1.418 Betreuungsplätze: So startet Landau in den Ganztagsanspruch
- Viele Familien brauchen nach dem Unterricht eine verlässliche Betreuung an der Grundschule.
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Landau. Mit dem Start des neuen Schuljahres greift bundesweit schrittweise der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder. In Landau sollen Eltern zum Auftakt direkt profitieren, denn die Stadt sieht sich für das Schuljahr 2026/27 gut vorbereitet.
Die Stadtverwaltung Landau verweist auf ausgebaute Betreuungs- und Ganztagsangebote an den Grundschulen. Jugend- und Schuldezernentin Lena Dürphold sagt: „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist ein wichtiger Meilenstein für Kinder und Familien. Er schafft mehr Bildungsgerechtigkeit und unterstützt Eltern dabei, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Wir haben in Landau auch vor den Zeiten des Rechtsanspruchs bereits ein umfangreiches Betreuungsangebot auf die Beine gestellt und sind daher gut vorbereitet“.
Plätze zum Start für Erstklässlerinnen und Erstklässler
Für das Schuljahr 2026/27 stehen nach Angaben der Stadt ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung. Alle Erstklässlerinnen und Erstklässler, deren Eltern eine Ganztagsbetreuung wünschen, können ein entsprechendes Angebot an ihrer Grundschule nutzen.
Aktuell gibt es laut Dürphold 1.418 Betreuungsplätze für Landauer Grundschulkinder. Bei 2.030 Schülerinnen und Schülern an den Regelschulen entspricht das einer Betreuungsquote von knapp 70 Prozent. Dürphold sagt dazu: „Für Landauer Grundschülerinnen und Grundschüler stehen derzeit 1.418 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das entspricht bei insgesamt 2.030 Schülerinnen und Schülern an den Regelschulen einer Betreuungsquote von knapp 70 Prozent. Damit liegen wir bereits nahe an der Zielgröße, von der das Land Rheinland-Pfalz langfristig ausgeht. Unsere bestehende Infrastruktur bietet eine gute Grundlage, den Rechtsanspruch entsprechend der tatsächlichen Nachfrage weiter auszubauen“.
Der Rechtsanspruch startet zunächst in der ersten Klassenstufe und wächst bis zum Schuljahr 2029/30 schrittweise auf alle Grundschulkinder. Er umfasst täglich acht Stunden Betreuung an Werktagen einschließlich Unterrichtszeit und gilt grundsätzlich auch in den Ferien.
Die Ferienbetreuung nennt die Stadt als größte Herausforderung. Landau will die Ferienangebote abhängig von der Nachfrage weiter ausbauen.
Neben dem Ausbau der Angebote sieht die Stadt vor allem bei Personal und Kosten Aufgaben. Dürphold betont: „Dass wir heute gut vorbereitet sind, ist das Ergebnis der engagierten Arbeit vieler Beteiligter – von unseren Schulen über die freien Träger bis hin zu den Mitarbeitenden der Verwaltung“. Nach derzeitigem Stand ist die personelle Versorgung für das Schuljahr 2026/27 gesichert. Mit dem weiteren Ausbau des Rechtsanspruchs könnten Fachkräftemangel und Personalausfälle aber stärker zum Problem werden.
Dürphold fordert zudem eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Länder und kritisiert die aktuelle Zuständigkeit in den Kommunen: „Damit der Rechtsanspruch dauerhaft umgesetzt werden kann, braucht es auch langfristig eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Länder. Die Parallelität der Systeme stellt uns vor Ort aktuell noch vor große Herausforderungen und ist für Eltern zu Recht zum Teil schwer zu verstehen. Die Erfüllung des Rechtsanspruchs wurde auf die Jugendämter in den Kommunen übertragen, die entsprechende Refinanzierung findet jedoch nicht statt. Das wirkt sich weiter negativ auf die desolate Haushaltslage aus.“
Auch der Städtetag Rheinland-Pfalz warnt laut Stadt vor hohen Belastungen. Nach Berechnungen des kommunalen Spitzenverbands entstehen den Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz in den ersten vier Jahren des Rechtsanspruchs ungedeckte Mehrkosten von rund 450 Millionen Euro.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |