Fachgerechte Hilfe für Wildvögel – Warum Expertise entscheidend ist
- Maik Heublein, Stationsleiter und anerkannter Falkner des NABU Haßloch
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Haßloch. In der Auffang- und Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen in Haßloch sprach Maik Heublein, Stationsleiter und anerkannter Falkner des NABU Haßloch, über den fachgerechten Umgang mit verletzten oder verwaisten Wildvögeln. Anlass des Gesprächs war die öffentliche Diskussion rund um die private Aufnahme und Versorgung von Wildvögeln durch Einzelpersonen – ein Thema, das nicht nur Engagement, sondern vor allem Fachkenntnis erfordert.
Heublein ist seit Jahren zentrale Ansprechperson im Raum Haßloch, wenn es um den Schutz und die Versorgung von Greifvögeln, Eulen sowie anderen Wildvögeln geht. Bereits in einem früheren Bericht vom Juni 2021 wurde deutlich gemacht: Nicht jeder aufgefundene Jungvogel benötigt automatisch Hilfe – oft handelt es sich um Tiere, die gerade das Nest verlassen haben und von den Altvögeln weiterhin versorgt werden.
Die richtige Vorgehensweise bei einem Fund ist klar: ein Foto machen, eine kurze Schilderung der Situation anfügen und sich telefonisch unter 0171 2858257 an Maik Heublein wenden. Nur so kann abgeklärt werden, ob ein Eingreifen tatsächlich notwendig ist – und wie dieses tierschutzgerecht erfolgen sollte. Da Zeit und Personalstärke begrenzt sind, bittet die Station darum, aufgefundene Vögel selbst zur Station zu bringen. Ein Abholen ist in der Regel nicht möglich.
Immer wieder kommt es vor, dass engagierte Privatpersonen Wildvögel aufnehmen und versorgen möchten. Zwar ist das Bedürfnis zu helfen verständlich, doch weist Heublein darauf hin, dass solche Handlungen ohne entsprechende fachliche Qualifikation nicht erlaubt sind. Nach § 11 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) sind bestimmte Tätigkeiten mit Tieren – insbesondere deren Pflege und Unterbringung – genehmigungspflichtig. Diese Genehmigung ist an Nachweise wie etwa einen Jagd- und Falknerschein geknüpft.
Unsachgemäße Unterbringung kann schlimme Folgen haben
Ein aktuelles Beispiel zeigt, welche Folgen eine unsachgemäße Unterbringung haben kann: Ein junger Turmfalke wurde in einem Drahtkäfig übergeben, dessen Bauweise für Greifvögel völlig ungeeignet ist. Beim Kontakt mit dem groben Gitter wurden die empfindlichen Federn des Vogels derart beschädigt, dass eine Freilassung nach wenigen Tagen nicht möglich war. Stattdessen muss das Tier nun bis zur nächsten Mauser in der Station verbleiben – rund ein Jahr lang. Ein vermeidbarer Schaden.
Auch psychische Auswirkungen sind möglich. In einer Voliere mit etwa 20 jungen Turmfalken zeigte ein einzelnes Tier auffälliges Verhalten: Es reagierte übermäßig auf menschliche Nähe – ein Hinweis darauf, dass es zu lange in privater Obhut gehalten wurde. Solche Erfahrungen können die Auswilderung deutlich erschweren.
Die Auffangstation in Haßloch besteht seit 50 Jahren und hat sich bundesweit einen guten Ruf erarbeitet. Sie wurde von Roland Bub gegründet und wird heute unter der Leitung von Maik Heublein und der Vorsitzenden der NABU-Bezirksgruppe Pfalz e.V., Monika Bub, weitergeführt. Ziel ist es, verletzten oder verwaisten Vögeln eine sachkundige Versorgung zu bieten und ihnen – wenn möglich – die Rückkehr in die Freiheit zu ermöglichen.
Ein positives Beispiel zeigt, wie es richtig laufen kann: Eine junge Frau aus Ludwigshafen entdeckte einen geschwächten Falken an einer stark befahrenen Straße und brachte ihn – wie empfohlen – in einem belüfteten Karton zur Station. Dort konnte das Tier medizinisch begutachtet und später artgerecht in eine Voliere integriert werden. Sobald der Falke selbstständig jagen kann, wird er in die Freiheit entlassen.
Die Botschaft ist klar: Tierliebe allein reicht nicht aus. Wer einem Wildvogel helfen will, sollte sich vorher fachlichen Rat einholen – im Sinne des Tieres und des Tierschutzgesetzes.
Da besonders in den Sommermonaten eine Vielzahl von Anrufen eingeht, kann es vorkommen, dass Maik Heublein nicht jeden Anruf sofort entgegennehmen kann. In solchen Fällen ist auch eine Kontaktaufnahme per WhatsApp möglich – es erfolgt dann ein Rückruf.[bev]
Kontakt NABU-Greifvogelstation in Haßloch
Maik Heublein vom NABU Haßloch
0171 2858257
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |
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