Wer kennt sie noch:
Die legendäre Rosenhalle in Wiesental
- Nach dem Brand
- Foto: W. Schmidhuber
- hochgeladen von Werner Schmidhuber
Waghäusel-Wiesental. Die „Rosenhalle“ als eines der markantesten Gebäude von Wiesental hat jeder in der Region gekannt. Entstanden ist sie um das Jahr 1922. Als erste Besitzer werden Fabian Woll und seine Frau Barbara Regina genannt. Die Gattin trug in der angrenzenden Wirtschaft „Zur Rose“, Eingang Lußhardtstraße 1, und auch an der Rosenhalle-Eingangskasse die Verantwortung. Fabian Woll hatte das Metzgerhandwerk gelernt. Dort, wo der spätere Innenhof des Eiscafes Sarde war, wurde geschlachtet. Sowohl die Wurst als auch das Fleisch stand auf der Speisekarte des Wirtshauses.
1937 zerstörte ein Brand die komplette Rosenhalle.
In einem Bericht heißt es dazu:
„Zum Festausklang lud der Sängerbund zu einer Tanzveranstaltung ein. Der Zuspruch der Bevölkerung war groß und die Halle überfüllt. Gerade spielte die „Tanzkapelle Stöckel“ einen „Rheinländer“, als der Mann am Klavier „Feuer! Feuer!“ rief.
Das Feuer fand in den Kulissen reichlich Nahrung und breitete sich mit großer Schnelligkeit aus. Bald brannte die Decke mit dem Dach lichterloh: eine Holzkonstruktion mit Dachpappe.
Zu Schaden kam gottlob niemand. Infolge der sommerlichen Temperaturen standen Türen und Fenster weit offen, so dass sich alle Besucher aus der ebenerdigen Halle ins Freie retten konnten.“
Soweit die Presse.
Später wurde das Dach bei einem Sturm komplett abgedeckt. Doch Fabian Woll baute seine Rosenhalle immer wieder auf. Aus dem einstigen auffälligen Runddach wurde schließlich ein Giebeldach.
Die Rosenhalle war jahrzehntelang das stets gutbesuchte Kulturzentrum von Wiesental: Vereinsfeiern, Konzerte, Theateraufführungen, Wettbewerbe im Ringen, Turnen und Kunstradfahren, Tanzveranstaltungen und Maskenbälle gab es zu erleben. Der heutige Vorplatz vor dem zuletzt dort untergebrachten NKD diente als willkommener Biergarten der Rosenhalle.
1963 beendete Fabian Woll die Wirtschaft und baute sie zu Wohnzwecken um. Der Saal blieb noch bis 1969 erhalten. Nach dem Umbau mietete die Supermarktkette Gödecke das Gebäude, dann kamen Nanz und Lidl, gefolgt von der AWO-Schatzgrube, dem türkischen Supermarkt Green Garden und dem NKD.
Autor:Werner Schmidhuber aus Waghäusel |
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