Corona-Pandemie
Hochzeitfeier in Hauenstein hatte schwerwiegende Auswirkungen

Gebäude des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein (Front), ehemalige Schuhfabrik errichtet 1928 im modifizierten Bauhausstil. Hier wurde die Hochzeit gefeiert.
  • Gebäude des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein (Front), ehemalige Schuhfabrik errichtet 1928 im modifizierten Bauhausstil. Hier wurde die Hochzeit gefeiert.
  • Foto: W. G. Stähle (2019)
  • hochgeladen von Werner G. Stähle

Hauenstein (Südwestpfalz). Das von einer örtlichen Hochzeitfeier ausgehende Infektionsgeschehen in der Verbandsgemeinde (VG) Hauenstein scheint dort abzuebben. Seit vorgestern wurden diesbezüglich von der Kreisverwaltung keine weiteren Infizierte mit Adresse in dieser VG gemeldet. Allerdings werden im Landkreis zwei heute erkannte Fälle auf diesen Herd zurückgeführt. Die Betroffenen leben in der VG Waldfischbach-Burgalben.

Nachdem mit Wohnort in der VG Hauenstein wochenlang keine Neuinfektionen hinzugekommen und es dementsprechend dort keine aktiven Fälle mehr gegeben hatte, berichtete die Kreisverwaltung am 16. Oktober erstmals von einer Infektion ausgehend von einer Familienfeier und am übernächsten Tag von weiteren neun Fällen in der VG Hauenstein, die auf den Besuch einer Familienfeier zurückzuführen seien. (Wir berichteten.)

Anschließend wurde bekannt, es handelt sich um eine Hochzeitsfeier in Hauenstein (Ortsgemeinde). Den Nachverfolgungen des zuständigen Gesundheitsamtes zufolge sollen von dort ausgehend 15 Personen mit Wohnsitz in der VG Hauenstein mit dem Corona-Virus Sars-Cov-2 angesteckt worden sein, weitere die im Landkreis zuhause sind und eine unbekannte Anzahl von außerhalb.
   In der Folge wurden in den Ortsgemeinden der VG Hauenstein nahezu alle öffentlichen Einrichtungen geschlossen (wir berichteten), sowie vier Kindergärten in der Umgebung.

Laut Auskunft der Kreisverwaltung sollen rund 75 Personen an diesem Fest teilgenommen haben. Soweit recherchiert werden konnte wurde von Samstag 10. Oktober nachmittags bis in den Folgetag im Gebäude des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein gefeiert. Zuvor hatte am Vormittag die Trauung im Saal des dortigen Rathauses stattgefunden und war im „Mehrzweckraum“ von weiteren Gästen auf der dort (neuerdings) vorhandenen Videowand verfolgt worden. Die Räume im Bürgerhaus waren von der Gemeinde angemietet, „mit Vertrag und Hygienekonzept“, wie von Seiten der Gemeinde betont wird.

Danach traf man sich in einem Hauensteiner Restaurant. Bei ihm seinen alle vorgeschriebenen Hygieneregeln eingehalten und die Gästeliste geführt worden, ist sich dessen Inhaber sicher.

Bezüglich der Feier im Deutschen Schuhmuseum sind keine näheren Auskünfte zu erhalten. Ein angefragter Kontakt mit dem Hochzeitspaar kam nicht zustande. Der Vater des Bräutigams ist sich sicher, „wir haben uns nichts vorzuwerfen“. Er sehe keine Schuld und keine Verantwortung. „Wir haben gemacht was erlaubt war. (Eine) Abstands- und Maskenpflicht gab es nicht“. Es seien insgesamt circa 60 Personen gewesen. „Es gab keine fremden Servicekräfte und keine Musiker, sondern nur die Gäste laut Liste.“ Es sei gelüftet worden, betonte er.

Das Deutsche Schuhmuseum Hauenstein wird von einer Stiftung betrieben. Es soll vom Vorsitzenden des Vorstandes der Museumsstiftung für diese Feier zur Verfügung gestellt worden sein, ohne Einbeziehung weiterer Vorstandsmitglieder, darunter von Amts wegen der Bürgermeister der Ortsgemeinde Hauenstein. Das Gebäude ist Eigentum dieser Ortsgemeinde und von der Stiftung angemietet. Eine Rückfrage bei der Vermieterin wegen der vom öffentlichen Zweck abweichenden Verwendung der Räumlichkeiten soll nicht erfolgt sein, auch keine Unterrichtung.

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes war zu Auskünften oder Stellungnahme nicht bereit. Damit konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, ob die Feiergesellschaft vom Überlasser der Räumlichkeiten aufgefordert worden war, angesichts der herrschenden Pandemie Regeln zu beachten.

Autor:

Werner G. Stähle aus Hauenstein

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