Fröhliches Kunterbunt zeigt seit Jahrzehnten, was Ehrenamt bewegen kann
- Vor Ort überzeugen sich Hans Erich und Irene Klein von der Wirkung der Hilfe aus Bad Bergzabern.
- Foto: Hans Erich Klein
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BAD BERGZABERN. Was einst als Jugendaktion für die Renovierung der St.-Martins-Kirche begann, ist heute eine Hilfsorganisation mit Projekten in Togo, Indien und Brasilien. Einer begleitet diesen Weg seit dem ersten Tag: Hans Erich Klein.
Als Jugendliche im Sommer 1969 im Innenhof des Schlosses das erste Fröhliche Kunterbunt veranstalteten, wollten sie eigentlich nur eines: Geld für die Renovierung der katholischen Kirche St. Martin sammeln. 800 D-Mark kamen damals zusammen. Dass daraus einmal eine Hilfsorganisation mit internationaler Wirkung entstehen würde, ahnte wohl niemand.
Einer, der von Anfang an dabei war, ist Hans Erich Klein. Heute ist der 81-Jährige Vorsitzender des Aktionskreises Fröhliches Kunterbunt, der 1992 als Verein gegründet wurde und eng mit der Pfarrei Edith Stein zusammenarbeitet. Aus einem Benefizfest wurde im Laufe der Jahrzehnte eine feste Größe des Ehrenamts in der Südpfalz – und eine verlässliche Unterstützung für Menschen in Togo, Indien und Brasilien.
- Irene Klein nimmt ein Huhn als Geschenk entgegen und übergibt es später den Padres.
- Foto: Hans Erich Klein
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Aus einer Jugendidee wurde eine Hilfsorganisation
Seit mehr als fünf Jahrzehnten fließen die Erlöse des Festes sowie Spenden in Bildungs-, Gesundheits- und Sozialprojekte. Unterstützt werden unter anderem Schulen, Kinderheime und das Straßenkinderprojekt Comviva in Brasilien, das mehr als 400 Kindern und Jugendlichen Schutz und Perspektiven bietet. Insgesamt konnten bereits Hilfsprojekte im Wert von rund 1,9 Millionen Euro ermöglicht werden.
Dabei bleibt der Aktionskreis das ganze Jahr über aktiv. Neben dem dreitägigen Fröhlichen Kunterbunt organisiert der Verein mit seinen rund 160 Mitgliedern zweimal im Monat (außerhalb der Ferien) Flohmärkte im Edith-Stein-Haus, hilft bei Schulfesten und betreibt in der Adventszeit das beliebte Adventscafé beim Karolinenmarkt.
Ehrenamt an fast jedem Tag des Jahres
"Es muss ja alles koordiniert werden", sagt Hans Erich Klein, der sich nahezu täglich um die Vereinsarbeit kümmert.
Seine Motivation ist bis heute dieselbe geblieben wie vor 56 Jahren. "Das christliche Selbstverständnis, für Menschen da zu sein, denen es nicht so gut geht wie uns." Geprägt habe ihn vor allem die Jugendarbeit in der Kirche. "Ich bin immer begeistert und motiviert, weil man helfen kann."
- Feiern und helfen gehören beim Fröhlichen Kunterbunt seit 1969 zusammen.
- Foto: Aktionskreis Fröhliches Kunterbunt e.V.
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Hilfe kennt keine Grenzen
Dabei spielt für den Verein Herkunft oder Religion keine Rolle. "Uns ist es egal, wem wir helfen – unabhängig von Hautfarbe oder Religion", betont Klein.
Auch die Vereinsstruktur ist außergewöhnlich. Einen festen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht. Jeder gibt, was er für richtig hält. Wer die Partnerprojekte in Übersee besucht, bezahlt die Reise aus eigener Tasche. So kommen die Spenden möglichst direkt den Projekten zugute.
Erweiterungsbau einer Schule in Togo entsteht
Derzeit sammelt der Aktionskreis für den Erweiterungsbau einer Schule in Togo. Drei neue Klassenräume sollen entstehen. Dafür werden 63.000 Euro benötigt.
Wenn heute jedes Jahr das Fröhliche Kunterbunt auf dem Platz neben dem Schloss gefeiert wird, geht es deshalb um weit mehr als Musik, gutes Essen und Geselligkeit. Es ist das sichtbare Zeichen eines Ehrenamts, das seit 1969 zeigt, wie aus vielen kleinen Beiträgen nachhaltige Hilfe entstehen kann – von Bad Bergzabern bis nach Afrika, Indien und Brasilien. [thk]
Engagement macht stark
„Das geht uns alle an!“ ist eine Initiative des Bundesverbandes kostenloser Wochenzeitungen. Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Deshalb präsentiert der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) seit Jahren bundesweit die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ - in diesem Jahr von 11. bis 20. September.
Die Wochenblätter, die Stadtanzeiger und der Trifelskurier der SÜWE sind jährlich mit Artikeln aus den Lokalredaktionen beteiligt, um das Ehrenamt an der Basis zu unterstützen.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |