BriMel unterwegs
Im Edelhof da ist was los „Zwischen den Zeilen“
- Am Besuchstag anwesende Künstlerinnen, Künstler plus Kurator
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Kirrweiler. Am 2. Juli war die Vernissage zur Kunstausstellung „Zwischen den Zeilen“ erfolgreich angelaufen und vom 3. bis 5. Juli bestand ebenfalls die Möglichkeit zur Besichtigung von 16 bis 20 Uhr. Es war eine besondere Ausstellung im Edelhof mit sieben Kirrweiler Künstlerinnen und Künstlern zu Ehren von 25 Jahren Edelhoftheater. Kaum zu glauben, dass der Weinort Kirrweiler schon 825 Jahre auf dem Buckel hat. An diesem Wochenende wurde zudem das Kirrweiler Weinzehnt gefeiert, allerdings wurden die Höfe und Stände erst ab 17 Uhr bewirtschaftet. Welch ein Glück, dass das Wein- und Gästehaus J. und A. Spiess für die zu „Frühen“ Schatten und Getränke bereit hatte.
An den Einzeltagen haben immer andere KünstlerInnen „Dienst“ bei ihrer Kunstausstellung, die über zwei Etagen ging. Von Reinhold Hagenbucher (70 Jahre) füllten wundervolle, teils lebensgroße Figuren den Raum. Begonnen hatte es bei ihm mit Kohlezeichnungen bis er auf Sylt bei einem Kunstforum von der Öl- und Acrylmalerei inspiriert wurde. Letztendlich blieb er nach einer kurzen Lehre als Steinbildhauer bei Bernhard Matthäus beim „Ton und Beton“ hängen. Die hier ausgestellten Skulpturen hatten lustige Bezeichnungen wie Rasselbande, Alf, Dorfhexe, Mops, Strickliesel, Berta und mehr. Monika Marx (70 Jahre) hatte abstrakte Acrylgemälde und Tonskulpturen ausgestellt. Die Gemälde – meist in kräftigen Farben und in mehreren Schichten aufgetragen – sind inspiriert von Stimmungen und Gefühlen, die sich vor allem in Landschaften und Naturphänomenen widerspiegeln. Die Figuren sind aus unterschiedlichen Arten von Ton gefertigt und stellen menschliche Urerfahrungen dar. Ihre Tochter Julia Marx wurde 1990 in Kaiserslautern geboren, lebt aber wie die anderen Aussteller mittlerweile auch in Kirrweiler. Sie verbindet Natur, Kreativität und handwerkliche Arbeiten und experimentiert mit ihnen. Im Laufe der Zeit versuchte sie sich an Aquarellen, Alkoholtinten und Acrylmalerei, einen festen Platz bei ihrem Schaffen hat die abstrakte Kunst gefunden. Eine ihrer zentralen Ausdrucksformen sind Acryl-Pouring-Werke, die individuell wahrgenommen werden.
Im oberen Stockwerk traf man auf Gitta Haas, die sich bereits im zarten Alter von 17 Jahren für Tonarbeiten mit Asche- und Eierschalenglasuren begeisterte. Heute faszinieren sie schlanke, lange und figürliche Formen in Aufbautechnik mit verschiedenen Tonarten, dabei experimentiert sie mit verschiedenen Glasuren. Sie kombiniert Materialien wie Beton, Metall, Stein und Hol zu einzigartigen Skulpturen. Ihre Arbeiten befassen sich mit den beiden Themenkomplexe Harmonie und Kontraste. Ihre Modelle stehen dabei hauptsächlich in Gruppen oder Paaren, so verkörpern sie das Miteinander, aber auch die Gegensätze wie schwarz und weiß. Leona Textor, gebürtige Neustadterin, studierte Kunst in Alfter bei Bonn mit dem Schwerpunkt Bildhauerei bei Professor Andreas Kienlin. Charakteristisch für ihr Werk ist eine reduzierte, aber dichte Bildsprache, die nicht über Erzählung wirkt, sondern über Farbe, Licht, Rhythmus und Raum. Ihre Arbeiten entfalten oft eine stille, konzentriere Präsenz, in der sich Wärme, Geborgenheit, Nähe und Offenheit verbinden. Ein besonderer Hingucker waren spezielle Steine aus Norwegen, in denen es gülden funkelte, aber auch Gips, Marmor, Bronzeskulpturen und Bilder hatte sie dabei. Der einzige ausstellende Fotograf war Rüdiger Sehr, der seine ersten fotografischen Erfahrungen mit einer 6x9-Rollfilm-Kamera seines Großvaters machte. Die Modelle wechselten, aber seine Liebe zur Fotografie nicht. Seine fotografischen Schwerpunkte liegen bei stimmungsvollen Stadt-, Landschafts- und Portrait-Aufnahmen, aber auch erotische und experimentelle Aufnahmen, Available-Light-Aufnahmen und das Stilleben faszinieren ihn. Zu vier Themen gab es einen Erklärungsfilm im Zelt: Spannungsoptik, Indoor Lightpainting, sinnliche Mädchenportraits und Outdoor Lightpainting. Er beteiligt sich an Workshops im Fotokreis Südliche Weinstraße. Andrea Ramsel ist eine zeitgenössische Künstlerin, die klassische Ölmalerei mit Blattgold und symbolischen Elementen veredelt, einer Bildsprache, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Ihre Bilder laden dazu ein, den eigenen Gedanken nachzugehen. Jeder Mensch bringt seine eigenen Erfahrungen mit und genau deshalb kann dasselbe Bild auf jeden Betrachter eine ganz persönliche Wirkung entfalten. Häufig zu sehen sind bei ihr Schmetterlinge, die für Veränderung und Entwicklung stehen.
Der Kurator der Ausstellung Bodo Redner war ebenfalls vor Ort. Er und Kerstin Bachtler, die auch SWR-Moderatorin ist, sind seit 5 Jahren als Kuratoren tätig und hatten bei der Vernissage mitgewirkt. Bodo Redner ist Wahl-Kirrweilerer und kommt gebürtig vom Niederrhein, wohnt aber bereits seit über 30 Jahren in dem schönen Örtchen Kirrweiler. Er erzählte, dass diese Kunstausstellung eben eine Besondere sei wegen 825 Jahre Kirrweiler und 25 Jahre Edelhoftheater und das Edelhoftheater Ausrichter und Schirmherr der Ausstellung ist.
Wer den Bericht rasch liest, schafft es noch heute zur Ausstellung von 16 bis 20 Uhr. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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