Truppenabzug in Ramstein? USA holen 5.000 Soldaten aus Deutschland
- Pentagon ordnet Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland an. (Archivbild)
- Foto: Molly Riley/White House/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Ramstein. Die US‑Militärpräsenz in Deutschland wird kleiner. Rund 5.000 amerikanische Soldaten sollen in den kommenden Monaten abgezogen werden. Das betrifft auch wichtige Standorte in Rheinland Pfalz wie die Ramstein Air Base.
US‑Verteidigungsminister Pete Hegseth ordnete den Schritt nach Angaben des Pentagons an. Ein Sprecher teilte mit, dass der Abzug voraussichtlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein soll. Grundlage sei eine Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa.
Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums soll die Entscheidung besser zu aktuellen Einsatzgebieten und den Bedingungen vor Ort passen.
Deutschland bleibt zentraler Standort
Trotz der geplanten Reduzierung bleibt Deutschland einer der wichtigsten US‑Militärstandorte in Europa. Besonders bedeutend sind Einrichtungen wie
- das Europa‑Hauptquartier EUCOM in Stuttgart
- die Ramstein Air Base in Rheinland Pfalz als zentrales Drehkreuz der US‑Luftwaffe
Von diesen Stützpunkten aus werden unter anderem Einsätze im Nahen Osten organisiert. Dort sind Truppen stationiert. Drohnen werden gesteuert. Auch Verwundete werden über diese Infrastruktur versorgt.
Nach Angaben des US‑Militärs waren Mitte April rund 86.000 amerikanische Soldaten in Europa stationiert. Etwa 39.000 davon befanden sich in Deutschland. Die Zahlen schwanken regelmäßig durch Übungen und Rotationen.
Ähnliche Pläne gab es bereits früher
US‑Präsident Donald Trump hatte schon in seiner ersten Amtszeit angekündigt, das Kontingent in Deutschland deutlich zu verkleinern. Damals sollten etwa 12.000 Soldaten abgezogen werden. Ein Teil sollte innerhalb Europas verlegt werden. Andere sollten in die USA zurückkehren. Der Plan wurde später von seinem Nachfolger Joe Biden gestoppt.
Der US‑Kongress hat inzwischen eine Schutzregel beschlossen. Die Zahl der dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa‑Kommandos stationierten Soldaten darf nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Andernfalls sind zusätzliche Berichte und Prüfungen erforderlich.
Politische Spannungen zwischen Trump und Merz
In den vergangenen Monaten hatte die US‑Regierung zunächst signalisiert, die Truppenstärke in Deutschland beibehalten zu wollen. Bundeskanzler Friedrich Merz berichtete nach einem Treffen mit Trump in Washington, die USA wollten an der Präsenz festhalten.
Zuletzt verschlechterte sich jedoch das politische Klima zwischen beiden Seiten. Hintergrund sind kritische Äußerungen des Kanzlers zum amerikanischen Vorgehen im Konflikt mit dem Iran. Trump reagierte darauf öffentlich mit scharfer Kritik.
Der Kanzler erklärte später, das persönliche Verhältnis zum US‑Präsidenten sei aus seiner Sicht weiterhin gut und die Gespräche liefen weiter. dpa/red
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |