Pfinztaler Gymnasium gewinnt "Julius Hirsch Preis"
- Preisverleihung "Julius Hirsch Preis"
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Karlsruhe. Pfinztal. Jubiläum für den "Julius Hirsch Preis" vom Deutschen Fußball-Bund (DFB): Bei der 20. Verleihung erhielt der Seminarkurs der 11. Klasse des Ludwig-Marum-Gymnasiums in Pfinztal den renommierten Preis des "DFB" für die Entwicklung seiner „Julius Hirsch Event-Box“.
Die Idee, sich aktiv mit dem Leben von Julius Hirsch auseinanderzusetzen, stammt von Lehrer Axel Weinbrecht. Er unterrichtet Wirtschaft, Sport und Geografie und wollte eine Möglichkeit schaffen, dass sich Schülerinnen und Schüler mit dem Namensgeber ihrer Sporthalle befassen.
Es fand sich eine Gruppe von acht Teilnehmenden, die die „Julius Hirsch Event-Box“ gemeinsam entwickelten. Sie ist ein modularer Event-Baukasten für Schulen. Darin enthalten sind verschiedene Ideen und Anregungen, um Themen wie kulturelle Vielfalt, Demokratie und Antirassismus nachhaltig und auf spielerische Art und Weise zu vermitteln und in den Schulalltag zu integrieren. Die Box enthält praxisorientierte Module, die nicht nur Hirschs Geschichte thematisieren, sondern Kinder und Jugendliche befähigen, eigene Projekte zu entwickeln und durchzuführen. So beinhaltet die „Julius Hirsch Event-Box“ beispielsweise Anleitungen für kleine "Julius-Hirsch-Soccer-Games" für Pausen und größere Fußball-Events mit Konzertabend. Aber auch Module ohne Ball wie Rollenspiele für den Unterricht, Theaterstücke, Ausstellungen oder ein Julius-Hirsch-Memory. „Das Engagement der Schülerinnen und Schüler setzt Impulse, schafft Angebote, die auch andere Schulen inspirieren können", so Bernd Neuendorf, DFB-Präsident und Vorsitzender der Jury: "Im Jubiläumsjahr des Preises ist das ein starkes Signal: Erinnerung braucht Initiative.“
Julius Hirsch
Sein Debüt für die Nationalelf gab der Karlsruher Hirsch, der für den karlsruher FV spielte, Ende 1911 gegen Ungarn. Gemeinsam mit Gottfried Fuchs, der nach wie vor deutscher Rekordtorschütze der DFB-Elf (1912 zehn Tore beim 16:0 gegen Russland bei Olympia) ist, bildete Fuchs das erfolgreiche Sturmduo beim KFV. Fuchs, ebenfalls Jude, konnte rechtzeitig über die Schweiz nach Kanada emigrieren, wo er 1972 starb.
Preis
Mit der Stiftung des Preises erinnert der DFB an den deutsch-jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch, der im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, und an alle, insbesondere die jüdischen Opfer, des nationalsozialistischen Unrechtsstaats. Geehrt werden Menschen, Initiativen und Vereine, die sich in besonderem Maße gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus sowie für Vielfalt und Menschenwürde einsetzen. Mehr als 1.800 Bewerbungen sind seit der Einrichtung des Preises eingegangen, 60 von ihnen wurden mit Preisen bedacht, außerdem wurden zehn Ehrenpreise verliehen. Als Anerkennung für außergewöhnliches Engagement, für Wehrhaftigkeit, Mut und Überzeugung. Und für die klare Botschaft: "Nie wieder!" Die Preisträger seien es, "die unseren Fußball und unser Zusammenleben mitprägen, die mit dem Blick voraus Hoffnung geben", so der DFB-Präsident. Der "Julius Hirsch Preis" sei ihre Bühne. Auch Thomas Rößler, Vizepräsident für Gesellschaftliche Verantwortung beim Badischen Fußballverband, gratuliert: „Ihr könnt richtig stolz auf das sein, was ihr erreicht habt. Euer Engagement zeigt, dass Erinnerung nicht nur der Blick in die Vergangenheit ist, sondern vor allem ein Auftrag für die Zukunft. Ihr tretet ein für Vielfalt, Toleranz und Respekt. Das sind Werte, die nicht nur im Fußball, sondern in unserem täglichen Miteinander entscheidend sind. Ihr habt etwas geschaffen, das weit über die Schule hinausgeht.“
Der neue Elfer-Jahrgang am Ludwig-Marum-Gymnasium möchte das Projekt fortsetzen und ausbauen. Im nächsten Sommer ist ein Julius Hirsch Festival geplant, mit Musik, Fußball und Sensibilisierung für Vielfalt und Menschenwürde. Mit dabei: die Faninitiative des Karlsruher SC „Blau-Weiß statt Braun“, die 2024 mit dem "Julius Hirsch Preis" ausgezeichnet wurde.
Autor:Jo Wagner |
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