Prot. Kirchengemeinde Haßloch
Blick über die Dächer von Haßloch und auf die gewaltigen Glocken
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Am „Andechser Samstag 26.09. & Sonntag 27.09.“ von 15 Uhr bis 18 Uhr bekommen die Haßlocher Bürgerinnen und Bürger die kostenlose Möglichkeit den Turm der Christuskirche Stufe für Stufe zu erklimmen. Die Mühe lohnt sich, denn der Gast hat einen wunderbaren Blick über die Dächer von Haßloch und auf die gewaltigen Glocken. Außerdem werden alte Fotos von der Kirche und den Glocken an Stellwänden gezeigt. Ein Kinder- und Erwachsenenquiz mit kniffligen Fragen zur Kirche und den Glocken hält die ganze Familie auf Trapp – Herzliche Einladung – die Türen stehen offen.
Eine kleine Geschichtsstunde zum Kirchturm und zur Christuskirche
Das Herzstück der Christuskirche - Wer das Erdgeschoß des Kirchturms betritt, befindet sich im ältesten Teil der gesamten Christuskirche: der ehemaligen Ulrichskapelle aus dem 14. Jahrhundert.
Die Sensation der verborgenen Farben – Über Generationen hinweg waren unter dicken Putzschichten farbenprächtige Wandmalereien aus der Zeit um 1600 verborgen.
Haßlocher Turminitiative e. V. – dass dieser Raum heute wieder im neuen Glanz erstrahlt, verdanken wir dem Engagement der Haßlocher Turminitiative. Sie initiierte und finanzierte ein ambitioniertes Restaurierungsprojekt. Dank der Kooperation von Bürgerschaft, Denkmalschutz und Kirchengemeinde wurde aus einem ehemals vergessenen Abstellraum ein lebendiger Ort der Kultur und Historie.
Baujahr des Turmes – Im Jahr 1700 wurde über dem gotischen Gewölbe der Ulrichskapelle ein zweigeschossiger Aufbau für die Glocken errichtet.
Die Herausforderung von 1752 - Um 1750 platzte diese kleine Ulrichskapelle aus allen Nähten. Die Gemeinde wuchs und ein Umbau reichte nicht mehr aus. Die damaligen Kirchenleute fassten einen radikalen Entschluss: Das alte Kirchenschiff wurde abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Das neue Kirchenschiff war ein protestantischer Predigtsaal, der ganz auf Kanzel und Altar ausgerichtet war. Der Architekt war clever, er integrierte die kleine Kapelle als unteres Geschoss in den neuen Turmbau. Dieser Ulrichs-Chor-Raum gilt heute als der älteste erhaltene Raum im Großdorf.
Das „gedrehte“ Kirchenschiff – Traditionelle Kirchen sind geostet – das bedeutet, der Altarraum zeigt nach Osten, in Richtung der aufgehenden Sonne. Die Christuskirche bricht mit dieser Tradition auf spektakuläre Weise. Aus Platzmangel baute man das neue Kirchenschiff einfach quer an den bestehenden Turm an. Der Innenraum ist daher nach Süden ausgerichtet.
Die Glocken als Herzschlag des Ortes – Obwohl die Glocken hoch oben im Turm hängen, prägen sie den Innenraum der Christuskirche und das Gemeindeleben. Sie sind die akustische Verbindung zwischen dem sakralen Raum und dem Alltag im Großdorf. Das heutige Geläut gehört zu den klangvollsten und größten Ensembles in der gesamten Pfalz.
Schwere Last und meisterhafte Technik – Die vier Glocken bringen zusammen ein enormes Gewicht auf die Waage, dessen Schwingungen bei jedem Läuten statisch vom Turm abgefangen werden müssen. Dafür wurden die Glocken an traditionellen elastischen Eichenholzjochen aufgehängt.
Das optische Dilemma – Als die heutige Christuskirche 1752 quer an den Turm angebaut wurde, entstand ein Problem: Die neue Christuskirche war so gewaltig, dass der im Jahr 1700 errichtete Turm das hohe Dach kaum noch überragte. Mehr als 150 Jahre wirkte die Christuskirche dadurch unproportional.
Die spektakuläre Erhöhung des Turmes – Im Jahr 1902 schritt man zur Tat: Ein viertes Stockwerk wurde gebaut und der Turm so um 6,20 Meter erhöht. Die Turmspitze wurde nicht abgenommen, sondern das neue Stockwerk wurde unter die angehobenen Turmspitze hineingebaut.
Autor:Ellen Löwer aus Haßloch |
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