Ältestes Fachwerkhaus hat geöffnet:
Blick in die 120 Jahre alte Küche

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Waghäusel-Wiesental.
Abwechslungsreich geht es beim 26. „Tag des offenen Denkmals“ zu, wenn die Heimatstube in der Wagbachstraße 48 am Sonntag, 8. September, von 14 bis 17 Uhr die Tür öffnet. Das kleine unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus ist 1795 erbaut worden: in einer unruhigen, kriegerischen Zeit. Damals erhob sich noch die Philippsburger Reichsfestung als mächtigstes Bollwerk am Rhein.
Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Ziel dieses Tages ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.
An diesem Tag ist eine Sonderausstellung unter dem Motto „Was war vor dem Thermomix? – Küchengeräte unserer Großeltern“ zu sehen. Heute bestimmen elektrisch angetriebene Geräte den modernen Haushalt. Auch die Digitalisierung schreitet hier voran. Schnell- und Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe oder aus der Dose sind weit verbreitet.
In der Küche der Heimatstube, in der sogenannten „guten Stube“ und vor dem Häuschen werden die früher verwendeten, ausschließlich von Hand betriebenen Küchengeräte präsentiert. Die frischen Zutaten wurden zum größten Teil im eigenen Garten angebaut und die Tiere für den Fleischbedarf im eigenen Stall großgezogen und geschlachtet. Diese Nahrungsmittel mussten auf dem mit Holz und Kohlen befeuerten großen Herd zubereitet werden.
Mehr als 10.000 Besucher haben seit Eröffnung 1984 die Heimatstube an der Ecke der Wagbachstraße/Lerchenstraße besichtigt und das Wohnhaus im Einrichtungsstil um 1900 in Augenschein genommen. Auf 50 Quadratmeter zusammengepfercht lebten zeitweise sieben Personen.
Die Gemeinde Wiesental erwarb 1965 die Immobilie, restaurierte sie und schuf ein kleines Heimatmuseum. Bald nach seiner Gründung 1981 übernahm der Heimatverein die Verwaltung des Häuschens und stattete es mit Einrichtungsgegenständen der Zeit um die Jahrhundertwende aus.
Wer weiß schon, wie die Wohnhäuser vor 220 Jahren aussahen und wie die Vorfahren vor über 120 Jahren lebten? Und in welchen armseligen Verhältnissen? Das alles lässt der Tag des offenen Denkmals gegenwärtig werden.

Autor:

Werner Schmidhuber aus Waghäusel

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