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Scheckübergabe Hungermarsch 2021 – Ein Traum wird Realität

Feierliche Spendenscheckübergabe per Videokonferenz
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Böhl-Iggelheim. Am 30. Januar um 14.30 Uhr begann die Video-Konferenz zwecks Geldübergabe für das Projekt 2021 an die Projektpaten des Hungermarsches 2021 aus Schifferstadt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste dies in kleinem Rahmen über die Bühne gehen. Es waren für die Scheckübergabe nur ein paar Personen (Ehepaar Schackert, Bernd Kiefer, Gastgeber-Ehepaar Münster) in Münsters Haus in Böhl anwesend. Alle anderen vom Vorstand wurden per Video-Konferenz dazu geschaltet. Man wolle auch versuchen, die Projektträger aus Burkina Faso dazuzuschalten bzw. die zukünftige Ärztin, die im Moment noch in Belgien lebt. Das Übergabevideo ist auf der Homepage verlinkt und auf „youtube“ zu sehen (https://youtu.be/78mmNcVjMMM).

Der 46. Ökumenische Hungermarsch fand am 10.10.21 statt und sollte dieses Mal für das Projekt „Sicherer Start ins Leben - Aufbau einer Geburtsstation in Koudougou/Burkina Faso“ sein. In Burkina Faso gibt es weder eine soziale Absicherung durch den Staat noch ein flächendeckendes Gesundheitssystem. Für schwangere Frauen gibt es in der Regel keine Vorsorgeuntersuchungen und keine medizinische Begleitung bei der Geburt. Auch eine Nachsorge oder Beratung bei der Familienplanung und der Zugang zu Verhütungsmitteln ist nicht gegeben. Die meisten Babys werden unter unhygienischen Bedingungen in den Dörfern geboren. Bei Komplikationen sind die Gesundheit und das Leben von Mutter und Kind in Gefahr. Daher soll in dem im Centre OASIS befindlichen Klinikgebäude mithilfe des beim Hungermarsch erlaufenen Erlöses eine „Maternité“ (Geburtsstation) aufgebaut werden, damit zukünftig ein sicherer Start ins Leben für Mutter und Baby ermöglicht werden kann. Eine junge Frau macht gerade vor Ort ihre Hebammenausbildung, um ab Eröffnung der Geburtsstation die Betreuung aufzunehmen und ihr Wissen in Bezug auf Hygiene, Familienplanung etc. an andere Frauen weiterzugeben, ganz im Sinne der nachhaltigen Selbsthilfe.

Frank Kurz in seiner Funktion als Kassenwart vom Ökumenischen Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V. war heute per Monitor als Moderator tätig.

Frank Kurz erteilte zuerst Bürgermeister Peter Christ das Wort: Es sei ihm eine Ehre, dass er zur Scheckübergabe wieder dabei sein dürfe, wenn auch in einer etwas anderen Form. Er selbst konnte diesmal beim Hungermarsch nicht dabei sein und möchte aber wie jedes Jahr in seiner Funktion als Bürgermeister den Hungermarschverein unterstützen. Er habe einen Betrag über 1000 € für humanitäre Zwecke von der Sparkasse erhalten. Die Entgegennahme erfolge durch Bernd Kiefer (Vorsitzender des Vereins) im Rathaus.

Bernd Kiefer stellte die anwesenden Personen im „Münster-Haus“ vor und freue sich über dieses Ereignis der Livesendung, die vom Wohnzimmer der 2. Vorsitzenden Uschi Münster aus übertragen wurde. Es sei ein unfassbar fantastischer Spendenbetrag zusammengekommen von sage und schreibe 86.377,23 Euro, eine irre Summe, mit der sie nicht gerechnet hatten. Er bedankte sich bei Herrn Schackert für die intensive Zusammenarbeit sowie bei allen Spendern und Organisatoren.

Worauf hin sich Frank Kurz in seiner Funktion als Kassenwart für das hervorragende Ergebnis bedankte. Es hätten so viele bei der Spendenaktion mitgemacht, sogar das Taschengeld von Kindern sei hier mit eingeflossen. Besonders freue er sich auch über die Beteiligung der Schulen und richtete das Augenmerk auf den Schulbeauftragten Clemens Simon, der das Wort ergriff.

Clemens Simon: Im Frühjahr 2021 gab es in der Mandelgrabenschule eine Aktion, im Herbst konnten Infoveranstaltungen in der Grundschule Böhl, Pestalozzischule Mutterstadt und dem Hannah-Arendt-Gymnasium Hassloch stattfinden. Die Grundschule Böhl hatte ihren eigenen Hungermarschtag im Wald, alleine von der Schule kam ein Betrag von 6.000 Euro zusammen. Die Pestalozzischule hatte die tolle Aktion „Lese-Hunger stillen“, wobei für jedes gelesene Buch Geld gesammelt wurde. Das und andere Aktionen seien kreative Ideen gewesen und somit seien 12 – 13 % der Gesamtspenden alleine durch die Schulen eingenommen worden.

Als nächstes kam Regina Schackert zu Wort. Sie bedankte sich bei allen Spendern und bekam die Zuschaltung von der Cooperationspartnerin Clarisse Kantiono (Präsidentin der Association PIA), mit der sie sich auf Französisch unterhielt. Diese war so bewegt und bedankte sich bei den Spendern „Merci, Merci, Merci“ und sogar auf Deutsch mit „Dankescheen“. Diese Summe wird helfen, dass die Klinik eröffnet werden kann.

Frau Dr. Reine Kanzie aus Brüssel wurde zugeschaltet. Sie ist die Tochter von Clarisse Kantiono. Diese wird nach ihrer Facharztausbildung als leitende Ärztin der Geburtsstation dort in Koudougou/Burkina Faso sein und erzählte über die Pläne.
Gerhard Schackert übersetzte anschließend vom Französischen ins Deutsche. Das Projekt sei seit einigen Jahren in Planung. Man hoffe, dass durch die Unterstützung des Hungermarsches dieses Projekt tatsächlich „Das Licht der Welt erblicken möge“. Im März solle mit den Bauarbeiten und die Renovierung begonnen werden. Im Januar 2023 soll die Übergabe erfolgen und eine Personalausschreibung gemacht werden. Eine Hebamme sei bereits vor Ort in Ausbildung, die von den Soroptimisten in Speyer finanziert wird. Bis zur Einweihung muss noch vieles besorgt werden, da kann es auch neben neuen Geräten auch gutes gebrauchtes sein. Bis Mai 2023 soll dann alles aufgebaut und in Betrieb genommen sein, um dann im Juli 2023 zur Eröffnung schreiten zu können. Und so wird ein Traum zur Realität! Der früheren Klinik soll wieder Leben eingehaucht werden.

Der zugeschaltete Johannes Mauder, Vorsitzender der Stiftung „Weg der Hoffnung“ aus Mainaschaff gab einen Ausblick auf das neue Projekt 2022. Dort soll die Einrichtung und Ausstattung der Beschützenden Werkstätte „Manos Amigas“ (Freundeshände) in Kolumbien unterstützt werden, damit weitere 50 junge Menschen mit Behinderung durch Beschäftigung, Ausbildung und Förderung eine Zukunftsperspektive bekommen.

Das Schlusswort hatte Frank Kurz, der sich nochmals bei allen und für alles bedankte und viel Erfolg mit dem neuen Projekt wünschte.
(mel)

Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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