Eines der schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands:
„Seit langer Zeit ein Hotspot“

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Waghäusel/Oberhausen. Die Stadt Waghäusel hat sozusagen vor der Haustür eines der schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands. Doch man sollte diese Besonderheit auch einmal gesehen und bewundert haben, sagte sich die Wählervereinigung der “Unabhängigen“ Waghäusel und ermöglichte ihren Freunden und Sympathisanten einen Rundgang mit vielen Aha-Erlebnissen.
„Ein solches Refugium muss erhalten und geschützt werden. Denn wir haben auf dieser Gemarkung ein Vorzeigegebiet, auf das wir mordsmäßig stolz sein können.“ So lautete die Botschaft des Tages. Um die vielen Merkmale vor Ort festzustellen und wirken zu lassen, hatten die „Unabhängigen“ mit Kerstin Siegrist an der Spitze zu einer zweieinhalbstündigen Führung durch die Wagbachniederung eingeladen.
Als Leiter der Exkursion stand Diplom-Biologe Ulrich Mahler zur Verfügung, ehemaliger Mitarbeiter des Regierungspräsidiums: ein exzellenter Kenner der Örtlichkeiten, der Pflanzen- und Tierwelt.
„Solche romantischen Wege finden sich nirgendwo sonst“, schwärmten einige Teilnehmer. Obwohl die Wagbachniederung immer den Zusatz Waghäusel führt, befindet sich das Areal bereits auf der Gemarkung der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen. Das Gebiet liegt in einer uralten Rheinschlinge. Bis zur Aufgabe der Produktion im Jahre 1995 wurde es zum großen Teil von der benachbarten Zuckerfabrik für Schlammklär-Ablagerungen genutzt.
Derzeit umfasst die Wagbachniederung - zwischen der alten B 36 und der L 560 - auf einer Fläche von 224 Hektar eine große Vielzahl von unterschiedlichen Biotopen, so zwei große Wasserflächen, im Flachwasser stehende Schilfbestände, Schlammflächen, Nasswiesen und Riedflächen, aber auch Gebüsche, Hecken und Baumgruppen.
Zwischen 500 und 1.000 Kilogramm Karpfen werden jährlich von einem Berufsfischer geangelt, informierte Mahler über den Fischreichtum. Unterwegs sind auffallend viele Kormorane, etwa 80 Brutpaare. Die Großfläche ist ein europaweit wichtiger Brut- und Rastplatz für heimische und durchziehende, vom Aussterben bedrohte Vogelarten - und zählt zu den bedeutendsten Vogelschutzgebieten in ganz Deutschland.
Seit 1983 ist die Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier sind mehr als 300 verschiedene Vogelarten zuhause, etwa Kormorane, Entenvögel, Schwäne, Rohrweiher, Fischadler, Haubentaucher, Rohrsänger, Neuntöter und Kuckuck.
Entdecken lässt sich auch der sonst nur im Mittelmeerraum beheimatete Purpurreiher, dessen nördlichstes Verbreitungsgebiet hier bei Waghäusel ist. Dabei dürfte es sich um die größte Purpurreiher-Kolonie in Deutschland handeln. Wohl fühlen sich die etwa zehn vorhandenen seltenen Eisvögel. Zu den Prachtexemplaren zählen die Blaukehlchen.
Für Ornithologen aus vielen Ländern ist die Wagbachniederung seit langer Zeit ein Hotspot.
Von der alten Bundesstraße B 36 aus, die heute als schöner Radweg zwischen Neulußheim und Waghäusel dient, ist das Gelände gut einsehbar. Fußwege führen mitten durch das Gelände und ermöglichen einmalige Empfindungen.
„Eine Führung durch diese Naturschönheit ist unbedingt empfehlenswert“, fassten Vorsitzende Kerstin Siegrist und Fraktionschef Roland Liebl die Eindrücke zusammen. Wer kommunalpolitisch tätig ist, sollte hier schon einmal gewesen sein und sich über das – mitunter zu wenig beachtete - kleine Paradies gefreut haben.

Autor:

Werner Schmidhuber aus Waghäusel

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