Chawwerusch spielt „Der zerbrochne Krug“ bei den Dahner Sommerspielen
- Das Chawwerusch Theater bringt „Der zerbrochne Krug“ auf die Burg Altdahn. Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung im Haus des Gastes statt.
- Foto: Peter Seibel
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Dahn. Ein Klassiker unter freiem Himmel: Die Dahner Sommerspiele holen am Freitag, 21. August, das Chawwerusch Theater mit Der zerbrochne Krug auf die Burg Altdahn. Los geht es um 20 Uhr. Bei schlechtem Wetter weicht die Aufführung ins Haus des Gastes in Dahn aus. Auf dem Spielplan steht die Geschichte vom schwärzesten Tag des Dorfrichters Adam. Er wacht morgens mit Kopfschmerzen auf, findet seine Perücke nicht und muss sich dann auch noch durch einen heiklen Gerichtsfall manövrieren. Gleichzeitig schaut die Gerichtsbarkeit aus der Stadt ihm genau auf die Finger.
Drei Schauspieler, viele Rollen auf der Bühne
Walter Menzlaw inszenierte den Kleist-Klassiker in einer zeitgemäßen, „puren“ Fassung, die sich auf die zentralen Fragen des Stoffs konzentriert. Felix S. Felix, Ben Hergl und Lina Zimmer wechseln dabei in fliegendem Tempo die Rollen und lassen so das ganze Dorfgericht samt Anklage, Verteidigung und Dorfgemeinschaft entstehen. Im Mittelpunkt steht Witwe Marthe, deren Familienerbstück, ein Krug, plötzlich zerbrochen ist. Ihre Tochter Eve wurde am späten Abend mit ihrem Verlobten Ruprecht im Garten gesehen. Ruprecht bestreitet das Treffen und weist jede Verantwortung von sich, womit er auch Eves Ehre infrage stellt. Dorfrichter Adam soll den Fall aufklären, doch sein Verhalten wirkt zunehmend seltsam und am Ende liegt nicht nur der Krug, sondern auch das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit in Scherben.
Die Inszenierung arbeitet laut Ankündigung mit angedeuteten Räumen, vor allem über Stühle und ein Stehpult. Bühne und Kostümbild stammen von Peter Seibel. Das Stück bleibt eine Komödie, weil Kleists Sprachwitz und die immer neuen Ausflüchte des Richters für komische Situationen sorgen. Am Ende greift Adam zum letzten Strohhalm: „Ich beantrage hiermit, dass das Gericht befugt ist, anzunehmen, dass der Teufel den Krug zerbrochen hat.“
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |