Bürger packen im Pilgerpfad an: Mehr Grün und neue Belebung am Jakobsplatz
- An den Rankgerüsten werden sich in den nächsten Jahren 62 Rosenstöcke entlang wachsen, die im Hochsommer in Blüte stehen.
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Frankenthal. Mobiles Grün in Holzkisten, das frisch angestrichene Rankgerüst und die gepflanzten Rosenstöcke, die daran wachsen, machen den zentralen Quartiersplatz gleich viel einladender. Seit dem Sommer wird das Areal aufgewertet und begrünt – in Bürgerarbeit.
Auf lange Sicht wird der Jakobsplatz in den kommenden Jahren mit einem 17,7 Meter hohen Wohnneubau baulich aufgewertet. Bis zum Start der Abrissarbeiten an dem Gebäude, das seit anderthalb Jahrzehnten durch Ladenleerstand geprägt ist, werden viele kurzfristige Maßnahmen das Quartier aufwerten. Durch den Abriss entsteht in einigen Jahren eine Brache, die die Neubebauung erst möglich macht.
Erste Ergebnisse sind bereits sichtbar. So startete im Sommer ein Gartenprojekt, das laut OB Meyer „mit der Kraft der Gemeinschaft“ den Platz mit neuem Leben füllen wird. Der Gemeinschaftsgarten steht für kreative Nutzungen und die Wiederbelebung des Platzes bereit. So kam er weg von dem Image, ein verödeter Angstraum zu sein. Bewohner haben 23 Holzkisten unterschiedlicher Größen bemalt, die als mobiles Grün dienen. Kinder aus Schulen und Kitas und Anwohner haben sie bereits im Juli bepflanzt. Auch die vier Rundbeete am Jakobsplatz zeigen sich mit frischem Grün.
62 Rosenstöcke im Pilgerpfad gesetzt
Die Rankgerüste werden reaktiviert und haben einen frischen roten oder gelben Anstrich erhalten. Rosen werden in den kommenden Jahren daran wachsen; 62 Stöcke sind bereits gepflanzt. „Weiterhin zielten bisherige Maßnahmen auf Optimierung der Platzmöbilierung durch Sitzmöglichkeiten. 10 Sitzelemente wurden installiert“, erklärte die Quartiersmanagerin Siba Said.
Seit August ist das lange angekündigte Quartiersbüro geöffnet. Das Quartiersmanagement, dessen Leitung vorübergehend Frau Dr. Said übernimmt, bis die vakante Stelle besetzt ist, soll eine Schnittstelle zwischen Verwaltung, Bewohnern und Stadtpolitik sein. „Ziel ist rege Beteiligung zu stärken und den sozialen Zusammenhalt im Quartier“, sagte Said.
„Im Bürgerdialog wurden bereits im Juli Ideen gesammelt. Die Vorschläge wurden in Themenclustern gebündelt, und 8 Maßnahmen daraus abgeleitet“, so Said weiter. Auf dieser Grundlage hat die Verwaltung nun einen Förderantrag beim Land gestellt. Die Mittel für die weiteren Projekte zur Aufwertung des Pilgerpfads aus dem Landesprogramm Innenstadtimpulse sollen für 2027/28 bereitstehen.
- An den Rankgerüsten werden sich in den nächsten Jahren 62 Rosenstöcke entlang wachsen, die im Hochsommer in Blüte stehen.
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10-Punkte-Plan ist ab 2027 in Umsetzung
Demnach werden zunächst Gemeinschaftsräume geschaffen, um öffentliche Räume zu beleben. Es sollen Plätze für Sport und Spiel entstehen, etwa für Boule und weitere Aktivitäten.
Geplant ist die Installation von Ruhebänken, die zum Relaxen einladen, sowie eines begrünten Bereichs am großen Wasserspiel. Auch Street Art könnte den urbanen Raum aufwerten und dem Viertel eine neue urbane Identität geben. Für mehr Identitätsgefühl sollen auch Infotafeln sorgen, die die Geschichte des Quartiers sichtbar machen.
Vertikale Gärten sollen kühlende Effekte auf das Mikroklima im stark verdichteten Quartier haben. Wo die Gärten installiert werden, steht noch nicht fest.
Die Pilgerwiese wird vergrößert, das Amphitheater um Sitzelemente erweitert und mit Sonnensegeln verschattet. Dann gilt es, die Eventstätte mit Konzerten und weiteren Veranstaltungshighlights wiederzubeleben. Aktionstage und Stadtteilfeste sollen Leben auf die Quartiersplätze bringen und mithilfe von Bürgerschaft und Zivilgesellschaft gestemmt werden.
Best Practice: Musterbeispiele aus EU-Städten eingeflossen
„Beim Erarbeitung der Umsetzung des Gemeinschaftgartenprojekts schauen wir unter anderem Best Practice von andere Städten ab. Die Plätze im Quartier, die als Gemeinschaftsräume gedacht waren und sind, werden mit der Kraft der Gemeinschaft reaktiviert“, erklärte OB Meyer. Das Projekt wurde bislang sehr gut angenommen. "In privater Initiative von Bürgern und in Gemeinschaftsarbeit wurden Plätze begrünt. Die gesetzten Pflanzen, die vor allem Kinder pflanzten, werden auch in Eigeninitiative bewässert. Schüler der IGS organisierten Gießgänge und setzten sie gemeinschaftlich um."
Um das dicht bebaute Quartier zu kühlen, möchte die Verwaltung Maßnahmen über das Programm „Wir pflastern ab“ finanzieren lassen. Dabei geht es zunächst um die Entsiegelung und Begrünung von Verkehrsinseln. Gemeinsam ließen sich im Quartiersbüro auch Ideen für den Pilgerpfad finden. Vorab müsse man allerdings genau hinschauen, wo Bäume stehen bleiben können und sicher nicht wieder herausgenommen werden müssen.
Die Dachterrassen der neu entstehenden Wohnblöcke im Norden des Jakobsplatzes werden laut Bauamt "lebhaft begrünt". Die Substratschicht wird dick genug sein, damit sich dort höher wachsende Sträucher pflanzen lassen.
Interessierte können im Quartiersbüro Ideen sammeln oder sich im Gartenprojekt aktiv sowie als Pate einbringen. jg
- Street Art soll das Quartier aufwerten.
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Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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