Gasspeicher in Frankenthal ist leer: Was das für den Winter bedeutet
- Der Betreiber von Frankenthal "beobachtet die weitere Entwicklung der Energiemärkte und der regulatorischen Rahmenbedingungen fortlaufend". (Archivbild)
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Frankenthal. Für Gaskunden in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist der leere Untertagespeicher in Frankenthal ein wichtiges Signal vor dem Winter: Der einzige Speicher dieser Art in beiden Ländern ist nach Angaben des Betreibers Enovos aktuell nicht befüllt.
Der Arbeitsgasfüllstand liege derzeit bei null Prozent, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. In früheren Jahren war der Speicher im pfälzischen Frankenthal im Spätsommer teils bereits zu mehr als zwei Dritteln gefüllt. Zuvor hatten Medien über den aktuellen Stand berichtet.
Warum der Speicher leer ist
Enovos begründet die Lage mit den aktuellen Marktbedingungen. Demnach ist es für Händler derzeit wirtschaftlich wenig attraktiv, Gas im Sommer einzukaufen, einzuspeichern und für den kommenden Winter vorzuhalten. „Entsprechend besteht aktuell nur eine geringe Nachfrage nach Speicherkapazitäten, sodass bislang keine Kapazitäten gebucht wurden und keine Befüllung erfolgt ist“, teilte das Unternehmen mit.
Eine Rolle spielen nach Angaben der Meldung die ungewöhnlich hohen Gaspreise in diesem Sommer. Als Grund wird der Iran-Krieg mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus genannt. Händler kaufen deshalb weniger Gas ein, das später im Winter verkauft werden könnte.
Was Frankenthal für die Gasversorgung bedeutet
Untertagespeicher sind für die Versorgung wichtig, weil sie große Mengen Gas aufnehmen können. Sie helfen vor allem dabei, den höheren Verbrauch im Winter auszugleichen. Oberirdische Anlagen sind in der Regel kleiner und dienen eher kurzfristigen Speicheraufgaben.
Der Enovos-Speicher in Frankenthal kann rund 88 Millionen Kubikmeter Gas im Boden aufnehmen. Das Unternehmen lagert dort Kundengas ein. Der Speicher umfasst zwei sogenannte Speicherhorizonte in 700 Metern und 1.000 Metern Tiefe. Die Fläche beträgt etwa 2,5 Kilometer mal 1,0 Kilometer.
Füllstand in Deutschland deutlich niedriger
Auch bundesweit ist die Lage angespannt. Nach Angaben des Branchenverbands Initiative Energien Speichern sind die deutschen Gasspeicher so gering gefüllt wie noch nie zu einem Zeitpunkt Mitte August seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann nannte einen bundesweiten Füllstand von 49 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, verwies im Deutschlandfunk auf die gesenkte Füllstandvorgabe von 70 Prozent. Dieses Ziel sei noch erreichbar, sagte sie. Zugleich bleibe es eine enorme Herausforderung: „Es wird immer enger.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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