„100 Jahre Frauenwahlrecht“ und „30 Jahre Gleichstellung im Rhein-Pfalz-Kreis“
Jubiläumsveranstaltung in Mutterstadt

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Mutterstadt. Zur Vernissage der Ausstellung „Frauenpolitischer Aufbruch – Der Kampf um das Frauenwahlrecht“ haben die Gleichstellungsbeauftragen des Rhein-Pfalz-Kreises, Heidi Wittmann, und der Gemeinde Mutterstadt, Christine Franz, geladen. An diesem Abend gab es gleich zwei gute Gründe zum Feiern: „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und „30 Jahre Gleichstellung im Rhein-Pfalz-Kreis“.
Vor vollem Haus ließ Heidi Wittmann die vergangenen 30 Jahre Revue passieren: die Aufbauarbeit zu Beginn, die Vernetzung der Frauenverbände, die Zusammenarbeit in Arbeitskreisen und das Aufzeigen von Themen in der Öffentlichkeit, die auch heute noch genauso aktuell sind. Schwerpunktthemen waren und sind „Frau und Gesellschaft“, „Frauen in die Politik“ und „Frauen und Planung“. Ziel war es, Frauen dort einzubeziehen, wo bisher Männer das Sagen hatten, um eine paritätische Besetzung von politischen Gremien zu erreichen. Runde Tische gegen Gewalt an Frauen wurden erfolgreich etabliert und somit das Hilfesystem für Frauen ständig weiterentwickelt und verbessert. Ein kommunales Konzept für geflüchtete Frauen und deren Kinder wurde mit Hilfe von Kooperationspartnerinnen erarbeitet.
Dabei sind zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften entstanden, die an einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen arbeiten. Im Winterhalbjahr 2018/2019 werden u.a. eine Frauenfahrt nach Frankfurt/M. (am 15. November 2018) und Vortragsreihen zu „Frau im Erwerbsleben“ und „Frauen in die Politik“ im Hinblick auf die im Jahr 2019 stattfindenden Kommunalwahlen sowie ein Workshop zur resilienten Führung von Frauen, angeboten.
Als besonders wichtig erachten die Gleichstellungsbeauftragten Fürsprecherinnen und Fürsprecher aus dem politischen Bereich. Daher freuten sich die Veranstalterinnen besonders, dass viele renommierte und ehemalige Politikerinnen und Politiker an der Jubiläumsfeier teilnahmen. Neben Herrn Landrat Clemens Körner und der ersten Beigeordneten der Gemeinde Mutterstadt Andrea Franz, die beide ein Grußwort hielten, zählte auch Jeanette Rott-Otte, ehemalige Staatsministerin für die Gleichstellung von Frau und Mann in Rheinland-Pfalz, Hannelore Klamm, ehemalige Vize-Präsidentin des Landtages Rheinland-Pfalz und der erste Kreisbeigeordnete Bernhard Kukatzki zu den Gästen.
„Dass von staatlicher Seite Stellen für die Belange von Frauen zur Gleichstellung von Mann und Frau eingerichtet werden, hätte man sich vor 100 Jahren noch nicht träumen lassen“, meinte Christine Franz. 1918 wurde gegen immense Widerstände und nach Jahrzehnten andauernden Kämpfen erstmalig das Frauenwahlrecht eingeführt. Das aktive und passive Stimmrecht wurde von Akteurinnen verschiedener politischer Lager trotz drohender Straf- und Vergeltungsmaßnahmen von der damaligen Obrigkeit und trotz Verspottung, Beschuldigungen und Verfolgung erstritten und erkämpft. Manche Frauen mussten sogar ihr Leben lassen.
Nach dem langen und strittigen Weg war es 1919 endlich soweit: 82 Prozent wahlberechtigter Frauen gaben ihre Stimme ab und 37 weibliche Abgeordnete (bei insgesamt 423 Abgeordneten) zogen in die Nationalversammlung ein.
Nach den Vorträgen und Grußworten haben Barbara Dees, Mareike Ott und Rosa Tritschler die Frauenrechtlerinnen von damals in ihrer Darbietung „Damenwahl - Frauenpolitische Spitzen“ zu Wort kommen lassen. Mit kabarettistischer Meisterleistung brachten sie das Rathaus in Mutterstadt zum Beben und sorgten für etliche Lacher und gute Stimmung – aber auch für nachdenkliche Momente beim Rückblick in die Historie.
Die musikalische Umrahmung, dargeboten von Sarah Kuhn-Reimann und Stefan Franz sowie die kulinarischen Köstlichkeiten, die u.a. von und mit Hilfe der Landfrauen von Mutterstadt angerichtet wurden, ließen die Veranstaltung, die auch in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule entstanden ist, zu einem gelungenen Ereignis werden.
Die Ausstellung des Frauenmuseums Bonn „Frauenpolitischer Aufbruch – Der Kampf um das Frauenwahlrecht“ erinnert an den Meilenstein unserer heutigen Demokratie. Gezeigt werden Frauenportraits aus verschiedenen politischen Lagern, welche in der damaligen Zeit entscheidend bei der Durchsetzung des Frauenstimmrechtes mitgewirkt und mitgestritten haben. Die Ausstellung ist noch bis 31. August 2018 im Rathaus Mutterstadt zu sehen. ps

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