Schulmuseum in Palmbach zeigt Handarbeiten / noch wenige Tage
Von Stichen und Maschen

Blick auf Ausstellungsobjekte  Foto: Roland Jourdan
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  • hochgeladen von Jo Wagner

Palmbach. Das Annähen eines Knopfes ist im Ordner von Irmgard Schmidt auf einer DIN A4-Seite in sechs Zeichnungen überaus anschaulich erläutert. Und auch sonst sind in den akkurat abgehefteten Unterlagen der einstigen Lehramtsstudentin noch allerhand nützliche Tipps und Tricks für den Umgang mit Nadel und Faden zu finden. Für kompliziertere Arbeiten wie den Hexenstich oder den Überwendlingsstich hat Schmidt sogar Stoffstücke mit den jeweiligen Stichen auf Pappe geklebt und mit Folie gesichert.

Seit Anfang Juni ist der rund 50 Jahre alte Ordner von Irmgard Schmidt bei der Sonderausstellung „200 Jahre Handarbeitsunterricht an der Schule“ im Badischen Schulmuseums zu sehen. Mit über 250 Exponaten wird im oberen Klassenzimmer der ehemaligen Palmbacher Waldenserschule die Geschichte des Handarbeitsunterrichts in den vergangenen zwei Jahrhunderten aufgezeigt. Alte Leinentücher aus dem 19 Jahrhundert sind deshalb ebenso auf den Tischflächen ausgebreitet wie gestrickte Topflappen aus der Nachkriegszeit und Freundschaftsbänder von den heutigen Grundschülern.

„Der Handarbeitsunterricht hat sich in den vergangenen 200 Jahren doch sehr stark verändert“, erklärte Trudel Zimmermann, Vorsitzende des Schulmuseumsvereins – und freut sich über die vielen Besucher: „Die Ausstellung findet bei Groß und Klein reges Interesse“. Dabei ist der Besucherkreis weit gefasst, sogar Besucher aus China und Spanien kamen vorbei. Eine Ausstellung, die eben bestens ankommt – und die auch von der Bevölkerung etliche Exponate bekam. „Stadträtin Rahsan Dogan spendete auch dem Schulmuseum einige Exponate“, so Zimmermann: „Und bei Oberbürgermeister Mentrup wurden ebenfalls Exponate abgegeben. Wertvolle Handarbeiten, die dann ins Schulmuseum kamen.“

Früher wurden die Kinder durch den Handarbeitsunterricht nach Zimmermanns Einschätzung vor allem auf die späteren Anforderungen in der Großfamilie vorbereitet: „Da wurden Kleider und Tischdecken noch selber genäht und geflickt.“ Heute genieße die Handarbeit dagegen längst nicht mehr den Stellenwert wie zu früheren Zeiten. Zu Unrecht, betont Zimmermann: „Denn durch den Handarbeitsunterricht werden Fingerfertigkeit und Kreativität gefördert und Stricken ist für viele Leute heute sogar wieder ein angesagtes Hobby.“ ht

Infos: Wie der Handarbeitsunterricht „damals“ ausgesehen hat, davon können sich Besucher des Schulmuseums nur noch bis Sonntag, 2. Dezember, ein Bild machen – am 8. Dezember startet dann die nächste Ausstellung. Dann geht's um „Schulbücher aus aller Welt“. Im vergangenen Jahr kamen übrigens 3.700 Gäste aus 42 Nationen, www.badisches-schulmuseum.de

Autor:

Jo Wagner

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