Diese Kräuter sollen Glück, Gesundheit und Schutz bringen
- Blumen- und Kräutergebinde am Altar zu Maria Himmelfahrt.
- Foto: Anni Wawra kfd Ilvesheim
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Ilvesheim. „Wir freuen uns noch auf weitere Kräuter aus Ilvesheimer Gärten, und wer beim Binden der Kräutersträußchen mithelfen möchte, ist ebenfalls willkommen“, lässt die Vorsitzende der katholischen Frauen (kfd) Ortsgruppe Ilvesheim, Anni Wawra, wissen. Der Duft von Lavendel, Minze, Wermut, Estragon, Rosmarin und Co. soll am Freitag, 14. August, wieder den Flur des Gemeindehauses St. Peter erfüllen. Flinke Hände binden dort die Kräuter zu kleinen Sträußchen, die an den katholischen Feiertag „Maria Himmelfahrt“ und die damit verbundene Kräutersegnung erinnern. „Wir beginnen um 14 Uhr mit dem Binden. Hinterher gibt es als Belohnung Kaffee und Kuchen“, verrät Anni Wawra.
An Maria Himmelfahrt, Samstag, 15. August, werden die selbstgebundenen Sträußchen dann als kleine Heilsbringer von den katholischen Frauen an Gläubige verschenkt. Dieses Mal nicht im Rahmen eines Gottesdienstes, sondern bei einer Morgen-Andacht im weitläufigen Park der Heinrich-Vetter-Stiftung.
Eine Legende, die Maria und die Kräuter verbindet, besagt, dass wundersamer Kräuterduft das Grab Marias erfüllt haben soll. In Ilvesheim wird diese Verbindung zwischen Natur und Glaube seit rund 50 Jahren von den katholischen Frauen gepflegt. „Aus meinem Garten bringe ich Rosmarin, Pfefferminze und Stolzer Heinrich zum Binden mit“, lässt Anni Wawra wissen und fügt hinzu: „Freunde, Bekannte und Verwandte steuern zudem Pflanzen aus ihren Gärten bei und selbstverständlich sind weitere Pflanzenspenden willkommen. Es wäre schön, wenn wir trotz des Hitze-Sommers aus dem Vollen schöpfen könnten.“
Mindestens sieben verschiedene Kräuter sollten es schon sein, die zu einem Strauß gebunden werden. Die Zahl sieben steht für die Schöpfungstage, neun Kräuter für die heilige Dreifaltigkeit, zwölf für die Apostel und 14 Kräuter für die Nothelfer der katholischen Glaubenswelt. Fast jede einzelne Pflanze hat eine bestimmte Bedeutung. So soll beispielsweise Salbei zu Wohlstand, Weisheit und Erfolg verhelfen. Wermut verspricht Kraft, Mut und Schutz, Minze Gesundheit. Arnika schützt gegen Feuer und Hagel. Für Glück und Liebe steht die Kamille.
Mit der Kräuterweihe am 15. August erinnert die katholische Kirche an die Grabesöffnung Marias. Statt des Leichnams erblickten die Apostel dort duftende Blumen und vor dem Grab wuchsen die Lieblingskräuter der Gottesmutter, so sagt es die Legende. Seit dem 7. Jahrhundert feiert die katholische Kirche am 15. August die Aufnahme Marias in den Himmel.
Als Feiertag gilt dieser Tag in Deutschland nicht für alle. Lediglich im Saarland und in vielen bayerischen Regionen darf man dieses Privileg genießen. Vor allem im süddeutschen Raum treffen sich die Menschen in den Gemeinden, um Kräuter zu binden. „In früheren Jahren hängten die Leute das geweihte Kräutersträußchen in den Dachstuhl, um das Haus vor Blitz und Unwetter zu schützen, so ist es im Volksglauben überliefert“, weiß Anni Wawra. Laut Überlieferung sollen die geweihten „Kräuterbuschen“ auch dem Vieh unters Futter gemischt oder sogar unters Kopfkissen im Schlafzimmer gelegt worden sein, um das Eheglück zu erhalten.
„Wir stehen mit unseren Sträußchen bereits um 10.15 Uhr am Eingang des Parks der Heinrich-Vetter-Stiftung, um sie an die Besucher zu verschenken“, informiert Anni Wawra. Die Andacht beginnt um 10.30 Uhr und wird von Stiftungs-Mitarbeiter Hartwig Trinkaus geleitet, der auch auf die legendenumwobene Maria und ihre Aufnahme in den Himmel eingehen wird. ha
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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