sich die Rolle in der Nationalmannschaft kurz vor der WM noch einmal ändern. Bundestrainer Julian Nagelsmann schloss im ZDF-„Sportstudio“ ein Comeback von Manuel Neuer nicht aus. Eine endgültige Entscheidung über die Nummer eins im DFB-Tor steht weiterhin aus.
Nagelsmann ließ sich auch nach mehrfacher Nachfrage nicht zu einem klaren Ja für eine Rückkehr des 40 Jahre alten Bayern-Torwarts hinreißen. Ein Nein formulierte er jedoch ebenfalls nicht. „Es wird immer zuerst der Spieler kontaktiert. Das hat noch nicht stattgefunden“, sagte der Bundestrainer.
Baumann galt bisher als gesetzte Nummer eins
Für Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim hatte die Situation zuletzt klar gewirkt. Der 35-Jährige stand in allen sechs WM-Qualifikationsspielen im Tor der deutschen Mannschaft und galt nach weiteren Verletzungen von Marc-André ter Stegen als Favorit für das Turnier.
Nach dem Saisonende mit Hoffenheim erklärte Baumann, ihm liege weiterhin keine andere Information vor. „Das war mein Stand oder ist mein Stand. Ich habe keine andere Info“, sagte der Torhüter. Nagelsmann habe ihm zuvor das Vertrauen ausgesprochen.
Der Bundestrainer betonte jedoch, dass vor der endgültigen Kaderentscheidung noch Gespräche folgen sollen. Insgesamt kündigte er zahlreiche Telefonate mit möglichen WM-Kandidaten an.
Diskussion um mögliches Neuer-Comeback
Spekulationen über eine Rückkehr von Manuel Neuer hatten zuvor neue Fahrt aufgenommen. Medien berichteten bereits über eine mögliche Rolle rückwärts im DFB-Team. Nagelsmann wies solche Berichte jedoch zurück und erklärte, viele Details seien öffentlich gar nicht bekannt.
Neuer selbst hielt sich ebenfalls bedeckt. Nach der Meisterehrung mit dem FC Bayern sagte der Weltmeister von 2014, ein Comeback sei für ihn aktuell „kein Thema“. Gleichzeitig wirkte der Torwart entspannt und ließ damit Raum für Interpretationen.
Fragezeichen wegen Neuers Wade
Zusätzliche Unsicherheit bringt Neuers Fitness. Beim 5 zu 1 des FC Bayern gegen den 1. FC Köln wurde der Torwart nach rund einer Stunde ausgewechselt. Grund war ein Ziehen in der Wade.
In diesem Jahr hatte Neuer bereits mehrfach wegen Wadenproblemen pausieren müssen. Wie schwer die aktuelle Blessur ist, blieb zunächst offen.
Erfahrung gegen aktuelle Form
Für eine mögliche Rückkehr spricht Neuers enorme Turniererfahrung. Seit 2010 stand er bei allen großen Turnieren im deutschen Tor und gewann 2014 die Weltmeisterschaft.
Allerdings gab es in den vergangenen Jahren auch Rückschläge. Bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 schied Deutschland jeweils bereits in der Vorrunde aus.
Innerhalb der Nationalmannschaft genießt Neuer dennoch großes Ansehen. Bayern-Profi Leon Goretzka bezeichnete ihn als „den besten Torwart der Geschichte“. Auch DFB-Kapitän Joshua Kimmich äußerte sich ähnlich.
Die endgültige Entscheidung über den WM-Kader steht noch aus. Für Baumann aus Hoffenheim bleibt damit offen, ob er tatsächlich als Nummer eins in das Turnier geht oder ob Nagelsmann doch noch auf den erfahrenen Neuer setzt. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |