Heimatverein Dudenhofen und Spitz&Stumpf realisieren unter Coronabedingungen Veranstaltungen mit 300 Teilnehmenden
2 x 150 = 100% Pfalz

Neustart des Kulturlebens in der Festhalle Dudenhofen: 100% Pfalz = 2 x 150 Kulturbegeisterte - Verein für Heimatgeschichte und-kultur realisiert unter Coronabedingungen an zwei Tagen restlos ausverkaufte Nachholveranstaltungen mit Spitz&Stumpf mit 300 Teilnehmenden. | Foto: cke
  • Neustart des Kulturlebens in der Festhalle Dudenhofen: 100% Pfalz = 2 x 150 Kulturbegeisterte - Verein für Heimatgeschichte und-kultur realisiert unter Coronabedingungen an zwei Tagen restlos ausverkaufte Nachholveranstaltungen mit Spitz&Stumpf mit 300 Teilnehmenden.
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(DUDENHOFEN): Mit „Hurtig im Abgang“ begann am vergangenen Wochenende der Neuanfang des kulturellen Lebens in Dudenhofen: Nach monatelanger Schließung der örtlichen Veranstaltungsstätten gelang dem Verein für Heimatgeschichte und-kultur Dudenhofen e.V. nun im dritten Anlauf, das Duo Spitz&Stumpf aus der coronabedingten Altersteilzeit zu locken. Ein schwieriges Unterfangen, da die zwei Pfälzer Originale - zumindest auf dem Papier- ja schon lange ihren Ruhestand auf einem einsamen Leuchtturm in „Hochdeutschland“ oder auf Kreuzfahrt in die Antarktis und nach Zentralafrika gebucht hatten.
          
Irgendwie stellte das Abschiedsprogramm um Friedel Spitz (Bernhard Weller) und Eicheen Stumpf (Götz Valter) nicht nur fiktive Gestalten, sondern ein Abbild unserer Gesellschaft und der gegenwärtigen Situation dar. Das legendäre Weingut muss nach einer langen Durststrecke neue Wege gehen: Visionen und erforderliche Investitionen rund um den Ausbau (Wein-Lounge ohne Wingert, aber mit Event-Charakter und 0,5-Stilgläsern) entpuppen sich in wirtschaftlicher Hinsicht als nicht realisierbare Träumerei, die hochkonjunkturellen Immobilienpreise verleiten Eugen - dem besten Produzenten und Konsumenten seines Weins - zum Verkauf. Friedel - Cunsulter mit BASF-Vergangenheit und "Fackel der Fachkompetenz" - flüchtet wegen des vielzähligen Dummgebabbel um ihn herum, in die Einsamkeit (Leuchtturm) und Eugen möchte nach all dem langen Stress endlich die gemeinsame Zeit mit seiner (imaginären) Frau Mathild fern ab auf hoher See, nebst Landgang nach Zentralafrika, genießen.
        
Die Dialoge der beiden Protagonisten stehen (nicht nur in der Pfalz) somit auch sinnbildlich für die Eindeutigkeit solcher uneindeutigen Unterhaltungen unter Männern. Klarheit besteht hingegen im Engagement für eine gemeinsame Sache, den „Schorle-Zirkel e.V“, der sich insbesondere gegen die in der Pfalz verpönten 0,2- und 0,4-Litergläser richtet. Wort- Tanz- und Sangesgewaltig schallte das politische Statement sodann auch als inbrünstiger Pfälzer Rap durch die Festhalle („hähähä – will e Vertel und kä null-zwää“ … was geht ab bei Dir – will nen Schoppen und net null-vier). Ob die in Noten gefasste Genuss-Philosophie mittlerweile patentiert wurde oder gar gemeinsam mit dem ebenso dargebotenen „Duddesupp-Song“ irgendwann die regionalen Radiosender infiltrieren wird, lies das Duo indes unbeantwortet.
       
In Dudenhofen schloss sich nun der Kreis; die Karriere der beiden Pfälzer Comedians begann vor 25 Jahren in der Ortsgemeinde. Ihre Abschiedsvorstellung in der Festhalle stellte mitunter aber auch einen Neuanfang dar: Friedel&Eugen hängen zwar ihre alten Kappen an den Nagel und all die angesammelten Gutscheine der letzten Jahrzehnte für „Spitz und Knopp, Stütz und Strumpf“ oder „Stumpf und Stiel“, werden verfallen.
    
Weller&Valter zeigen sich aber offen für Neues und werden ihrem Publikum wohl auch im Rentnerdasein auf den Bühnen erhalten bleiben: Durch die euphorisch eingeforderten Zugaben des Publikums schossen sodann vielfältigste Betätigungsgebiete und Gerüchte ins Kraut, die von langjährigen Nachholterminen ihrer schon vor Corona geplanten Abschiedstournee bis hin zur Intensivierung neuer digitaler Angebote (Ausbau der praktischen, ursprünglich für sündige Nicht-Pfälzer entwickelten Beicht-App mit Absolutionsfunktion) reichen könnten. Ein dauerndes Engagement im Historischen Museum zu Speyer in Gestalt einer ständigen Replik der salischen Kaiser scheint indes verbrieft zu sein. Ob die Besetzung der Stadt Speyer durch die Dudenhofener Bevölkerung im Jahr 1716 später einmal auch Einfluss in das Repertoire des Pfälzer Komikerpaars finden wird, bleibt als stille Hoffnung des Verfassers dieses Berichts.
  
Welche Schwerpunkte die Beiden in Zukunft letztendlich setzen, bleibt abzuwarten, denn vieles „Konn man mache, wenn man will, abber losse konn man‘s aah“. (cke.)

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Autor:

Clemens Keller aus Römerberg-Dudenhofen

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