Verdoppelt in zwölf Jahren: Kita-Kosten im Kreis SÜW explodieren
- Südliche Weinstraße: Kita-Kosten steigen massiv
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Kreis SÜW. Im Landkreis Südliche Weinstraße haben sich die Personalkosten für Kitas innerhalb von zwölf Jahren mehr als verdoppelt. Hintergrund ist das seit 2021 geltende Kindertagesstättengesetz Rheinland-Pfalz. Kommunen und kirchliche Träger schlagen nun Alarm – und fordern vom Land deutlich mehr Geld.
Personalkosten klettern auf 57 Millionen Euro
2013 lagen die Kita-Personalkosten im Kreis noch bei rund 27 Millionen Euro. 2022 waren es bereits 43 Millionen Euro, für 2025 werden rund 57 Millionen Euro erwartet. Damit haben sich die Ausgaben mehr als verdoppelt.
Der Kreis übernimmt einen Großteil der Kosten, die nicht durch Landesmittel gedeckt sind. Für 2026 rechnet die Verwaltung mit einem Rekorddefizit von 18,7 Millionen Euro. Rund 80 Prozent davon betreffen die Bereiche Jugend, Soziales und Schule – darunter die Kitas.
„Landauer Erklärung“ erhöht Druck auf Mainz
Vor diesem Hintergrund unterzeichnete Landrat Dietmar Seefeldt gemeinsam mit kirchlichen Vertretern in Landau in der Pfalz die sogenannte „Landauer Erklärung“. Beteiligt sind unter anderem das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz.
Zwar erhalten kirchliche Träger 99 Prozent der anerkannten Personalkosten sowie einen Sachkostenzuschlag von 3,5 Prozent. Nach Angaben der Unterzeichner reichen diese Mittel jedoch nicht aus, um die tatsächlichen Betriebskosten zu decken. Steigende Tariflöhne und sinkende Kirchensteuereinnahmen verschärfen die Lage zusätzlich.
Forderung: Land soll Finanzierung neu regeln
In der Erklärung fordern die Träger eine deutlich höhere Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz an den Personalkosten. Außerdem solle ein klar definierter Eigenanteil gesetzlich festgelegt werden. Das Land müsse das sogenannte Konnexitätsprinzip konsequent anwenden – also neue Aufgaben auch vollständig finanzieren.
Ohne Änderungen drohe eine Schwächung der Trägervielfalt. Kirchliche Einrichtungen könnten langfristig gezwungen sein, Standorte aufzugeben.
Was das für Eltern im Kreis bedeutet
Sollten Träger aus finanziellen Gründen aussteigen, könnte das Angebot an Betreuungsplätzen im Landkreis unter Druck geraten. Bereits jetzt steigen landesweit die Anforderungen an Betreuungsschlüssel und Qualität – ein Kernziel des Kita-Gesetzes. Gleichzeitig wachsen die finanziellen Belastungen für Kommunen.
Die Diskussion um die Finanzierung dürfte daher auch für Eltern in der Südlichen Weinstraße spürbar bleiben – spätestens bei Haushaltsdebatten oder möglichen Strukturentscheidungen im Kita-Bereich.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |
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