Frühling im Schlosspark - Bunte Blüten, neue Bänke und viel Engagement
- Im Neckarhäuser Schlosspark beginnt es wieder zu blühen.
- Foto: Hannelore Schäfer
- hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl
Neckarhausen. „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.“ Beim Rundgang durch den Neckarhäuser Schlosspark kommt dem poetisch inspirierten Spaziergänger dieser Tage Eduard Mörikes Frühlingsgedicht in den Sinn. Die ersten bunten Frühlingsblüher recken ihre Köpfchen der Sonne entgegen und die Menschen tun es ihnen gleich. Das aus adligen Zeiten stammende botanische Kleinod ist allen zugänglich und mit dem „Verein der Schlossparkfreunde“ ist zudem eine rührige Instanz am Werk, die sich 1962 aus einer Bürgerbewegung heraus zum Erhalt des Parks gegründet hatte.
Zwischenzeitlich kümmern sie sich zusammen mit der Gemeinde um das Refugium aus gräflicher Zeit, in dem Vertreter aus mehreren Herren Ländern gemeinsam Wurzeln geschlagen haben. Unter deren schattigem Blätterdach laden zahlreiche Bänke zum Verweilen und Entspannen ein. „In den kommenden Tagen wird noch ein von den Parkfreunden gestiftetes ,Schwätz-Bänkle’ hinzukommen“, informierte der Vorsitzende der Schlossparkfreunde, Herbert Wehrle. Der von der Gemeinde organisierte monatliche Treffpunkt mit Rathaus-Mitarbeiterin Lena Weber soll an frühere Zeiten erinnern, als die Menschen noch vor ihren Häusern auf einem Bänkle saßen und miteinander schwätzten. Auch den steinernen Tisch unter der großen Platane wollen die Schlossparkfreunde wieder auf Vordermann bringen lassen.
Aktuell blüht es im Schlosspark besonders schön. Krokusse, Veilchen und andere Frühlingsblüher ziehen buchstäblich ihre Bahnen. Lenzrosen haben bereits ihre Blüten entfaltet und in Kürze werden auch die Narzissen ihren Blütenkranz in strahlendem Gelb aufblättern. „Vor ein paar Jahren wollte die Gemeinde im Schlosspark mal etwas Besonderes ausprobieren. Mit einer Art Pflug wurde die Grasnarbe geöffnet und säckeweise Blumenzwiebeln zur Verteilung in den Behälter gefüllt und maschinell gepflanzt“, berichtet der Vorsitzende. Die Zwiebelpflanzen seien mehrjährig und werden nach dem Verblühen einfach abgemäht. „Diesen frühlingshaften Blütenschmuck im Schlosspark hat unser Verein weitestgehend finanziert, auch die Anpflanzung von Stauden durch die Gemeinde wurde von uns gefördert und wir haben diverse Pflegemaßnahmen übernommen“, listete Wehrle auf. Seit der Gründung des Vereins investierten die ehrenamtlichen „Parkwächter“ ein beträchtliches Sümmchen in das grüne Idyll.
Während zwei Jogger gerade ihre Runden drehen, weist der Vorsitzende auf den „Durchblick“ im Park hin, der das Areal als englischen Landschaftsgarten ausweist. Dazu gehören die „Sichtachsen“, die einen freien Blick aufs Schloss gewähren. Was die Baumvielfalt angehe, gehört neben den einheimischen Gewächsen auch ein „bisschen Exotik“ dazu. Ursprünglich wurde die gräfliche Gartenlust ab 1783 nach den Plänen des berühmten Landschaftsarchitekten und Gartenkünstlers Friedrich Ludwig von Sckell (1750 bis 1823) angelegt. Mit der Umgestaltung des jetzigen Parks vom Nutzgarten zum Landschaftsgarten im englischen Stil wurde allerdings erst 1828 - fünf Jahre nach Sckells Tod –unter Alfred von Oberndorff begonnen. Das besondere Flair dieser Parkanlage, um die sich Geschichte und Geschichtchen ranken, hat die Zeit nicht nur überdauert, sie gewinnt auch neue Freunde. „Seit kurzem übernehmen wir, als Schlossparkfreunde, den Getränkeausschank bei den Schloss-Konzerten im ehemaligen Adelssitz, zu denen auch Besucher von außerhalb kommen. Sie sind nicht nur von der Musik, sondern auch von der wiedererwachten Natur im grünenden und blühenden Refugium begeistert“, lässt Herbert Wehrle wissen. ha
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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