Porträt am 28. Juni in der „Landesschau Rheinland-Pfalz“
Annweiler im SWR Fernsehen

Annweiler. In der Rubrik „Hierzuland“ sendet das SWR Fernsehen liebevolle und sehenswerte Ortsporträts. Ein Beitrag über die Hauptstraße in Annweiler läuft am Freitag, den 28. Juni, ab 18.45 Uhr innerhalb der „Landesschau Rheinland-Pfalz“.
Annweiler am Trifels liegt im Pfälzer Wald, etwa 15 Kilometer westlich von Landau. Rund 7000 Menschen leben unterhalb der berühmten Reichsburg Trifels im Tal der Queich. Das Flüsschen fließt mitten durch den Stadtkern von Annweiler. Dort kommen hier und da romantische Gefühle auf, denn im ehemaligen Gerberviertel klappert noch so manches Mühlrad beschaulich vor sich hin.
Wer das erste Mal durch Annweiler fährt, sieht viele historische Gebäude. Doch der Schein trügt. Zum Ende des I. Weltkriegs erlitt die Stadt einen verheerenden Bombenangriff, dem die meisten Häuser zum Opfer fielen. Die Menschen aus Annweiler bauten ihre Stadt wieder auf, größtenteils so, wie sie vorher war - auch das Rathaus, das 1950/51 erbaut wurde.
Die Hauptstraße durchlebte in den letzten Jahrzehnten einen Wandel. So manches Alteingesessene hat inzwischen dichtgemacht: etwa das Friseurgeschäft Lorenz. Gertrud Roese hat dort mehr als 50 Jahre gearbeitet. Der ehemalige Laden steht seitdem leer, gleicht einem kleinen Friseurmuseum. Doch Gertrud Roese hält den kleinen Laden mit dem uralten Inventar in Ehren.
Es ist nicht der einzige Leerstand in der Straße. Jahrelang haben auch eine Metzgerei und ein Möbelhaus leer gestanden. Doch in diesen Gebäuden mit Geschichte entsteht gerade ein Weingut für die Zukunft. Daniela Töpfer und Sebastian Scheib, eine Winzerin und ein Maschinenbauingenieur bauen mitten in der Hauptstraße ein Weingut auf. Das Wichtigste ist schon fertig: der Weinkeller. Der Rest ist noch in der Mache.
Recht neu in der Hauptstraße sind Thomas und David Plöger. Vater und Sohn haben in den ehemaligen Räumen eines Discounters ein „Naherholungsgebiet“ aufgemacht. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Gasthaus Rotbart. Lesen, entspannen, abschalten - das alles kann man in ihrem „Naherholungsgebiet“. Ein kreativer Begriff von zwei kreativen Köpfen. Mit Worten können die beiden umgehen, denn sie betreiben zudem einen eigenen Verlag.
Manches ist in der Hauptstraße aber so, wie es immer war. Das Eiscafé Chelini gibt es dort seit nun mehr 50 Jahren. 1969 kam Matteo Chelini nach Deutschland und arbeitete sich nach und nach vom Rand der Straße ins Zentrum des Ortes. Nun betreibt er in bester Lage sein Eiscafé, gemeinsam mit seiner Frau Paula, einer Amerikanerin aus Boston. swr

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