Info Weltladen Schifferstadt
Für die Menschenrechte: Amnesty International am 20. Juni zu Gast im Weltladen Schifferstadt
- Foto: Weltladen Schifferstadt
- hochgeladen von Cornelia Grüninger
Die Ortsgruppe Schifferstadt von Amnesty International ist am 20. Juni in der Zeit von 10 bis 13 Uhr Gast im Weltladen Schifferstadt, Kleine Kapellenstraße 4. Im Mittelpunkt stehen an diesem Tag die besorgniserregenden Menschenrechtslagen in Madagaskar und Nicaragua. Alle Interessierten haben vor Ort die Möglichkeit, sich zu informieren und durch ihre Unterschrift auf dringenden Appellbriefen aktiv Druck auf die jeweiligen Regierungen auszuüben.
Madagaskar: Repressionen nach dem Militärputsch
Nachdem im Oktober 2025 die madagassische Regierung durch einen Militärputsch gestürzt wurde und der damalige Militärführer das Präsidentenamt übernahm, hat sich die innenpolitische Lage im Land drastisch verschlechtert. Kritik an der neuen Führung oder auch nur der vermeintliche Kontakt zu Mitgliedern der ehemaligen Regierung werden im Keim erstickt; es kommt vermehrt zu willkürlichen Verhaftungen.
Amnesty International lenkt den Blick mit zwei konkreten Briefaktionen auf das Schicksal von Betroffenen:
• Rakotoarijaona Vonimahery: Der junge Mann wurde verhaftet, nachdem er eine Chat-Unterhaltung mit einem ehemaligen Politiker geführt hatte. Ihm wird nun die Teilnahme an einer „kriminellen Verschwörung“ vorgeworfen.
• Sylvain Rabetsaroana: Der Senator der ehemaligen Regierung wurde im März dieses Jahres ohne Angabe von Gründen inhaftiert. Der offensichtliche Anlass ist allein seine Zugehörigkeit zur früheren demokratischen Regierung.
Nicaragua: Tod in staatlichem Gewahrsam
Ein weiterer Fokus der Aktion liegt auf Nicaragua und dem Schicksal von Brooklyn Rivera Bryan. Als Mitbegründer der indigenen Bewegung und Partei Yatama sowie als Abgeordneter der Nationalversammlung war er einer der wichtigsten Vertreter des indigenen Miskito-Volkes und ein langjähriger Verfechter der Autonomie an Nicaraguas Karibikküste.
Nachdem sich Rivera im September 2023 vor den Vereinten Nationen kritisch gegen das Regime von Daniel Ortega geäußert hatte, wurde er festgenommen. Seine Familie wurde monatelang im Unklaren über seinen Aufenthaltsort gelassen. Am 30. Mai 2026 verstarb Rivera im Alter von 73 Jahren in staatlichem Gewahrsam in Managua. Familie, Menschenrechtsorganisationen und internationale Stellen ziehen die offiziellen Angaben stark in Zweifel. Amnesty International fordert mit einem Appell eine lückenlose und unabhängige Untersuchung der Todesumstände.
Hintergrund & Mitmachen: Die Briefe von Amnesty International richten sich direkt an die Verantwortlichen in den jeweiligen Ländern. Da Regierungen durchaus auf internationalen Druck und den Blick der Weltöffentlichkeit reagieren, zählt jede Unterschrift.
• Wann: 20. Juni 2026, 10:00 – 13:00 Uhr
• Wo: Weltladen Schifferstadt, Kleine Kapellenstraße 4
Autor:Cornelia Grüninger aus Böhl-Iggelheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.