BriMel unterwegs
Musikalischer Leckerbissen mit dem Duo Schwarz-Feiß

Gero Feiß, Linda Ewald und Blacky P. Schwarz | Foto: Brigitte Melder
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Hassloch: Im Heimatmuseum „Ältestes Haus“ (Kulturviereck) in Haßloch hatte der Verein „Work with people Theater e.V.“ am 1. August zum Konzert von „Schwarz-Feiß“ eingeladen, das nach dem fulminanten Abend auch nochmal am 2. August zu erleben sein wird. Blacky P. Schwarz und sein Musikpartner Gero Fei sind Vollblutmusiker und wissen wie man das Publikum mitreißt. Und als Überraschungsgast hatten sie die 10-jährige Linda eingeladen. Eigentlich sollte die Veranstaltung Open Air im historischen Ambiente des Kulturvierecks erfolgen, aber da ging es ihnen wie vielen Veranstaltern momentan: Das Wetter war unvorhersehbar und man musste mit Regen rechnen.

Der Verein WWP „Work with people Theter e.V.“ macht auch Theaterprojekte und vieles mehr. Als Herzensangelegenheit fördern sie in der Kinder- und Jugendtheaterakademie junge Menschen mit Leidenschaft, herz und Kreativität. Hier dürfen Kinder und Jugendliche spielen, toben, singen, tanzen und dabei über sich hinauswachen.

An meinem Tisch saß das Ehepaar Fedra aus Bremen, das in Meckenheim 10 Tage Urlaub macht und zufällig das Werbeplakat zu dieser Veranstaltung sah und sich zu einem schönen Abend im Kulturviereck entschloss. Die eigentliche Reise galt Onkel Erwin aus Deidesheim, der zum Geburtstag eingeladen hatte. Aber den heutigen Abend werden sie nie vergessen.

Der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft, die Bühne herrlich anzuschauen und die ganzen Tische mit Blumendekoration und Tischdecken geschmückt. Für Speis und Trank war vom Verein mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bestens gesorgt worden. Die beiden Musiker betraten gechillt und froh gelaunt mit Beifall begleitet die Stage: Blacky singend am Klavier und einmal mit Blockflöte und Fei mit Percussion und viel Equipment, das er nach und nach einsetzte und in Szene zu setzen wusste.

Mit „A horse with no name“ der Band America hatte Blacky das Publikum bereits vereinnahmt, das ging schnell und der Refrain wurde bereits mitgesungen. „Jo, do simmer widder“ rief Blacky ins Publikum und stellte sich und seinen Kollegen Gero vor. Während Gero aus Mannheim kommt sei er als gebürtiger Niedersachse nun in Ludwigshafen gelandet. Er bedankte sich für die Einladung und den Einsatz von Peter Ruffer, dem ersten Vorsitzenden des WWP-Vereins. Er sei froh, in diesem tollen Haus mit seinem einzigartigen Ambiente spielen zu dürfen. „The Power of Love“ von vielen Musikern bereits gesungen hatte hier eine ganz eigene Note bekommen, die man fast nicht wiedererkannte. Mit was man doch alles Töne erzeugen kann!!! Auch eine ganz besondere Dose kam bei der Percussion zum Einsatz, toll arrangiert, modern und voller Power. Schwarz-Feiß möchten junge Talente fördern und flugs stellte man ein wenig auf der Bühne um, damit die 10 Jahre alte Linda Ewald auftreten konnte. Blacky hatte sie im letzten Jahr beim Theater in Speyer kennengelernt und in der Nachwuchssängerin Potential gesehen. Ein bissel aufgeregt sang sie „Sometimes in edge of love“ und Blacky, der nur als Backgroundsänger fungierte meinte anschließend „Gut gemacht!“. „Rocketman“ von Elton John sang Blacky dann wieder alleine in einer tollen Version. Linda Ewald durfte nochmal auf die Bühne mit ihrer Performance zu „Angel“ von Sarah McLachlan. Sie hat sich ganz toll entwickelt. Mit „Don’t you (Forget about me)“ von Simple Minds in Überlänge, aber voller Inbrunst gesungen, ging es in die Pause.

Blacky machte sich als lockerer Moderator hervorragend, erzählte, dass er viele Jahre in Hamburg gewohnt hat und vom Beruf her Pädagoge sei. Mit seiner ausgebildeten klangvollen Stimme verzauberte Blacky P. Schwarz „Your body is a wonderland“ von John Mayer schon das Publikum und es war erst der Anfang. Im Chor sang es den Refrain „Baddababb baddababb ….:“ mit. Verschiedene Songs von Al Jarreau, Tracy Chapman und anderen wurden heute in ganz anderen Versionen von „Schwarz-Feiß“ performt. Der nächste Song sei so wenig bekannt, dass das Publikum gleich „Hurra!“ Schreien würde. Er nahm die Blockflöte als „Notholz“ zur Hand und stimmte „Sledgehammer“ von Peter Gabriel an. Das Publikum war ganz aus dem Häuschen und sang begeistert den Refrain mit. Der Takt wurde immer schneller und geriet in den Dialog mit „Riders on the storm“ von The Doors, um im nächsten Moment wieder bei Sledgehammer zu landen. Fulminant arrangiert! Der softe Song „Baker Street“ von Gerry Rafferty aus dem Jahre 1978 ließ wieder zur Ruhe kommen. Die beiden Musiker singen nicht einfach nach, sondern geben jedem Stück eine besondere Note, sozusagen das Pfefferkorn. Supertramp und Kool & the Gang mit „Celebration“ brachte das Publikum wieder zum begeisterten Mitsingen und Mitklatschen.

Zwischen den Songs entpuppte sich Blacky P. Schwarz als wahrer Entertainer und erzählte wie er und Gero sich kennengelernt haben. Sie begegneten sich auf einer Party in Mannheim. Blacky hatte für diese Party einen Duo Aufritt geplant, doch seine Mitmusikerin fiel überraschend aus. Und so stand er alleine da. Doch nicht lange, denn Gero bot sich spontan an, die beiden gingen gemeinsam auf die Bühne und lieferten eine unvergessliche Performance voller spontaner Kreativität ab. Mittlerweile sind die beiden Musiker ein eingespieltes Team, derer es nur Blick bedarf, um sich zu verständigen und keinerlei Noten. Die Interaktion mit dem Publikum war hervorragend und Blacky animierte zum Mitmachen. Das ganze Publikum stand auf einmal als es dem Ende zuging, logisch, dass Zugaben hermussten. Ein großes Dankeschön an die Organisation durch den ersten Vorstand Peter Ruffer mit seinem Team. Dieser wurde zur Bühne gebeten und von Blacky herzlich umarmt. Auch das junge Gesangstalent Linda Ewald durfte nochmals auf die Bühne zur Verabschiedung. Schon bei der Zugabe der ersten Tönen von „In the air tonight“ von Phil Collins rastete das Publikum aus. Bei der nächsten Zugabe „Hymn“ von Barclay James Harvest, das vor 40 Jahren ein Welthit wurde, bekam man Gänsehaut und Pippi in die Augen, eines meiner absoluten Lieblingssongs. Dieses fantastische Publikum forderte abermals eine Zugabe. Ein autobiografisches Stück, das eigenständig gespielt wurde, um zu schauen, was dabei herauskäme. „I can‘t dance“ von Genesis wurde auf einzigartige Weise gespielt unterstützt vom Mitklatschen des Publikums. Mit dem typischen Genesis-Walk durch die Reihen war dann aber tatsächlich Ende. Bitte unbedingt wiederkommen, denn das Publikum ging kurz vor 22 Uhr mit glücklichen Gesichtern nach Hause. (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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