Botschafter für Digitales: Matthias Ihns wird „Coach für die elektronische Patientenakte“

- Ortsbürgermeister German Guttenbacher, Digitaler Botschafter und ePA-Coach RLP Matthias Ihns, Bürgermeister Karl Dieter Wünstel (v.l.)
- Foto: VG Jockgrim/gratis
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Hatzenbühl | Jockgrim. Wenn es um digitale Unterstützung für ältere Menschen geht, ist Matthias Ihns längst eine feste Größe in der Verbandsgemeinde Jockgrim. Der Wahl-Hatzenbühler engagiert sich seit 2023 als Digitaler Botschafter mit ganzem Herzen. Gemeinsam mit sechs weiteren Botschaftern bietet er regelmäßig Sprechstunden an, die inzwischen rund 15 Seniorinnen und Senioren pro Termin besuchen. Die Fragen reichen von der Smartphone-Bedienung über das Einrichten einer E-Mail-Adresse bis hin zur Laptop-Nutzung. Auch Hausbesuche gehören für Matthias Ihns dazu – besonders dann, wenn sensible Daten im Spiel sind. „Ich möchte da helfen, wo es nötig ist“, sagt er.
Neue Qualifikation: ePA-Coach für Rheinland-Pfalz
Jetzt hat Matthias Ihns seine Expertise erweitert: Er wurde zum ehrenamtlichen „ePA-Coach RLP“ ausgebildet. Damit unterstützt er künftig bei allen Fragen rund um die elektronische Patientenakte (ePA). „Die ePA ist ein großer Fortschritt für alle Versicherten, vor allem aber für ältere Menschen“, erklärt Ihns. „Sie ermöglicht Ärzten, wichtige Informationen auf einen Blick zu sehen und so eine bessere medizinische Versorgung sicherzustellen. Wie viele Details der Arzt einsehen kann, bestimmt jede Patientin und jeder Patient individuell.“
Die Einrichtung der ePA darf ausschließlich in den eigenen vier Wänden erfolgen – ein Punkt, der den hohen Datenschutzstandard unterstreicht. „Wir benötigen sensible Daten wie die Versicherungsnummer. Deshalb finden die Installationen nur bei den Menschen zuhause statt“, so Ihns. Für die Schulung mussten die Teilnehmenden ein aktuelles Führungszeugnis vorlegen und ihre Eignung nachweisen.
25 Jahre Krankenkassen-Erfahrung
Seine neue Qualifikation ergänzt eine persönliche Stärke: Matthias Ihns blickt auf 25 Jahre Berufserfahrung bei einer Krankenkasse zurück. „Ich kenne die Abläufe aus Sicht der Versicherung, das hilft in vielen Situationen“, sagt er mit einem Lächeln. Zusätzlich wurde er darin geschult, die Informationen datenschutzkonform, barrierefrei und altersgerecht zu vermitteln.
Die Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz zeichnete sein Engagement mit einem ePA-Zertifikat und einem offiziellen Ausweis aus. Auch Bürgermeister Karl Dieter Wünstel zeigt sich beeindruckt: „Es ist ein Gewinn für unsere Verbandsgemeinde, jemanden wie Matthias Ihns an der Seite der Bürgerinnen und Bürger zu wissen. Ich bin sicher, dass sein Angebot viel genutzt wird – und er bei den Seniorinnen und Senioren so manche Einladung auf einen Kaffee bekommt.“
Kurz erklärt: Die elektronische Patientenakte (ePA)
Die ePA ist der digitale Gesundheitsordner für gesetzlich Versicherte. Hier werden wichtige Daten wie Befunde, Medikationspläne und Arztbriefe zentral gespeichert und können jederzeit abgerufen werden. Versicherte entscheiden selbst, welche Informationen sichtbar sind. Die bundesweite Einführung der „ePA für alle“ startete am 25. April 2025. Spätestens ab Oktober 2025 wird die Nutzung für Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser verpflichtend. Bereits jetzt wurden rund 70 Millionen ePAs angelegt – und laut Umfragen möchten 58 Prozent der über 70-Jährigen das Angebot nutzen.
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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