So wird der Garten tierfreundlich - Einfache Tipps für Vögel und Igel im Herbst
- Jetzt mit der Winterfütterung beginnen. Besser ist es, die Knödel ohne Netz in dafür vorgesehenen Behältern zu verfüttern. Die Krallen der Vögel können sich verheddern.
- Foto: Hannelore Schäfer
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Von Hannelore Schäfer
Heddesheim. Noch strahlt die Sonne. Der Herbst zog buchstäblich „golden“ ins Land. Zunächst unbemerkt wird es in der Natur zunehmend stiller. Ein Teil unserer gefiederten Gesellschaft hat sich bereits Richtung Süden verabschiedet. Wo zuvor munter gezwitschert, tiriliert und gepfiffen wurde, kehrt Stille ein. Das gilt auch für unsere heimische Vogelwelt, die der winterlichen Kälte und dem Futtermangel trotzt.
„Wer sich noch nicht für die Ganzjahresfütterung zur Unterstützung unserer freilebenden gefiederten Freunde entschieden hat, der sollte jetzt mit der Winterfütterung beginnen“, rät der Heddesheimer Vogelexperte und Naturfreund Kurt Klemm und fügt hinzu: „Die Vögel gewöhnen sich dann rechtzeitig an den Futterstandort.“ Außerdem sei es wichtig, das Füttern konsequent zumindest bis zum Ende des Winters beizubehalten.
Aber auch Gärten können für Vögel zu einem „Tischlein deck dich“ werden. „Lieber mal was stehen und liegen lassen“, rät Klemm. Gerade jetzt können Gartenbesitzer seiner Auffassung nach einiges tun, um den Vögeln auch in der kälteren Jahreszeit mit einem natürlichen Nahrungsangebot, wie Beerensträuchern, den Tisch zu decken sowie den Igeln ein angenehmes Winterquartier einzurichten. Noch sieht man die nachtaktiven Stacheltiere eilig ihrer Wege gehen, sie müssen sich die nötigen Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den Winter anfuttern. Rund 500 Gramm sollte ein Igel schon wiegen, bevor er sich für den Winterschlaf „einigelt“. Spezielle Igelstationen wie beispielsweise die Igelhilfe Neidenstein helfen bei Fragen und in Notsituationen gerne weiter.
Dem nützlichen Garten-Gast kann man auf einfache Weise zu einem gemütlichen Winterquartier verhelfen. „Wer dem Igel beim Bauen helfen will, kann eine mit einem Durchschlupf versehene Holzkiste mit einer Plane abdecken, mit Reisig befestigen und den Innenraum mit Stroh und Laub befüllen, schon ist der Unterschlupf fertig. Außerdem sind im Fachhandel sogenannte ,Igel-Burgen’ erhältlich, die von den Stacheltieren gerne angenommen werden“, weiß Klemm.
Und wenn der abendliche Gast besser noch ein bisschen Speck für den bevorstehenden Winterschlaf ansetzen sollte, empfiehlt sich ein kleines „Abendbrot“, bestehend aus Katzennassfutter mit hohem Fleischanteil, getreidefrei und ohne Gelee und Soße. „Zu trinken bekommen Igel frisches Wasser, aber keine Milch. Der darin enthaltene Milchzucker ist für sie unverdaulich und sie bekommen Durchfall“, warnt Klemm.
Als Gartenbesitzer kann man aber nicht nur den „Meckis“ helfen, sondern auch unseren gefiederten Freunden wirkungsvoll unter die Fittiche greifen. Vor allem die beerentragenden Sträucher und Hecken sollten jetzt nicht zurückgeschnitten werden, sie sind eine wahre Snackbar für Vögel, weiß Klemm. Sie dienten nicht nur als Futterquelle für Seidenschwänze und Rotdrosseln, die in der kälteren Jahreszeit als Futtergäste aus dem hohen Norden zu uns kommen, es profitierten auch heimische Weichfutterfresser wie Rotkehlchen und Amseln davon. Das massive Insektensterben trage zudem dazu bei, dass das Nahrungsangebot der Vögel zusehends schwinde, so Klemm.
Für verschiedene Vogelarten benötigt man natürlich auch verschiedene Futtersorten. Geeignet sind fetthaltige Flocken und Sämereien, aber auch Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse und ungesalzene Erdnüsse).
In Kunststoffnetze verpackte Meisenknödel sollte man besser nicht aufhängen. Es besteht die Gefahr, dass die Vögel sich mit ihren Krallen darin verheddern. Besser geeignet sind spezielle Futterspiralen zum Aufhängen, die mit Knödeln ohne Netz befüllt werden.
Das katzensichere Aufstellen einer flachen Schale mit Wasser erweist sich für unsere gefiederten Gäste ebenfalls als sinnvolle Maßnahme. Diese sollte ebenso wie die Futterstelle regelmäßig gereinigt werden. ha
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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