Tag der Architektur: Führungen zeigen moderne Umbauten und Neubauten
- Die ersten Mitarbeiter ziehen wieder am Ludwigsplatz in den Neubau der IHK Rheinland-Pfalz ein.
- Foto: Julia Glöckner
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Frankenthal/Pfalz. Vom Wohnhaus bis zum Universitätsgebäude: Der „Tag der Architektur“ zeigt am 27. und 28. Juni wieder die ganze Bandbreite aktueller Baukultur in Rheinland-Pfalz. Beim bundesweit größten Architekturfestival öffnen diesmal 56 neu fertiggestellte Projekte ihre Türen. Viele Tausend Besucherinnen und Besucher nutzen das letzte Juniwochenende traditionell, um Architektur direkt vor Ort zu erleben. Architekturbüros führen gemeinsam mit ihren Teams durch die ausgewählten Gebäude.
Die Projekte verteilen sich auf zahlreiche Orte im Land, darunter Mainz, Koblenz, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Speyer, Neustadt an der Weinstraße, Bad Kreuznach, Ingelheim am Rhein, Landau oder Bingen. Auch kleinere Gemeinden wie Caan, Sommerau, Greimersburg oder Nothweiler sind vertreten.
Auffällig stark ist in diesem Jahr das Thema Bauen im Bestand. 31 Projekte widmen sich dem nachhaltigen Sanieren, Modernisieren und Umbauen. Sie zeigen, wie viel Potenzial in bestehenden Gebäuden steckt. Für Bauinteressierte liefert das Festival damit nicht nur architektonische Eindrücke, sondern auch konkrete Ideen für eigene Vorhaben.
Kammerpräsident Joachim Rind betont die Bedeutung dieser Entwicklung: „Unseren Gebäudebestand sollten wir als Ressource sehen. Durch sorgfältige Bestandsanalysen, nachhaltige Konzepte und innovative Baumaterialien können wir die Lebenszyklen von Gebäuden verlängern. So sparen wir CO2 ein und bewahren gleichzeitig unsere identitätsstiftende Baukultur.“
Wie interessant Bestandserweiterung sein kann, zeigt der Umbau einer rund 100 Jahre alten Scheune zu einem Wohnhaus in Großniedesheim. Das historische Sichtmauerwerk blieb fast vollständig erhalten. Innen setzt das Projekt bewusst auf moderne Kontraste. Drei große Pflanzbeete, vier zweigeschossige schräg stehende Betonrundstützen und ein zentraler Luftraum mit breiter Wendeltreppe prägen das Haus. Von der Empore öffnet sich der Blick weit in die Landschaft. Auch energetisch verfolgt das Projekt einen nachhaltigen Ansatz. Zum Konzept gehören Solartechnik und eine wärmespeichernde Bodenplatte.
Ein anderes Beispiel ist der Erweiterungsbau der Justus-von-Liebig Realschule plus in Maxdorf. Das Gebäude entstand in Massivbauweise aus Sichtbetonfertigteilen und wurde wegen schwieriger Bodenverhältnisse auf 50 Bohrpfählen gegründet. Die beiden Längsseiten tragen horizontal montierte Holzleisten mit dahinterliegender Dämmung. Innen dominiert eine reduzierte Materialpalette. In Klassenräumen und Fluren wurde auf abgehängte Decken verzichtet. Verkleidungen dienen ausschließlich der Akustik und dem Schallschutz. Selbst die Haustechnik verschwindet in den Schränken der Klassenräume.
Durch viele weitere Projekte führen Architekten in Mainz, Landau, Neustadt, Speyer und Ludwigshafen. Alle von einer Fachjury ausgewählten Projekte sind mit Adressen und Öffnungszeiten online veröffentlicht unter: www.diearchitekten.org/tda. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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