Bad Dürkheimer Wurstmarkt: Neun Tage und neun Nächte
- Das Riesenrad.
- Foto: Bohlander
- hochgeladen von Reiner Bohlander
Wurstmarkt 2026. Es gibt Termine im Kalender, die man sich in der Pfalz nicht eintragen muss – sie gehören einfach dazu. Der Dürkheimer Wurstmarkt ist einer davon. Jahr für Jahr zieht das größte Weinfest der Welt Hunderttausende Besucher nach Bad Dürkheim und macht die Kurstadt für neun Tage zum Mittelpunkt der Pfälzer Weinkultur. Vom 11. bis 15. September sowie vom 18. bis 21. September wird wieder gefeiert, angestoßen und die besondere Atmosphäre genossen, die den Wurstmarkt seit mehr als 600 Jahren auszeichnet.
Mit mehr als 600.000 Besucherinnen und Besuchern zählt der Dürkheimer Wurstmarkt zu den größten Volksfesten Deutschlands. Und obwohl sein Name anderes vermuten lässt, spielt seit jeher der Wein die Hauptrolle. In den traditionellen Schubkarchständen, im Weindorf und im Festzelt treffen Einheimische und Gäste aus aller Welt aufeinander, um die Pfälzer Lebensart zu feiern.
Dabei lebt der Wurstmarkt gerade von seinen Gegensätzen. Hier sitzen Winzer neben Touristen, Familien neben Studenten und alte Freunde neben Menschen, die sich erst wenige Minuten zuvor kennengelernt haben. Wer durch die Gassen zwischen den Schubkarchständen schlendert, erlebt genau das, was den Wurstmarkt seit Generationen ausmacht: Geselligkeit ohne große Inszenierung. Ein Glas Wein, ein Platz auf der schmalen Holzbank und ein gutes Gespräch reichen oft aus, um einen gelungenen Abend zu verbringen.
Wer es etwas ruhiger mag, findet im Weindorf seinen Platz. Dort laden Wein- und Gastronomiezelte dazu ein, ausgezeichnete Pfälzer Weine im Stielglas zu genießen. Von klassischen Rieslingen über kräftige Rotweine bis hin zu Winzersekten reicht das Angebot. Dazu werden frisch zubereitete Speisen in gehobener Atmosphäre serviert.
Ganz anders präsentiert sich das Festzelt. Dort bestimmen Live-Musik, ausgelassene Stimmung und gemeinsames Feiern das Bild. Bis Mitternacht wird an jedem Veranstaltungstag Musik gespielt, ehe der Ausschank noch bis in die Nacht weiterläuft.
Auch das Programm bietet wieder zahlreiche Höhepunkte. Den Auftakt bildet am Freitag, 11. September, das traditionelle Platzkonzert mit anschließendem Festzug. Um 18 Uhr folgt das historische Eröffnungsspiel mit dem offiziellen Fassanstich und der Eröffnung des Wurstmarktes.
Am ersten Wurstmarkt-Montag gehört die Bühne traditionell der Pfälzer Mundart. Beim Literarischen Frühschoppen werden Geschichten, Gedichte und Lieder vorgetragen. Am Abend wird im Weindorf die neue Dürkheimer Weinhoheit inthronisiert.
Zu den Höhepunkten zählen auch die beiden großen Höhenfeuerwerke am 15. und 21. September. Wenn sich der Himmel über dem Gradierbau in ein Farbenmeer verwandelt, versammeln sich jedes Jahr Tausende Besucher auf dem Festgelände und in den umliegenden Weinbergen.
Zwischen den beiden Festwochen kehrt am Mittwoch und Donnerstag zwar etwas Ruhe ein. Beim sogenannten Zwischenmarkt haben jedoch einige Schubkarch- und Essensstände weiterhin geöffnet und laden zum gemütlichen Verweilen ein.
Für die Anreise empfiehlt sich der öffentliche Nahverkehr. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar und die Deutsche Bahn setzen zusätzliche Busse und Züge ein, sodass Besucher aus der gesamten Region bis in die Nacht bequem nach Bad Dürkheim und wieder nach Hause gelangen können.
Der Dürkheimer Wurstmarkt ist weit mehr als ein Volksfest. Er ist ein Stück Pfälzer Identität, Treffpunkt für Generationen und ein Fest, das Tradition und Gegenwart auf besondere Weise miteinander verbindet. Wer die Pfalz erleben möchte, kommt an diesen neun Tagen kaum vorbei.
Das Programm
Freitag, 11. September
17 Uhr: Platzkonzert und festlicher Aufzug vom Ludwigsplatz über den Schlossplatz zum Gradierbau
18 Uhr: Eröffnungsspiel, Fassanstich und offizielle Eröffnung auf der Bühne am Gradierbau
Samstag, 12. September
Kein offizielles Sonderprogramm
Sonntag, 13. September
11 Uhr: Jazz im Weindorf
Montag, 14. September
10 Uhr: Literarischer Frühschoppen in den Schubkarchständen
18 Uhr: Inthronisierung der neuen Dürkheimer Weinhoheit im Weindorf
Dienstag, 15. September
15 Uhr: Seniorennachmittag im Festzelt
21 Uhr: Farbenprächtiges Höhenfeuerwerk
Mittwoch, 16. September
Zwischenmarkt (eingeschränkter Festbetrieb)
Donnerstag, 17. September
Zwischenmarkt (eingeschränkter Festbetrieb)
Freitag, 18. September
12Uhr: Weinprobe im Riesenrad „Jupiter“
Samstag, 19. September
Sonntag, 20. September
11 Uhr: Jazz im Weindorf
Montag, 21. September
10 Uhr: Pälzer Poesie im Festzelt
21 Uhr: Farbenprächtiges Abschlussfeuerwerk
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.