Pilgerpfad: Neues Schulzentrum, Wohntürme und Treffpunkte im Bürgerdialog
- Das eingeschossige Gebäude wird abgerissen. Seit 2 Jahrzehnten reihen sich dort ohnehin nur Ladenleerzeilen aneinander.
- Foto: Pressestelle FT/deindrohnenflug.de Daniel Schmidt
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Frankenthal. Die Stadtverwaltung stellte die Pläne zur Aufwertung des Pilgerpfads bei einem Bürgerinfoabend vor. Themen waren die weitere bauliche Entwicklung am Jakobsplatz, der Schulneubau sowie kleinere Aufwertungsmaßnahmen, etwa in Form von Begrünung.
Die Stadtverwaltung ist vor einigen Wochen aus dem Förderprogramm ausgestiegen, aus dem sie die Mittel für die bauliche Aufwertung des Quartiers abgerufen hatte. „Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen, der besser passt“, sagte der leitende Stadtplaner Seifert. Grund dafür ist der Grundsatzbeschluss der Verwaltung für einen Schulneubau am Speyerbach.
Neues Schulzentrum am Speyerbach
Das neue Schulzentrum auf einem Grundstück am Speyerbach, rund 100 Meter vom Quartier entfernt, wird sehr wahrscheinlich kommen. „Bedarf dafür besteht, weil immer wieder Sanierungsmaßnahmen an Schulen anfallen. Während der Sanierungszeit kann der Schulbetrieb in der Ausweichschule am Speyerbach weitergehen“, sagte Seifert. „Daneben kann das neue große Schulzentrum nicht nur Mensa, sondern auch die Friedrich-Ebert-Realschule plus sowie mehrerer Förderschulen aufnehmen.“ Diese Schulen solle es künftig beheimaten.
Nach dem Umzug der Friedrich-Ebert-Realschule ins Zentrum am Speyerbach soll das alte Bestandsgebäude für den Einzug der benachbarten Grundschule umgebaut werden. Das Grundschulgebäude wird abgerissen, weil es in die Jahre gekommen ist. Dadurch werden Sportplätze am Ebert-Realschulgebäude frei, da eine Grundschule weniger Sportflächen braucht als weiterführende Schulen. Dort soll ein Skatepark für junge Leute entstehen.
„Dies wird auch den Verkehr entlasten, weil 50 Lehrer nicht mehr ins Quartier einpendeln, womit weitere Flächen für Gemeinschaftsräume frei werden“, sagte OB Meyer. Für den Bau des Schulzentrums sehe er Bedarf: „Die Schülerzahlen an Förderschulen verdoppeln und verdreifachen sich.“
Förderprogramm wird pausiert
„Die bereits abgerufenen Städtebaufördermittel aus dem Programm Sozialer Zusammenhalt sind meist auf 12 bis 15 Jahre begrenzt“, so Seifert. Die geplanten Abläufe und Fristen für das Bauprojekt am Jakobsplatz stimmen damit nicht mehr. Das sei der Hauptgrund für den Ausstieg aus dem Städtebauförderprogramm. Kleinere Maßnahmen wie mobile Begrünung sowie die Instandsetzung und Bepflanzung des Rankgerüsts will die Stadt dennoch sofort umsetzen.
Auf die Kritik der Anwohner an den langen Planungsphasen seit 2019 räumte Seifert ein, dass die Aufwertung des Jakobsplatzes noch viele Jahre dauern könnte. Für die Investitionen sei ein Mix aus Förderprogrammen vorgesehen: Eigenmittel, Mittel aus der Schulbauförderung sowie aus den Programmen Sozialer Zusammenhalt und Innenstadtimpulse.
„Im Ganzen werden wir das Quartier nachhaltiger aufwerten“, sagte Seifert. „Die Projekte am Pilgerpfad würden mit Prio behandelt. Im Dezember will man nach Beschluss den vorhabenbezogenen Bebauungsplans dem Investor den Bauauftrag für Neubau am Jakobsplatz erteilen.“
Überarbeitete Pläne für den Jakobsplatz
Investor Pro Concept überarbeitete die ursprünglichen Pläne von 2019 nach Anwohnerprotesten. Statt zweier Hochhäuser mit 19 Geschossen sollen nun zwei 17,7 Meter hohe Wohngebäude mit einem 1000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt und Begegnungsorten entstehen. Sie haben nur je vier Wohngeschosse. Vorgesehen sind unter anderem eine Bäckerei und ein Café zum Jakobsplatz hin.
Angrenzende Gemeinschaftsflächen wie der Jakobsplatz und der Spielplatz an der Lukas-Krämer Straße sollen langfristig aufgewertet werden. Weitere Treffpunkt wachsen in den nächsten Jahren auf der Brache, die durch den Schulumbau und Abriss frei werden. Nachbarschaften, die von typisch losem, freundlichem Kontakt geprägt sind sowie nachbarschaftliche Netzwerke sollen durch Belebung des Viertels aus sich selbst heraus wachsen.
Laut Bauamt haben Netto und Edeka Interesse, in den Neubau einzuziehen. Das bisherige Gebäude mit Leerstand zum Jakobsplatz hin wird abgerissen. Nach den neuen Plänen sollen insgesamt 40 Stellplätze vor dem Markt entstehen, 48 weitere für die Bewohner der neuen Wohntürme in einer Tiefgarage.
Meyer erklärte außerdem, dass Städte Investoren nur Bauaufträge erteilen können. Projektentwickler ließen sich angesichts des Baupreisindex und der Zinslage nicht zum Anrollen der Bagger zwingen. Der Markt stelle die Rahmenbedingungen dafür, wann es losgehe.
Kurzfristige Maßnahmen zeigen sich sofort
Kleinere Maßnahmen will das eröffnete Quartiersbüro gemeinsam mit Aktiven und der Zivilgesellschaft vor Ort sofort umsetzen. Kinder pflanzten bereits in diesem Jahr Bäume, mobiles Grün wurde installiert, und das Rankgerüst wird derzeit durch einen neuen Anstrich instandgesetzt und später begrünt. Zudem läuft ein gemeinschaftliches Gießprojekt der IWS.
„Hinzukommen wird ein Brunnen auf dem Jakobsplatz sowie Sitzmöglichkeiten. Weiteres mobiles Grün wird aus dem Programm Innenstadtimpulse finanziert. Ein Gemeinschaftsgarten soll entstehen, der durch kulturelle und kreative Angebote aktiviert wird“, erklärte Dr. Sahid, die Quartiermanagerin ist, solange die vakante Stelle besetzt ist.
Grob geplant ist auch ein Park für Sport und Spiel als Treffpunkt, Liegebänke am großen Wasserspiel sowie geschützte Orte durch Sonnensegel. Die Potenziale für vertikales Grün sollen ausgeschöpft werden, um das stark verdichtete Quartier an Hitzetagen zu kühlen. Auch das Amphitheater auf der Pilgerwiese soll baulich reaktiviert werden und als Treffpunkt für Konzerte und weitere Veranstaltungen dienen. Zudem sollen Aktionstage und Stadtteilfeste den Stadtteil neu beleben. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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