Stürzen sich voll in die Arbeit
Sandra Zieger und Martina Misch als neue Kapellen-Hüterinnen
- Martina Misch und Sandra Zieger
- Foto: W. Schmidhuber
- hochgeladen von Werner Schmidhuber
Waghäusel-Wiesental. Die zwei neuen Kapellen-Hüterinnen und -Wächterinnen stürzen sich voll in ihre Arbeit. Im Oktober vergangenen Jahres erfolgte die Schlüsselübergabe von Armella Fasthuber an das Duo Sandra Zieger und Martina Misch, die jetzt als „Hausmeisterinnen“ die Marienkapelle am Ortseingang von Wiesental in Obhut nehmen.
Bald nach ihrem Amtsantritt haben sie einen Weihnachtsbaum fürs Kapelli – wie die Wiesentaler dazu sagen - organisiert, den Schmuck dazu besorgt und eine schöne Krippe aufgestellt. Auf dem Vorplatz standen zwei Holzstämme mit Nikolausgesichter. Vor Weihnachten organisierten die beiden Frauen auch einen Vor-Ort-Glühweintreff. Wie ihre Vorgängerin wollen sie für ein würdiges Ambiente sorgen. Gleichfalls kümmern sie sich um Blumenschmuck und Kerzen - alles ehrenamtlich und unentgeltlich.
Mit der Einweihung der restaurierten Gebetsstätte ist auch eine Weitergabe der Schlüsselgewalt einhergegangen. Beide Frauen haben den bisherigen Verantwortungsbereich der jetzt 82jährigen Armella Fasthuber angetreten. „Wir tun das mit Freude.“ Ohne zu zögern, erklärten sie sich für den Kapellendienst bereit. Nach eigenem Bekunden übernehmen sie mit Begeisterung die Nachfolge, wofür sich die Initiative „Rettet ‘s Kapelli“ dankbar zeigt.
„Wir sind stolz, für diese Aufgabe verantwortlich zu sein“, sagt Sandra Zieger. Über den Winter gab und gibt es zwei Öffnungstage. Regelmäßige Öffnungszeiten sind ab Frühjahr und über den Sommer und Herbst vorgesehen.
In der Überlegung sind auch einige „Events“, um die Attraktivität des Wahrzeichens von Wiesental zu steigern: sowohl im Innern des Gebäudes als auch auf dem von der Stadt neu gestalteten Vorplatz. Das Rosenkranzgebet, das auf das Jahr 1409 zurückgeht, soll wieder ins Leben gerufen werden. Auch ist geplant, hin und wieder eine Andacht in der historischen Marienkapelle von 1894 zu ermöglichen, in der ein Bildstock aus der Zeit um 1720 steht.
„Unsere Bilanz fällt positiv aus: Es macht mordsmäßig Spaß, mit meiner Kollegin Martina Misch das Kapelli zu hegen und zu pflegen“, sagt Sandra Zieger, die in der Nähe wohnt. „Unsere ehrenamtliche Arbeit wird von den Besuchern vielfach gelobt.“ Erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen zeigt sich auch ihre Kollegin.
Seit der Theateraufführung ihres Jahrgangs zur 725-Jahrfeier von Wiesental auf dem Kapellenplatz sei ihr die Gebetsstätte ans Herz gewachsen, bekundet Martina Misch. „Jetzt wollen wir versuchen, wieder Leben in das sanierte Bauwerk zu bringen. Wir haben schon etliche Ideen, was wir alles machen können.“
Jahrzehntelang kümmerte sich Armella Fasthuber um alles Notwendige, passte auf, putzte und schaute nach dem Rechten. Täglich schloss sie morgens die schwere Tür auf – und abends wieder zu. Bei Bedarf rückte die gute Frau mit Eimer, Lappen und Staubwedel an. „Das Kapelli ist in guten Händen geblieben“, heißt es in der Wiesentaler Bevölkerung.
Autor:Werner Schmidhuber aus Waghäusel |
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