Die Steinmeyer-Orgel in der Johanniskirche muss renoviert werden
Orgel im Dornröschenschlaf

Pfarrer Jochen Keinath (links) und Bezirkskantor Simon Reichert.
  • Pfarrer Jochen Keinath (links) und Bezirkskantor Simon Reichert.
  • Foto: LM
  • hochgeladen von Christiane Diehl

Maikammer. Die 100-Jährige Steinmeyer-Orgel der Johanniskirche Maikammer soll aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden, in dem sie mehr ein halbes Jahrhundert verharrt ist.

Jetzt, da ihre Malaisen eklatant und unüberhörbar werden, sollte das wertvolle Instrument aus der Manufaktur Steinmeyer nicht nur ins Pflegeheim gegeben, sondern quasi aus seinem Jahrzehnte währenden Dornröschenschlaf wachgeküsst werden.
Das empfiehlt Gero Kaleschke, Orgelsachverständiger der pfälzischen Landeskirche. Sein Gutachten umfasst 21 eng beschriebene Seiten. Es gibt drei Möglichkeiten: Sanierung, Teilrestaurierung und Komplettrestaurierung, das hieße Rückführung in den Originalzustand von 1914. Kaleschke ist der Meinung, die Orgel bilde „mit dem Kirchenraum ein Ensemble von hohem Reiz und ein beachtenswertes Dokument des Kirchenbaus aus der Frühzeit des 20. Jahrhunderts“.
Auch sind nach Kaleschkes Begutachtung große Teile der qualitativ hochwertigen Fertigung der Firma Steinmeyer noch erhalten, müssten lediglich rückgeführt, reaktiviert, nur zu Teilen nach den alten Plänen durch neue Objekte ersetzt werden. Als Glücksfall wertet es Kaleschke, dass die Umbaumaßnahmen 1955 von Steinmeyer selbst durchgeführt wurden, „der das sehr pietätvoll und sorgsam erledigt hat“. Vier Angebote renommierter Orgelbauer liegen bereits vor. Sie bewegen sich – auf jetziges Preisniveau hochgerechnet – für eine Komplettsanierung auf bis zu 180.000 Euro. Der aktuelle Spendenstand beträgt rund 22.000 Euro. Die ersten 100 Flaschen des Orgelweins sind bereits verkauft, die zweite Lieferung ist eingetroffen.
Auch Bezirkskantor Simon Reichert präferiert eine umfassende Sanierung. „Bloße Kosmetik ist der Beginn einer Dauerschleife von immer wieder anstehenden Ausbesserungen. Eine umfassende Restaurierung aber macht sich auf Dauer bezahlt; dann ist – bis auf Stimmen und Abstauben – einfach mal Ruhe für die nächsten 50 Jahre“, so sein Statement. cd/ps

Autor:

Christiane Diehl aus Neustadt/Weinstraße

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