"Das muss ich mir nicht antun"
Von Schnaken aufgefressen

Esther und Peter Walter können ihren schönen Garten in diesem Jahr viel zu selten nutzen. Denn wenn es dämmert, kommen die Schnaken und es heißt, ab ins Haus.
  • Esther und Peter Walter können ihren schönen Garten in diesem Jahr viel zu selten nutzen. Denn wenn es dämmert, kommen die Schnaken und es heißt, ab ins Haus.
  • Foto: Bauer
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Lingenfeld. Ein Pool, ein großer Grill, eine Bar, ein Sonnensegel mit gemütlicher Sitzecke - im Garten von Esther und Peter Walter in Lingenfeld sind alle Voraussetzungen für lange laue Sommerabende oder rauschende Feste im Freien erfüllt. In diesem Sommer allerdings bleibt der Garten nach Feierabend verwaist. Denn wenn es dämmert, geht es los: Ssssss - die Schnaken kommen.

Peter Walter hatte sich auf ein Wochenblatt-Interview zur Stechmückenbekämpfung am Rhein gemeldet - als von der Schnakenplage Betroffener. "Wer nicht vor Ort wohnt, der kann nicht mitreden", ist seine Überzeugung. Er ist in Lingenfeld aufgewachsen, etwa 900 Meter vom Rhein entfernt - und erinnert sich daran, dass seine Mutter ihn früher, wenn es dämmerte, mit den Worten "Peter, komm rein, die Schnaken fressen Dich!" ins Haus gerufen hat. Nachts konnte er schlecht schlafen wegen der Schnaken - und morgens wachte er total verstochen auf. Kindheitserinnerungen, die in diesem Jahr wieder sehr lebendig wurden.

Seit die KABS Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) aus der Luft ausbringt, habe sich die Lebensqualität am Rhein deutlich verbessert. Nachdem dieses Jahr zwei Hubschrauber ausgefallen waren und nicht rechtzeitig etwas gegen die Schnakenlarven getan werden konnte, wisse man erst wieder, wie sehr. Denn dieses Jahr heißt es bei Dämmerung in Lingenfeld wieder: Ab ins Haus. Bei geschlossenen Fenstern.

Esther und Peter Walter haben beide im Juli Geburtstag - normalerweise willkommener Anlass für eine Gartenparty. Doch die musste in diesem Jahr ausfallen, weil man es im Garten am Abend kaum aushält. Auch die Dorffeste in Rheinnähe enden dieses Jahr früh. Eine massive Einschränkung der Lebensqualität, findet Peter Walter. "Das muss ich mir nicht antun", sagt er. Sollte aus irgendwelchen Gründen die KABS in Zukunft nichts mehr gegen die Schnaken unternehmen, dann wäre das für ihn ein Grund weg zu ziehen. Nach 48 Jahren.

"Das ist kein Leben, wenn man im Sommer ab 19 Uhr drinnen sitzen muss", sagt Walter. Auch die von Esther und Peter Walter geliebten Ausflüge nach Feierabend in die Rheinsheimer Strandbar endeten in diesem Sommer früh - oder entfielen ganz. Zu groß war die Belästigung durch die Schnaken. Autan: in der Region ausverkauft. Doch selbst, wenn man noch ein Fläschchen ergattern konnte. Irgendeine Stelle vergisst man immer - und genau da stechen die hinterhältigen Biester dann zu.

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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