Post kehrt (vorerst) mit eigener Filiale nach Landstuhl zurück
- Das Logo der Deutschen Post an einem Briefkasten. In Landstuhl eröffnet der Konzern am 22. Januar 2026 wieder eine eigene Filiale am Adolph-Kolping-Platz.
- Foto: Laura Braunbach
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Viele Bürger mussten zuletzt weitere Wege in Kauf nehmen. Jetzt steht fest, wie es mit der Postversorgung in Landstuhl weitergeht – und welche Rolle der Konzern selbst künftig übernimmt.
Von Erik Stegner
Landstuhl. Nach Monaten der Unsicherheit ist die Postversorgung in der Sickingenstadt wieder gesichert. Die Deutsche Post eröffnet am Donnerstag, 22. Januar 2026, am Adolph-Kolping-Platz 9 bis 11 eine posteigene Filiale. Damit endet eine monatelange Übergangsphase nach der Schließung der bisherigen Partnerstation.
Post reagiert auf angespannte Versorgungslage
Nach Angaben der Deutschen Post sowie der Verbandsgemeindeverwaltung Landstuhl reagiert das Unternehmen damit auf die zuletzt angespannte Situation vor Ort. Trotz intensiver Bemühungen konnte kein neuer Betreiber für eine Partnerfiliale gefunden werden. Um die postalische Grundversorgung dennoch zuverlässig sicherzustellen, richtet die Deutsche Post nun eine Filiale im Eigenbetrieb ein.
Früher undenkbar, heute fast Normalität: Postfilialen verschwinden. Still und schleichend. Für viele jüngere und mobile Menschen ist das kein großes Problem. Rechnungen kommen per E-Mail, Pakete an die Packstation, Versandetiketten werden am Computer oder auf dem Smartphone ausgedruckt.
Für ältere Menschen sieht diese neue Postwelt anders aus. Sie brauchen den persönlichen Ansprechpartner, den Schalter, den kurzen Satz: „Ich hätte da mal eine Frage.“ Für sie ist die Postfiliale keine nostalgische Einrichtung, sondern Teil der Grundversorgung.
Dass sich – wie aktuell in Landstuhl – offenbar kein Unternehmer findet, der eine Partnerfiliale betreiben will, macht mich stutzig. Die Nachfrage ist da. Der Bedarf auch. Wenn sich unter diesen Voraussetzungen niemand findet, liegt der Schluss nahe: Dann ist nicht der Unternehmergeist das Problem, sondern das Partnermodell der Post.
Denn wer eine Filiale betreibt, braucht Personal, Fläche, Technik, Sicherheit und verlässliche Öffnungszeiten. Er trägt unternehmerisches Risiko – und soll zugleich einen Service anbieten, den viele dringend brauchen, der sich aber offenbar kaum noch rechnet.
Gut, dass die Deutsche Post nun in Landstuhl vorerst selbst einspringt. Doch die grundsätzliche Frage bleibt: Soll Postversorgung in Zukunft allein eine Rechenaufgabe sein – oder begreifen wir sie weiterhin als Teil öffentlicher Infrastruktur? Wenn Letzteres gelten soll, dann reicht es nicht, Filialen zu eröffnen – dann müssen sich auch die Bedingungen ändern, damit sie bleiben.
Eingeschränkte Öffnungszeiten zum Start
Die neue Filiale wird zunächst mit eingeschränkten Öffnungszeiten betrieben. Geöffnet ist montags bis freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr. Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Peter Degenhardt und Stadtbürgermeister Mattia De Fazio begrüßen die Entscheidung ausdrücklich. „Nach einer für viele Bürger belastenden Zeit ist es eine wichtige Nachricht, dass die Deutsche Post nun die Filiale in Landstuhl wiedereröffnet und damit die Grundversorgung wieder sicherstellt. Landstuhl erfüllt als einziges Mittelzentrum im Landkreis Kaiserslautern eine zentrale Versorgungsfunktion für die gesamte Region. Deshalb war und ist eine verlässliche Postversorgung für uns von großer Bedeutung“, erklären die beiden Verwaltungschefs.
Suche nach langfristiger Lösung läuft weiter
Unabhängig von der jetzt eröffneten Filiale hält die Deutsche Post an der Suche nach einer dauerhaften Lösung fest. Das Unternehmen teilte mit, weiterhin an einer Zusammenarbeit mit einem neuen Partner aus Einzelhandel oder Gewerbe interessiert zu sein. Geschäftsleute können sich bewerben, um künftig eine Partnerfiliale oder einen DHL Paketshop zu übernehmen. Die Verbandsgemeinde und die Sickingenstadt Landstuhl begrüßen die nun erfolgte verbindliche Klärung und kündigen an, die weitere Entwicklung eng zu begleiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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