Neue Ausstellung "every now and again"
Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten präsentiert:


© Sophie Innmann, 2024, Foto: Konstantin Weber | Foto:  © Sophie Innmann, 2024, Foto: Konstantin Weber

  • © Sophie Innmann, 2024, Foto: Konstantin Weber
  • Foto: © Sophie Innmann, 2024, Foto: Konstantin Weber
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every now and again
mit Arbeiten von Ricoh Gerbl, Rafael Ibarra, Sophie Innmann, Irene Pätzug/Valentin Hertweck, Pfelder und Simone Zaugg

Eröffnung: Freitag 28. Juni, 19 Uhr
Begrüßung Veronika Witte
Einführung Simone Zaugg und Pfelder
Performances von Rafael Ibarra und Sophie Innmann

Ausstellung: 29. Juni – 31. August 2024, Di-Sa 11-19 Uhr

Every now and again – wörtlich übersetzt „Jedes Jetzt und nochmal“, sinngemäß „Von Zeit zu Zeit“. Diese Ausstellung untersucht das Spannungsfeld zwischen der Dringlichkeit des Jetzt und dem Bewusstsein für Zyklen und Wiederholungen. Die künstlerischen Beiträge machen das Phänomen Zeit auf vielschichtige Weise erfahrbar: Zirkuläre Bewegungen treffen auf punktuelle Ereignisse, Zeit scheint stillzustehen oder sich auszudehnen.

Sophie Innmann erforscht in ihren Langzeit-Performances, wie wir unsere Zeit nutzen und welchen Wert sie hat. Rafael Ibarras performative Skulptur hingegen zeigt, wie Bewegung zum Stillstand kommt. Simone Zaugg beleuchtet mit ihren kontextbezogenen Interventionen die Zeit, die in den Räumen des Kunstvereins als ehemalige Schule und Bibliothek gespeichert ist, und konfrontiert sich selbst und uns in einer 5-stündigen Performance mit dem Ende unseres Lebens. Pätzug/Hertweck schaffen mit ihren mechanisch animierten Interventionen physische Erfahrungsräume, die zum Verweilen einladen oder in zufallsgenerierte Zeitschleusen übergehen. Pfelder führt uns über einen Holzsteg an den „Fluss der Zeit“ in der Turmstraße und verführt uns zum kontemplativen „wasting time“. Zudem führt er uns in seinem Road Movie auf eine psychedelische Reise durch die endlose Nacht. Ricoh Gerbl gestaltet wandfüllende Tintenkleckse, die sie mit sinnhaften Texten versieht und mit dem Tintenkiller aus dem tiefen Blau hervorscheinen lässt. Der vermeintliche Fehler des Flecks wird so zum Träger poetischer Botschaften.

Kritisch, konstruktiv, spielerisch wie tiefgründig betrachten und hinterfragen die Künstler:innen sowohl unsere Zeit als auch das Konzept der Zeit an sich. Die Ausstellung ist Teil des 20-jährigen Jubiläums des Kunstvereins Tiergarten, das sich den Phänomenen von Zeit und Zeitlichkeit widmet.#

kuratiert von Pfelder und Simone Zaugg

Kurz-Bios:

Ricoh Gerbl ist in einem katholisch geprägten Dorf in Bayern aufgewachsen und zog mit vierundzwanzig Jahren nach Berlin. Nach vorübergehenden Aufenthalten in New York und Barcelona lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie stellte in Berlin, Wien, Rom, New York und Thessaloniki aus. Ihre Arbeiten wurden zuletzt u.a. gezeigt im ZAK – Zentrum für aktuelle Kunst, Berlin und Haus Kunst Mitte, Berlin. Sie erhielt mehrere Preise und Stipendien, zuletzt u.a. Neustart Kultur und Alfred-Döblin-Stipendium. Gerbl hat mehrere literarische Werke veröffentlicht und hatte Lesungen in Berlin, Leipzig, Bern und New York. Seit Dezember 2020 schreibt sie den literarischen Blog Bitch-Up.
www.ricohgerbl.de/bitch-up

Rafael Ibarra (*1986, Mexico City) studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin. Seine Werke wurden international ausgestellt, u.a. im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin; Experimental Museum El Eco, Mexico City; Kunsthaus Dahlem, Berlin und Neue Nationalgalerie, Berlin. Er gewann mehrere Preise und Stipendien, zuletzt Neustart Kultur. Seit 2021 ist er zudem als Musikproduzent und DJ in Berlin tätig.
www.rafaelibarra.de

Sophie Innmann studierte Malerei und Graphik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seit 2015 lebt und arbeitet sie ohne festen Wohnsitz. Arbeitsaufenthalte führten sie u.a. nach Paris, Barcelona, Minneapolis, Yogyakarta, Plowdiw und Elefsina. Der Logik dieses Lebenswandels folgend, interessiert sich Innmann für Netzwerk-Strukturen, Archivierung von Handlung, das Erscheinen und Verschwinden. Ein wichtiger Teil von Innmanns Praxis ist es, Künstlerinnen zu vernetzen, in gemeinsamen Projekten und von ihr kuratierten Ausstellungen wie ANTHROPOZÄNTA. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, u.a. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Kunsthalle Basel, MoMA Moskau oder Kunstmuseum Stuttgart. 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn.
www.sophieinnmann.com, www.goartist.de, www.anthropozaenta.org, www.mastodon.social/@Sophie@guerrill.art

Irene Pätzug (*1975, Dresden) und Valentin Hertweck (*1978, Bonn) arbeiten seit 2012 als Künstlerduo Pätzug/Hertweck gemeinsam an großformatigen Installationen, die sich unter Verwendung kinetischer Elemente mit dem Medium Raum auseinandersetzen. Pätzug studierte nach ihrer Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Kunsthochschule Weißensee sowie der Hochschule für Bildende Künste Dresden Bildhauerei. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Dresden. Hertweck ist gelernter Steinbildhauer und studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee freie Kunst im Fachbereich Bildhauerei. Er lebt und arbeitet in Berlin. Ihre gemeinsame Arbeit wurde u.a. ausgestellt im Centre Of Contemporary Art, Torun; DA Kunsthaus Kloster, Gravenhorst; Bärenzwinger, Berlin und Berlin Weekly sowie Festivals wie Skulpturen-Triennale Bingen, springhouse, Dresden; Localize acht und null, Potsdam und survive/raumohneraum im c/o Kunstpunkt Berlin.
www.paetzughertweck.de

Pfelder (*1965, Hamburg) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte klassische Archäologie und Kommunikationsdesign in Hamburg sowie Bildende Künste in Dresden. Er ist international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, u.a. Kunst am Bau, Grundschule von der Pfordten Straße, München-Laim; Installation im alten Spittel, Kaiserstuhl, Schweiz; Nationalmuseum Norwegen, Oslo, Norwegen; Gwangiu Biennale, Südkorea. Er erhielt mehrere Stipendien, zuletzt das Kuratoren-Stipendium für Projekträume und Neustart Kultur. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit produziert und kuratiert Pfelder zusammen mit Simone Zaugg seit über fünfundzwanzig Jahren internationale Kunstprojekte, die sich explizit mit urbanen und landschaftlichen Environments, Öffentlichkeit und öffentlichem Raum auseinandersetzen.
www.xn--kunst-ffentlicher-raum-zhc.de

Simone Zaugg (*1968, Bern) lebt und arbeitet in Berlin und Bern. Sie studierte Kunst und Erziehungswissenschaften an der Universität Bern und Schule für Gestaltung Bern. Ihre medienübergreifenden und kontextbezogenen Arbeiten versteht sie als Orte, an denen sich die Betrachter:innen durch Raum und Zeit bewegen. Zaugg ist international in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, zuletzt u.a. ZAK – Zentrum für aktuelle Kunst, Berlin; Museum Ephraim-Palais, Berlin; Musée Jurassien des Arts, Moutier; volume Kunstraum, Bern. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise wie u.a. das Neustart-Kultur-Stipendium oder das Continuer-Arbeitsstipendium. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit produziert und kuratiert Simone Zaugg zusammen mit Pfelder seit über fünfundzwanzig Jahren internationale Kunstprojekte, die sich explizit mit urbanen und landschaftlichen Environments, Öffentlichkeit und öffentlichem Raum auseinandersetzen.
www.simonezaugg.net

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Autor:

Uwe Marcus Rykov aus Wochenblatt Rhein-Neckar

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