Gaugrehweiler
Viel los an ED-Tankstelle
- ED-Tankstelle Gaugrehweiler kurz vor Mittag
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Gaugrehweiler. In Gaugrehweiler im Appelbachtal gibt es in den letzten Wochen in der sowieso schon engen Ortsdurchfahrt der L 400 gerade kurz vor Mittag oft ein Verkehrsstau. Grund ist die einzige Tankstelle im Appelbachtal, die ED-Tankstelle in der Ortsmitte, die von Fred und Jens Möbus betrieben wird. Der Sprit ist hier oft günstiger als in der Region und viele Autofahrer -auch weiter weg wohnend- nutzen diese vergleichsweise "moderaten" Kraftstoffpreise bei Möbus, um ihre Autos oder auch Traktoren nochmals kurz vor der Mittagszeit zu betanken. Seit dem 1. April 2026 dürfen in Deutschland die Preise an den Tankstellen nämlich nur noch einmal täglich, exakt um 12 Uhr mittags, erhöht werden. Preissenkungen sind jederzeit möglich. Preissprünge nach oben von 6 bis zu 10 Cent pro Liter waren da manchmal schon angesagt. Am Mittwoch kurz vor 12 Uhr kommen aus beiden Fahrtrichtungen noch Autos, um kurz vor 12 Uhr zu tanken. Die zwei Tankplätze reichen nicht aus, aus Platzmangel wird auf der L 400 gewartet, bis man an die Reihe kommt. Fred Möbus mit Ehefrau Sigrid Möbus sowie die Münsterappeler Mitarbeiterin Anke Steiner kümmern sich tagsüber, dass der getankte Sprit bezahlt wird und verkaufen im kleinen angegliederten Shop auch noch einige Grundnahrungsmittel, Zeitschriften sowie Getränke. Sie wissen um 11.55 Uhr, um wieviel teurer es ab 12 Uhr mittags wird. Einige Minuten vor 12 Uhr zeigt Anke Steiner auf einen Briefumschlag im Computer, der im Computersystem von der ED-Zentrale in Andernach in Gaugrehweiler digital verschickt wurde und dies mitteilt. Mit diesem digitalen Brief werden die Betreiber vor Ort über den Preiswechsel ab 12 Uhr etwas früher informiert, der dann automatisch an der Preistafel außen von Andernach aus auch digital geändert wird. Bei Diesel sind es diesmal "nur" 2 Cent mehr. Auch die beiden anderen Spritsorten steigen nur marginal an. Kurz nach 12 Uhr ist in Gaugrehweiler dann für einige Minuten mal Ruhe eingekehrt. Kein Stau, kein Auto an der Tankstelle mehr zu sehen. Keine halbe Stunde später hat "ED" in Andernach den Spritpreis wieder auf die Höhe vor 12 Uhr gesenkt. Warum und wieso ? Das kriegt man nicht so einfach raus, vermutlich ist es die Konkurrenzsituation mit den weiteren Tankstellen in der Region, deren Preise im Netz beobachtet werden. Der Stau in Gaugrehweiler und die Drucksituation wäre am Mittwoch in Gaugrehweiler um die Mittagszeit eigentlich nicht notwendig gewesen. Ein Kunde aus dem Ort hat den ganzen Morgen die Tank-App beobachtet, um kurz vor 12 Uhr noch zu tanken, wie lachend bestätigt wird. Andere wiederum sind froh, dass "ED" in Gaugrehweiler als günstige Tankstelle vor Ort ist und verhältnismäßig lange geöffnet hat. Vor der Öffnung des Tankstellenshops um 8.30 Uhr kann in Gaugrehweiler an einer Zapfsäule auch mittels EC-/Kreditkarte ab 6 Uhr morgens getankt werden. Abends ist die Kartenzahlung ab Ende des Shop-Betriebs von 18 Uhr bis 22 Uhr möglich. Tankstellenpersonal wird dann keines mehr benötigt. Dieses Angebot wird gerne angenommen, wie Fred Möbus bestätigt. Während zu den anderen regionalen Tankstellen die Preisvorteile am Mittwoch zwischen 6 und 17 Cent lagen, war das am 8. April gegen 18 Uhr anders. Damals kostete in Mainz an der Aral-Tankstelle Diesel 2,40 Euro, in Gensingen an der Globus-Tankstelle 2,37 Euro und in Gaugrehweiler an der ED-Tankstelle 2, 15 Uhr/Liter, wie der Autor der Zeilen selbst erlebt hat.
"Von Gaugrehweiler aus können sie vor Ort am Spritpreis gar nichts regeln", wie Fred Möbus lachend erklärt. Er betreibt die Station schon sehr lange, derzeit in einer Gesellschaft mit seinem Sohn Jens, der noch eine Werkstatt nebenan betreibt. Unter der Marke ED verbirgt sich der "Erich Doetsch Mineralölhandel KG). Sie wird seit 75 Jahren in dritter Generation als Familienunternehmen mit Hauptsitz in Andernach geführt. Begonnen wurde als Landhandelsunternehmen mit Bimsvertrieb, später kam der Mineralölhandel dazu. "Schon immer eine straffe Unternehmensorganisation mit sehr kurzen Verwaltungswegen führen wohl zu geringeren Betriebskosten, so dass der Sprit auch oft günstiger als an anderen Tankstellen angeboten werden kann", so Möbus. Zum anderen sieht er "den weitaus kürzeren Transportweg von Andernach aus zu dem Tankstellennetz auch als Kostenvorteil". ED wird aus meiner Sicht schon immer sehr solide geführt, so der Gaugrehweilerer. Er hat auch noch keine Werbung bei Motorsportveranstaltungen von ED gesehen. "Die sind sehr familiär geblieben, da gibts auch schon mal ein Gespräch mit dem Chef selbst oder er fährt das Tankstellennetz einfach mal selbst ab", wird die enge Verbindung betont.
Autor:Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel |
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