Rheinstettens OB Sebastian Schrempp über den Breitbandausbau in Neuburgweier
"Wir prüfen den nächsten logischen Schritt"

„Diese Form der Breitbandversorgung wird zu Recht erwartet“, betont Rheinstettens OB Schrempp.
  • „Diese Form der Breitbandversorgung wird zu Recht erwartet“, betont Rheinstettens OB Schrempp.
  • Foto: Rheinstetten
  • hochgeladen von Jo Wagner

Rheinstetten. Genau ein Jahr ist es her, dass Vertreter der "Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe" (BLK), der Stadt Rheinstetten und des Telekommunikationsunternehmens "inexio" den 100. Kunden im Breitbandnetz der Kommunen im Landkreis Karlsruhe feierten. Aber wie wird das Netz jetzt, eineinhalb Jahre nach Inbetriebnahme, genutzt? Zeit, bei Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp nachzufragen, wie der Ausbau ankommt - und auch, was in Zukunft noch geplant ist. (ps)

???: Warum haben Sie sich damals entschlossen, bei dem Ausbau der Kommunen im Landkreis Karlsruhe mitzumachen?
Sebastian Schrempp: Rheinstetten ist eine moderne Stadt, die ihren Einwohnern und Besuchern eine gute Infrastruktur bietet. Heutzutage gehört hier ein schneller Internetzugang genauso selbstverständlich dazu wie Gas, Wasser und Strom. Deshalb hat der Gemeinderat der Beteiligung am Zusammenschluss der Kommunen und dem Landkreis zugestimmt. Erst dadurch wurde der Breitbandausbau in dem - bis dahin schlecht versorgten Neuburgweier - möglich.

???: Was sagen Sie zu der Kritik, dass die Kommune dem Unternehmen "inexio" quasi einen Wettbewerbsvorteil verschafft hat - und andere Anbieter ausbremst?
Schrempp: Der Ausbau in Neuburgweier war für die Kommune eine große Anstrengung, die ich uns gerne erspart hätte. Die Stadt Rheinstetten hat jahrelang versucht, ein Telekommunikationsunternehmen davon zu überzeugen, die Infrastruktur in Neuburgweier auszubauen. Die "Telekom" hat z. B. in einer Netzbetreiberabfrage bekundet, dass kein Interesse an einem Ausbau der ländlichen Gebiete – und dazu gehört nun mal auch Neuburgweier – besteht. Daraufhin haben sich die Gemeinden im Landkreis zusammengeschlossen und den Breitbandausbau selbst vorangetrieben. Das entstandene Netz in Neuburgweier ist aber grundsätzlich offen und kann von allen Anbietern für ihre eigenen Produkte genutzt werden, gerade auch die Telekom kann die städtischen Leitungen mieten. Genauso, wie viele andere seit Jahren Leitungen bei der "Telekom" anmieten. Von einer Einflussnahme auf den Wettbewerb durch die Stadt kann also nicht die Rede sein. Zumal durch das Betreibermodell in einem transparenten Ausschreibungsverfahren lediglich die Installation der Aktivtechnik, der tatsächliche Netzbetrieb und die Sicherstellung der Infrastruktur an den einzigen Bewerber, die Firma "inexio", vergeben wurde. Dies wird sich vor allem bei Störungen als durchaus praktisch erweisen, denn dann haben die Nutzer nur einen Ansprechpartner.

???: Wie sieht die Resonanz in Neuburgweier aus?
Schrempp: Bisher sind über 200 Verträge aktiv – da ist noch deutlich Luft nach oben. Allerdings liegt das bei vielen auch an den Laufzeiten der bisherigen Verträge, die erst gekündigt werden müssen. Wenn ich unterwegs bin und mit den Menschen ins Gespräch komme, stellt sich oft heraus, dass diese Art der Breitbandversorgung befürwortet, ja auch regelrecht erwartet wird. Und das zu Recht.

???: Und wie sieht es in den anderen beiden Stadtteilen aus?
Schrempp: Im vergangenen Jahr hat die "Telekom" durch den Ausbau mit der "Vectoring-Technologie" die Geschwindigkeiten in Mörsch und Forchheim flächendeckend erhöht. In Mörsch liegt das maximale Tempo beim Herunterladen inzwischen bei bis zu 100 Megabit (MB) pro Sekunde. Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud wurden damit möglich. Besonders freue ich mich über die deutliche Verbesserung in den bisher unterversorgten Gebieten, wie Bach West. In Forchheim kann man jetzt mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MB im Download surfen, aber auch hier soll nach aktuellem Planungsstand im Laufe des Jahres weiter aufgerüstet werden.

???: Wie geht es in Neuburgweier weiter?
Schrempp: Momentan prüfen wir den nächsten logischen Schritt: Die Glasfaseranbindungen direkt in die Häuser. Das lohnt sich allerdings nur, wenn möglichst viele Neuburgweirer das Breitbandnetz auch nutzen!

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