Gerechte Punkteteilung
Dansenberg und Kornwestheim trennen sich 25:25

7m-Killer Kevin Klier in Aktion.
  • 7m-Killer Kevin Klier in Aktion.
  • Foto: TuS 04 KL-Dansenberg
  • hochgeladen von Michael Holstein

War es nun ein Punktgewinn oder doch ein Punktverlust für den TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg beim SV Kornwestheim? Gefühlt war der TuS dem Sieg näher als der amtierende Meister der 3. Liga Süd, denn 40 Sekunden vor Schluss führte das Team von Marco Sliwa mit 25:24 und war in Ballbesitz. Für die Hausherren traf Marvin Flügel 10 Sekunden vor der Schlusssirene zum glücklichen, aber unter dem Strich verdienten Ausgleich.

Kornwestheim begann die Partie aggressiv in der Deckung und mit hohem Tempo im Vorwärtsgang. Der TuS benötigte fast 20 Minuten, um sich darauf einzustellen. Nach fünf Minuten beim Stand von 2:2 übernahmen die Hausherren die Spielkontrolle. Dabei profitierten sie von der Klasse ihres Top-Spielers Peter Jungwirth, der vier Mal in Folge vom 7-Meter-Punkt traf (6:4, 14. Minute). Nur weitere fünf Minuten später führte der SVK bereist mit 9:4 (19.). Der TuS spielte nicht um so viel schlechter als der Gegner, ließ aber mehr als ein halbes Dutzend 100%iger Einwurfmöglichkeiten schlampig liegen. Allein Kevin Klier im TuS-Gehäuse sorgte dafür, dass der Rückstand nicht noch größer wurde. Mit neun Paraden bis zur Halbzeitpause, davon drei Siebenmeter, rüttelte er seine Vorderleute endgültig wach. In der Schlussphase des ersten Durchgangs zeigte der TuS dann endlich sein wahres Gesicht. Jetzt wurde schön der Ball laufen gelassen und geduldig gewartet bis sich Torchancen ergaben, die dann auch effektiv genutzt wurden. Außerdem stellte die Einwechslung von Sebastian Bösing nach einer Viertelstunde die SVK-Abwehr vor eine neue Aufgabe, die sie bis Spielende nicht zu lösen vermochte. Mit zwei Treffern und einem herausgeholten 7-Meter, war er maßgeblich daran beteiligt, dass der TuS beim 10:10 (28.) erstmals seit dem 2:2 wieder ausglich und nur mit einem knappen Rückstand (11:10) in die Pause ging.

In der zweiten Hälfte knüpfte die Mannschaft von TuS-Coach Marco Sliwa an die gute Phase vor der Halbzeit an. Der TuS hatte nun in einem rassigen Drittligaspiel auf Augenhöhe leicht die Nase vorn, auch weil Youngster Marc-Robin Eisel immer wieder in die Tiefe ging und erfolgreich den Torabschluss suchte. Beim 15:16 (43.) wechselte erstmals die Führung. Auch wenn es spielerisch noch nicht rund lief, den Siegeswillen und die Leidenschaft spürten die zahlreichen TuS-Fans, die ihr Team unermüdlich anfeuerten. Das Spiel blieb intensiv, die Mannschaften schenkten sich nichts, es wurde um jeden Zentimeter Raum gekämpft. Beim 20:22 (52.) lag der TuS erstmals mit zwei Toren vorne, denn Kevin Klier im Tor brachte weiterhin die SVK-Angreifer reihenweise zur Verzweiflung, 22 Paraden sind es nach 60 Minuten. Dazu traf Sebastian Bösing vom Kreis nach Belieben. Er war am Ende bester Feldtorschütze mit sechs Treffern.

Die dramatische Schlussphase war nichts für schwache Nerven! Loic Laurent traf 60 Sekunden vor Spielende zum 24:25 für den TuS. Im Gegenzug vertändelten die Gastgeber den Ball, so dass bei noch verbleibenden 50 Sekunden der TuS in Ballbesitz war und 20 Sekunden später in einer letzten Auszeit den Plan für den finalen Angriff austüfteln konnte. Mit dem Handicap, dass früh Zeitspiel angezeigt wurde, landete der Ball auf Zuspiel von Robin Egelhof per Kempa-Trick bei Jan Claussen, dessen Wurf leider das Ziel verfehlte. Kornwestheim ergriff die Chance zum schnellen Gegenstoß in Person von Marvin Flügel, der mit dem Mute der Verzweiflung im Alleingang drei TuS-Abwehrspieler stehen ließ und mit letzter Kraft und etwas Glück zum Ausgleich einnetzte! Der Versuch über die schnelle Mitte nochmals zum Abschluss zu kommen, wurde von den Schiedsrichtern, die den Anwurf nicht korrekt ausgeführt sahen, zurückgepfiffen. So verstrichen die letzten Sekunden und die Hausherren durften sich über einen nicht unverdienten Punktgewinn in fast allerletzter Sekunde freuen.

Im anschließenden Pressegespräch zollten beide Trainer ihren Mannschaften Respekt für eine kämpferisch erstklassige Vorstellung. Dass ungewohnt viele technische Fehler gemacht wurden, wird beiden nicht so gut gefallen haben, aber die Saison hat ja auch erst begonnen.

Die Stimmen zum Spiel:
TuS-Coach Marco Sliwa: „Wir wussten, dass es in Kornwestheim sehr schwer werden würde, daher freue ich mich über den Punkt. Vor dem Spiel hätte ich das auf jeden Fall unterschrieben. Unzufrieden war ich mit der Wurfausbeute in der 1. Halbzeit. Das war mir zu schludrig, da müssen meine Spieler konzentrierter sein. In der zweiten Halbzeit haben wir ein Spiel auf Augenhöhe gesehen. Kevin Klier hat überragend gehalten, aber wir haben auch viele junge Spieler im Team, die ihre Sache sehr gut gemacht haben“.

SVK-Trainer Alexander Schurr: „Natürlich wollten wir heute als Sieger vom Feld gehen. Aber rückblickend muss man sagen, dass es ein gewonnener und glücklicher Punkt für uns war. Dansenberg hat die von mir erwartete, hohe Qualität auf die Platte gebracht, vor allem Kevin Klier hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Das müssen wir anerkennen und können daher mit dem Remis sehr gut leben“.

SV Salamander Kornwestheim
Felix Beutel und Pascal Welz (im Tor), Tim Scholz (1), Tim Großmann (1), Christian Wahl, Jan Reusch, Peter Jungwirth (8/4), Fabian Kugel (2), Christopher Tinti (2), Hendrik Schoeneck (2), Axel Steffens, Nico Hiller (3), Julius Emrich (2), Marvin Flügel (4). – Trainer: Alexander Schurr.

TuS 04 KL-Dansenberg
Kevin Klier und Markus Seitz (im Tor), Steffen Kiefer, Theodoros Megalooikonomou (1), Christopher Seitz (1), Marc-Robin Eisel (4), Alexander Schulze (1), Luca Munzinger, Jan Claussen (3), Sebastian Bösing (6), Robin Egelhof (3), Loic Laurent (5/1), Fabian Serwinski (1), Robin von Lauppert. – Trainer: Marco Sliwa.

Schiedsrichter: Sven Hanker / Christopher Klimmesch (PSV Grün-Weiß Wiesbaden)
Zuschauer: 400
Siebenmeter: 4/7 : 1/1
Zeitstrafen: 3 : 7
Der Spielfilm: 2:2, 6:4, 9:4, 10:10, 11:10 (Halbzeit), 12:12, 15:16, 20:22, 24:25, 25:25 (Ende)

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