Mehr als 70 Einsatzkräfte üben Zugunglück in Altenglan
- Feuerwehr und Rettungsdienst trainieren nachts die Rettung von 16 Verletzten aus einem Regionalzug.
- Foto: Freiwillige Feuerwehr Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan
- hochgeladen von Anja Stemler
Altenglan. Kurz nach 1 Uhr in der Nacht zum Samstag, 26. September, trainierten mehr als 70 Einsatzkräfte an der Bahnstrecke bei Altenglan die Rettung nach einem schweren Zugunglück. Die Übung stellte sie bei Dunkelheit vor besondere Herausforderungen.
Das Szenario sah einen Regionalzug vor, der bei voller Fahrt mit einem umgestürzten Baum kollidierte. Dabei verletzten sich 16 Fahrgäste. Einige Verletzte galten als schwer verletzt, andere als leicht verletzt. Zusätzlich erfasste ein Brand die Lokomotive und die angrenzende Vegetation.
Die Feuerwehren aus Altenglan und Kusel mussten zunächst geeignete Zugänge zu den Gleisen finden. Danach leuchteten sie die Einsatzstelle aus und schufen einen sicheren Zugang zum Zug und zu den Verletzten.
Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten gemeinsam
Die Einsatzleitung teilte die Aufgaben in mehrere taktische Abschnitte auf. Die Kräfte kümmerten sich um die Brandbekämpfung, die technische Rettung und die Versorgung der Verletzten.
Die Schnelleinsatzgruppe des Katastrophenschutzes im Landkreis Kusel unterstützte die Feuerwehren. Auch der Organisatorische Leiter Rettungsdienst kam zum Einsatz. Die Drohnenstaffel der Feuerwehr Kusel lieferte Live-Luftbilder und verschaffte der Führung einen Überblick über die Lage.
Mitglieder der Feuerwehr Altenglan schminkten die 16 Verletzten zuvor realistisch. So konnten die Einsatzkräfte die Versorgung und Rettung unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst brachten die Verletzten anschließend zu einem Sammelplatz hinter einem Einkaufsmarkt in Altenglan.
Für die Arbeiten bei völliger Dunkelheit setzten die Einsatzkräfte mobile Lichtstrahler und eine Großleuchte an einer Drehleiter ein. Im weiteren Verlauf rückten auch die Feuerwehren aus Friedelhausen, Bosenbach und Haschbach zur Unterstützung an.
Gegen 3 Uhr beendeten die Beteiligten die Übung. Nach dem Abbau der Technik trafen sie sich im Feuerwehrhaus Altenglan zur Verpflegung und zu einer ersten Nachbesprechung.
Erkenntnisse für Einsätze an Bahnanlagen
Kreisfeuerwehrinspekteur Norbert Braun, der stellvertretende Wehrleiter Michael Weyrich und der Wehrführer der Feuerwehr Altenglan dankten den beteiligten Einsatzkräften. Auch die Notfallmanager der Deutschen Bahn würdigten den Einsatz und die gewonnenen Erkenntnisse.
Die Rückmeldungen von OrgL Sebastian Molter sowie von Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Vertretern der Polizei flossen in die Nachbesprechung ein. Die Beteiligten besprachen Hinweise, die Abläufe bei vergleichbaren Einsatzlagen verbessern können.
Die Übung zeigte, wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Deutsche Bahn und weitere Stellen bei einem komplexen Unglück zusammenarbeiten müssen. Die nächtlichen Bedingungen machten die Rettung zusätzlich anspruchsvoll und ermöglichten das Training unter realistischen Einsatzbedingungen.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |