Frankenthal beschließt Digitalstrategie: So soll der Kontakt zur Verwaltung leichter werden
- Viele Wege zur Verwaltung laufen heute über Computer und digitale Formulare. Genau hier setzt Frankenthal mit einem neuen Fahrplan an.
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Frankenthal. Anträge stellen, Infos finden, weniger unnötige Wege. Genau das soll in Frankenthal in den nächsten Jahren einfacher werden. Der Stadtrat hat am Dienstag, 9. September, eine Digitalisierungsstrategie beschlossen. Sie legt erstmals einen verbindlichen Fahrplan für die digitale Weiterentwicklung der Stadtverwaltung fest.
Die Strategie läuft über sechs Jahre. Sie umfasst fünf Handlungsfelder und 24 Ankerprojekte. Die Stadtverwaltung überprüft den Plan regelmäßig und passt ihn alle zwei Jahre an neue Entwicklungen und Anforderungen an.
Was sich aus Sicht der Bevölkerung ändern soll
Die Stadt richtet ihre Leistungen unter dem Leitbild Services. Einfach. Machen. stärker an unterschiedlichen Nutzergruppen aus. Dazu gehören Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Unternehmen, Vereine und Verbände, andere Institutionen und die Beschäftigten der Stadtverwaltung.
Für die Bevölkerung soll sich die Modernisierung vor allem im Alltag zeigen. Die Stadt nennt als Ziele, Informationen schneller auffindbar zu machen, Anträge unkomplizierter zu ermöglichen, Mehrfachwege zu vermeiden und Verwaltungsprozesse transparenter zu gestalten. Wo es rechtlich und technisch möglich und sinnvoll ist, will Frankenthal Leistungen zunehmend durchgängig digital anbieten und Medienbrüche vermeiden.
Die Stadt betont zugleich Wahlmöglichkeiten. Digitale Angebote sollen zusätzliche Wege eröffnen. Persönliche und telefonische Beratung bleiben laut Stadtverwaltung wichtige Bestandteile des Bürgerservices. Barrierefreiheit, Verständlichkeit und eine einfache Zugänglichkeit will die Stadt von Beginn an mitdenken, unter anderem für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.
Analyse zeigt Aufholbedarf, Umsetzung startet jetzt
Ausgangspunkt für die Strategie war eine Bestandsaufnahme zum digitalen Reifegrad der Stadtverwaltung. Die Stadt arbeitete dabei mit der PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH zusammen. Die Analyse zeigte nach Angaben der Stadt deutlichen Entwicklungs- und Aufholbedarf im Vergleich zu stärker digitalisierten Verwaltungen.
Den Erarbeitungsprozess startete die Stadt nach dem Startschuss im Ausschuss für Finanzen, Personal und Sicherheit im Dezember. Es folgten rund neun Monate mit Tiefeninterviews, digitalen Befragungen und mehrtägigen Workshops mit Mitarbeitenden und Führungskräften. Fraktionen und Beiräte beteiligten sich über digitale Live-Befragungen.
Mit dem Beschluss beginnt nun die Umsetzungsphase. Die Stadt baut als Teil der Organisationsentwicklung eine interne Steuerungsgruppe auf. Sie soll Digitalisierungsprojekte zentral bewerten, priorisieren und koordinieren. Die fünf Handlungsfelder und 24 Ankerprojekte bilden den Arbeitsrahmen für die kommenden Jahre.
Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer sieht den Schwerpunkt nicht in Technik um ihrer selbst willen, sondern in spürbaren Verbesserungen im Kontakt mit der Verwaltung. Auch Dr. Sandra Bulling, Leiterin des Bereichs Personal, Organisation und Verwaltungsmodernisierung, hebt die Rolle der Beschäftigten hervor. Ihre Erfahrungen aus der täglichen Arbeit sollen die Umsetzung weiter mitprägen.
Die Digitalisierungsstrategie verzahnt die Stadt mit der Verwaltungsmodernisierung F!T – Frankenthal in Transformation und der Stadtentwicklungsstrategie Frankenthal 2035.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |